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    Kreis Altenkirchen

    Handy am Steuer: Gefährlich wie 1,1 Promille

    Dass die Handynutzung am Steuer äußerst gefährlich ist, weiß eigentlich jeder Fahrer. Trotzdem denken sich viele von ihnen: „Schnell noch eine SMS getippt, die Straße ist ja frei ...“

    Gilt auch im Stau
    Nur bei ausgeschaltetem Motor dürfen Fahrer das Handy in die Hand nehmen.
    Foto: Christin Klose/dpa-tmn

    Da sich also offenbar nicht genug Menschen an die Verbotsvorschrift halten, hat der Bundesrat das „Handyverbot“ im September deutlich verschärft und eine Bußgelderhöhung beschlossen. Die neue Regelung tritt voraussichtlich Ende des Jahres in Kraft. Doch auch schon jetzt lässt die Polizei Strafsünder tief in den Geldbeutel greifen. „Zurecht!“, sagen viele Beamte. Denn die Ablenkung durch das Tippen einer SMS entspricht einem Alkoholgehalt von 1,1 Promille. Das erklärte Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat im Interview mit „Die Welt“.

    Im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Betzdorf registrierten die Beamten im vergangenen Jahr gerade einmal zwei Verkehrsunfälle, in diesem Jahr bislang nur einen infolge einer Ablenkung durch unerlaubte Handynutzung. Laut des Verkehrssicherheitsberaters Hans-Jürgen Winkel ist jedoch zu mutmaßen, dass das Handy viel häufiger der Grund für einen Unfall ist. Bei der nachfolgenden Sachbearbeitung stellen die Polizisten dies oftmals fest. Auch Egon Schenkelberg von der PI Altenkirchen gibt an, dass die „Dunkelziffer ziemlich hoch“ ist. „Es mag ja niemand freiwillig sagen, dass er sein Handy während der Fahrt in der Hand gehalten und dadurch einen Unfall gebaut hat“, sagt der Beamte und erklärt das damit, dass Versicherungen dann nicht mehr zahlen – ähnlich wie beim Fahren unter Alkoholeinfluss.

    Wer mit dem Handy in der Hand oder am Ohr erwischt wird, zahlt ein Bußgeld von 60 Euro und bekommt einen Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg. Bis vor einigen Jahren bestand die geringste Strafe noch aus 30 Euro und einem Punkt. Im schlimmsten aller Fälle, wenn es um fahrlässige Körperverletzung oder Tötung geht, muss der Verkehrssünder auch mit einer Freiheitsstraße und drei Punkten rechnen. Ab der Verschärfung der Verbote Ende des Jahres ist der Verkehrssünder mindestens einen 100-Euro-Schein los.

    Sitzt der Fahrer am Steuer, darf er nur in wenigen Fällen sein Handy in die Hand nehmen, und zwar wenn der Motor ausgeschaltet ist. Hier lässt sich das Gesetz aber nicht einfach austricksen, warnt Schenkelberg: „Wenn man mit dem Auto vor der Ampel wartet, und der Motor ist aus, darf der Fahrer natürlich nicht mal eben schnell zum Handy greifen.“ Wer übrigens glaubt, er sei fein heraus, wenn er stattdessen Tablet, Laptop oder gar Kleincomputer während der Fahrt bedient, liegt falsch. Alle elektronischen Geräte aus der Kommunikations- und Unterhaltungselektronik sind am Steuer verboten. Einzig und allein erlaubt ist die Bedienung des Handys mit dem Auto-Bordcomputer via Bluetooth.

    Um erst gar nicht in die Versuchung zu kommen, mal schnell dem Kumpel auf seine WhatsApp-Nachricht zu antworten, sollte man während der Fahrt das Handy leise oder am besten sofort ganz ausschalten, meint Schenkelberg. Denn ähnlich wie unter Einfluss von Alkohol beeinträchtigt auch die Handynutzung das Reaktionsvermögen, führt zu einer unsicheren Fahrweise und schränkt die Bedienung des Fahrzeugs ein. Laut Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat legt ein Auto bei Tempo 100 in zwei Sekunden schon 60 Meter zurück. Wenn das Schreiben einer SMS im Durchschnitt fünf Sekunden der Aufmerksamkeit kostet, rast man über die Länge eines Fußballfeldes mit verbundenen Augen. Ein wahrlicher Blindflug also.

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