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Kreis Altenkirchen

Gut Holz: Kegelfans im Kreis räumen immer noch ab

Vor Kurzem haben wir die Dart-Szene im AK-Land unter die Lupe genommen. Aber gibt es eigentlich auch noch den guten alten Kegelklub? Wir haben uns umgeschaut – und die Antwort lautet: Ja.

Die „Pudelkönige“ treffen sich seit 10 Jahren einmal im Monat zum gemeinsamen Kegeln.
Die „Pudelkönige“ treffen sich seit 10 Jahren einmal im Monat zum gemeinsamen Kegeln.
Foto: Beate Christ

Von unserer Reporterin Beate Christ

Eine Geburtstagsfeier, die etwas Besonderes werden sollte, war die Motivation, den Kegelklub Pudelkönige ins Leben zu rufen. Zu den Pudelkönigen gehören drei befreundete Ehepaare und ein Geschwisterpaar aus Horhausen, Güllesheim und Oberlahr. Seit der Geburtstagsfeier treffen sich die Männer und Frauen regelmäßig einmal im Monat, um gemeinsam zu kegeln. In Hotelpark Westerwald Treff in Oberlahr haben sie eine Heimat für ihr Hobby gefunden.

Dieses Hobby scheint allerdings lange nicht mehr so populär zu sein, wie es einmal war. „Die Kegelbahnen in unserem Haus werden nicht mehr so häufig wie früher genutzt“, gibt Hotelchefin Tanja Ehlscheid-Schelzke zu verstehen. So hat sich in ihrem Haus auch die Anzahl der Bahnen von vier auf zwei reduziert.

Ähnliches berichtet auch Iris Hausmann vom Westerwälder Hof in Helmenzen: „Obwohl wir immer noch 24 Gruppen haben, die in unserem Haus regelmäßig kegeln, ist der Sport rückläufig. Früher hatten wir mindestens doppelt so viele Gruppen, teilweise vier Kegelklubs an einem Tag“. Diejenigen, die heute noch kegeln, seien eher älter, Kegelklubs mit jüngeren Leuten würden nicht mehr nachrücken.

Von diesem Trend wollen sich die Pudelkönige allerdings nicht unterkriegen lassen. „Es macht einfach Spaß. Wir sitzen beieinander, reden und spielen zusammen“, sagt Sharon Scheeren. Es ist einfach die Geselligkeit, die sie und ihre Freunde beim Kegeln schätzen. Und mitmachen kann ja eigentlich jeder. Eine Ausrüstung oder ein spezielles Training sei nicht erforderlich. „Alles, was man braucht, sind feste Schuhe und eine gut genähte Hose“, sagt Mitspieler Stefan Gromoll mit einem Augenzwinkern. Er hat übrigens beim letzten Treffen der Pudelkönige Geburtstag und gewinnt prompt das erste Spiel.

Mit „Fünf in die Vollen“ haben sich die Männer und Frauen erst einmal warmgespielt, „Kegelvater“ Wilhelm Scheeren notiert die Punkte aller Spieler ordentlich auf einer Kreidetafel. Doch eigentlich geht es der Gruppe gar nicht ums Gewinnen. „Das sehen wir alles locker“, sagt Sharon Scheeren. Und sie versichert: „Jeder aus der Gruppe war auch schon mal Pudelkönig“. So wird der Spieler genannt, der bei einer Kegelpartie am häufigsten die Bahn verfehlt und dessen Kugel in der Rinne jenseits der Bahn landet. Früher bekam der Pudelkönig noch eine Pudelmütze aufgesetzt, dieses Ritual haben die Pudelkönige aber schon länger vernachlässigt. „Das ist einfach zu warm“, meint Sharon Scheeren. Übrigens: Ab und an kommen schon mal Kinder oder Bekannte mit zum Kegeln, aber generell stellen die Kegler fest, dass es dem Sport an Nachwuchs mangelt. „Die jungen Leute gehen heute vielleicht lieber zum Bowlen. Das hört sich moderner an. Ich glaube, die Jugend geht auch nicht mehr so viel raus“, vermutet Regina Hauptmeier.

Ganz andere Signale kommen da aus Betzdorf. Hier sind beispielsweise die Kegelbahnen in der Stadthalle täglich ausgebucht. „Von einem rückläufigen Trend ist hier nichts zu spüren“, sagt der Betreiber des Restaurants in der Stadthalle, Dominic Friedrichs. Insgesamt 49 Klubs frönen auf den beiden Kegelbahnen ihrem Hobby. Der treueste Verein „Die lustige Kugel“ feiert in diesem Jahr sogar sein Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen. „Wir sind sehr zufrieden“, meint Friedrichs.

Hierzulande rollen die Kugeln meist über Scherenbahnen

Kegeln ist nicht gleich Kegeln: Wer im Kreis Altenkirchen regelmäßig „alle Neune“ abräumt, dem gelingt das in München oder Berlin nicht unbedingt mit der gleichen Präzision. Denn in Deutschland sind regional drei unterschiedliche Arten von Kegelbahnen verbreitet – mit jeweils eigenen Wettbewerben bis hinauf zur Bundesliga. Vom Saarland über das Rheinland und Westfalen bis nach Hessen und ins südliche Niedersachsen wird fast ausschließlich auf Scherenbahnen gekegelt, bei denen der Kegelstand deutlich breiter ist als die Lauffläche. Dies erlaubt es geübten Keglern, gezielt auf die als Bauern bezeichneten äußeren Kegel zu zielen. Nicht möglich ist das bei der in Norddeutschland verbreiteten Bohlenbahn, bei der die gesamte Lauffläche nur 35 Zentimeter breit ist. In Süddeutschland sind dagegen die mit 1,50 Meter weitaus breiteren Classicbahnen verbreitet, bei denen die Lauffläche aus Asphalt oder Kunststoff besteht. Hinzu kommt in ganz Deutschland das aus den USA importierte Bowling. mif

Altenkirchen Betzdorf
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