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    Kreis Altenkirchen

    Klassenfahrt: Die Terrorangst fährt mit

    Die Terrorgefahr in Deutschland und Europa ist in den vergangenen zwei Jahren gestiegen. Wie reagieren weiterführende Schulen in Wissen, Betzdorf und Altenkirchen darauf, wenn sie Klassen- und Studienfahrten planen? Bedeuten Messerangriffe an Hauptbahnhöfen und U-Bahn-Stationen in Hamburg, Mailand und London, Bombenanschläge an Flughäfen und in Innenstädten von Paris und Istanbul sowie Lkw-Todesfahrten in Berlin, Barcelona und London, dass unsere Schüler zu Hause bleiben?

    Die Terrorgefahr in Metropolen wie Paris ist hoch. Aber nicht nur die Gefahr ist groß. Auch die Angst, dass etwas passieren könnte, ist in den Köpfen vieler Menschen fest verankert, wenn sie einen Ausflug in eine Großstadt machen.  Foto: dpa
    Die Terrorgefahr in Metropolen wie Paris ist hoch. Aber nicht nur die Gefahr ist groß. Auch die Angst, dass etwas passieren könnte, ist in den Köpfen vieler Menschen fest verankert, wenn sie einen Ausflug in eine Großstadt machen.
    Foto: dpa

    Das Kopernikus-Gymnasium in Wissen möchte seinen Schülern „den Besuch externer Lernorte weiterhin ermöglichen“, gibt Schulleiter Georg Mombour auf Nachfrage unserer Zeitung an. „Wir alle wissen, dass eine vollständige Gewährleistung absoluter Sicherheit nie gegeben sein kann. Doch dies soll natürlich keinen unbekümmerten Umgang mit der vorhandenen Gefahrenlage signalisieren.“ Sollte also kurz vor der Reise ein Anschlag verübt werden, prüfe die Schule, inwieweit das Tourenziel betroffen ist.

    Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Betzdorf-Kirchen beachtet aktuelle Reisewarnungen und Reiseempfehlungen, wenn eine Klassen- oder Kursfahrt ansteht. Schulleiter Heiko Schnare erklärt, dass die Schule ihre Schüler, deren Eltern sowie Lehrer unterstützt, wenn diese eine Reise nicht durchführen können oder wollen. „Allerdings wäre ein Ersatzziel dann kurzfristig sehr schwer zu finden“, fügt der Oberstudiendirektor hinzu. Immerhin seien solche Fahrten sechs bis zwölf Monate vor Reiseantritt geplant. Bislang habe aber noch niemand Bedenken an den Schulleiter herangetragen. So musste auch noch nie eine Fahrt aufgrund eines Anschlags abgesagt oder durch ein anderes Ziel ersetzt werden.

    Als „notwendigen Bestandteil einer guten Bildungsarbeit“ beschreibt Karl-Josef Müller, Schulleiter des Westerwald-Gymnasiums in Altenkirchen, die Fahrten zu außerunterrichtlichen Lernorten. Um jegliche Gefährdung so gut wie irgend möglich zu vermeiden, betreuen die Lehrkräfte ihre Schülergruppen umfassend und intensiv, erklärt Müller weiter. „Terrorgefahr begleitet uns heute leider täglich, unberechenbar und vor allem in weitem Umfang in einer Form, der man nur eingeschränkt abwehrend begegnen kann.“

    Sowohl beim Kopernikus-Gymnasium als auch beim Freiherr-vom-Stein-Gymnasium haben sich bislang noch keine Auswirkungen hinsichtlich Fahrten in europäische Metropolen gezeigt. Im laufenden Schuljahr fahren Betzdorfer Schüler noch nach Berlin und Hamburg, aber auch nach Italien und Schottland. Auch Barcelona, wo einer der jüngsten Terroranschläge verübt wurde, ist eines der Ziele. Die Wissener Schule hat für dieses Jahr zum Beispiel noch Austauschbegegnungen mit Chagny in Frankreich und Letchworth in England geplant. Das Westerwald-Gymnasium fügt hinzu, dass „terroristische Straftaten nicht dazu führen dürfen, dass wir unseren Lebensbereich drastisch einschränken oder den inakzeptablen Vorstellungen dieser Gruppen unterordnen“.

    Verlegen musste das Kopernikus-Gymnasium in Wissen aber tatsächlich schon mal eine Fahrt, wie Georg Mombour erzählt. Dies hatte jedoch nichts mit Terrorgefahr zu tun: „Wir haben vor einigen Jahren eine Begegnungsfahrt nach Ruanda auf später verlegt, weil die politische Situation im Nachbarland prekär und die Sicherheit im Grenzgebiet nahe unserer Kontaktschule nicht garantiert war.“

    Von unserer Redakteurin Sabrina Rödder

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