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    Kreis Altenkirchen

    Erste Leader-Mittel im Kreis Altenkirchen vergeben

    Jetzt kann die konkrete Arbeit beginnen: Die Lokale Aktionsgruppe der Leader-Region Westerwald-Sieg hat die ersten 200 000 Euro für insgesamt sieben Projekte bewilligt. Dabei handelt es sich um Mittel der Europäischen Union (EU), mit denen gezielt der ländliche Raum gestärkt werden soll.

    Der Nabu will einen neuen Stall für seine Schafe bauen.
    Der Nabu will einen neuen Stall für seine Schafe bauen.

    Von unserem Redaktionsleiter Marcelo Peerenboom

    Ganz so einfach ist es allerdings nicht, an diese Leader-Mittel zu kommen. Vor die Vergabe hat die EU ein kompliziertes, aufwendiges Antrags- und Prüfverfahren gesetzt. Da müssen ausführliche Antragsformulare ausgefüllt, Unterlagen und Konzepte beigefügt und diverse Erklärungen abgegeben werden. Wenn auch nur ein formaler Punkt nicht erfüllt ist, fällt ein Antragsteller durchs Raster.

    Genau diese Erfahrung mussten in der ersten Vergaberunde gleich mehrere Antragsteller im Kreis Altenkirchen machen. So wurde beispielsweise die Schaffung eines Internetportals mit dem Arbeitstitel wisserland.de erst einmal auf Eis gelegt. Grund: Die Unterlagen waren nicht vollständig; es fehlte der Beschluss der Verbandsgemeinde, die erforderlichen Eigenmittel in den Haushalt einzusetzen. Ähnlich erging es dem Zweckverband Stegskopf. Der hätte gerne ein integriertes Nutzungskonzept für den ehemaligen Truppenübungsplatz in Auftrag gegeben und hatte dafür rund 42 000 Euro Leader-Zuschuss beantragt. Doch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) versagte die erforderliche kommunalaufsichtliche Genehmigung im Vorfeld. Grund auch hier: ein fehlender Beschluss über die Bereitstellung des Eigenanteils im Haushalt des Zweckverbands.

    Dafür war aber bei anderen Antragstellern aus der Region alles komplett; sie erhielten auch jeweils einstimmig grünes Licht und können nun mit der Arbeit starten. Konkret werden folgende Vorhaben gefördert:

    1 Schaf trifft Mensch: Der Naturschutzbund (Nabu) Altenkirchen will einen offenen Schafstall "mit Heulager und Komposttoilette als Begegnungsort" schaffen, wie es im Konzept heißt. Dabei handelt es sich um ein Mehrzweckgebäude: Im Winter nutzt es der Nabu als Offenstall für eine Schafherde, im Frühjahr zur Schur und Klauenpflege und in der übrigen Zeit als Begegnungs- und Veranstaltungsort. Der Nabu will damit seine Schafherde langfristig sichern, die im Ölferbachtal ihre Heimat hat. Die Kosten betragen 44 100 Euro, der gewährte Zuschuss 22 050 Euro.

    2 Weg der Sinne: Die Ortsgemeinde Werkhausen plant, zwei Plätze und einen Weg am Dorfgemeinschaftshaus mit Mehrgenerationengeräten und Erlebnisstationen auszustatten. Vorgesehen sind beispielsweise ein Barfußwiesenstück, ein Kräuterpfad, eine Station, an dem man die Stimmen des Waldes hören kann, sowie Sitzgelegenheiten zum Picknicken. Insbesondere wollen die Werkhausener Wanderer ansprechen, die auf dem Westerwaldsteig unterwegs sind. Auch eine Anbindung an die Skulpturenlandschaft der Stiftung "im Tal" in Hasselbach ist vorgesehen. Die Kosten betragen 29 626 Euro, der gewährte Zuschuss 17 775 Euro.

    3 Mountainbike-Flowtrail: Die Verbandsgemeinde Kirchen plant die Errichtung eines Mountainbike-Flowtrials, der auf einer Länge von einem Kilometer vom Bahnhof in Kirchen aus durch Wehbach und Wingendorf führen soll. Vorgesehen ist eine Anbindung an die Zwei-Länder-Tour (Ruhr-Sieg-Radweg). Kosten: 84 100 Euro, Zuschuss: 63 077 Euro.

    4 Jugendbefragung: Wie kann die Abwanderung von jungen Leuten nach der Schulzeit verhindert werden? Welche Wünsche haben Jugendliche? Antworten auf solche Fragen will die Kreisverwaltung im Rahmen einer Jugendbefragung erhalten. Alle Einwohner zwischen 14 und 21 Jahren erhalten einen Fragebogen per Post, den dann Wissenschaftler auswerten. Kosten: 24 600 Euro; Zuschuss: 17 760 Euro.

    5 Hausärztliche Versorgung: Um die hausärztliche Verssorgung dauerhaft sicherzustellen, ist der Kreis auf der Suche nach passgenauen Lösungsansätzen für die einzelnen Verbandsgemeinden. In jeder VG ist ein Workshop vorgesehen; außerdem eine Imagekampagne "Vorzüge der Region Westerwald/Sieg für junge Hausärzte". Kosten: 30 000 Euro; Zuschuss: 18 000 Euro.

    6 Zukunftsressource Jugend: Der Verein Neue Arbeit legt ein Projekt für sechs bis acht Auszubildende in den Bereichen Büro, Einzelhandel und Hauswirtschaft auf, die für eine geförderte Ausbildung zu begabt, aber für den direkten Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu gehandicapt sind. Diese Zielgruppe fällt in der Regel durchs Raster, hat der Verein festgestellt. Kosten: 119 809 Euro; Zuschuss: 71 885 Euro (davon knapp 18 000 Euro vom Land).

    7 Interkommunale Kooperation: Die Gemeinden Werkhausen und Weyerbusch wollen gemeinsam mit dem Kunstverein Hasselbach neue Wege gehen. Ziel: die kulturelle Aufwertung der Region. Dazu sind drei Workshops geplant, in denen drei bis fünf innovative Projekte entstehen sollen. Kosten: 21 427 Euro; Zuschuss: 12 856 Euro.

    Keine Chance auf Förderung hatte neben dem Zweckverband Stegskopf und der Verbandsgemeinde Wissen auch der Caritasverband Rhein-Sieg. Er hatte das mit Kosten von 160 000 Euro teuerste Projekte ins Rennen geschickt. Die Caritas wollte unter dem Titel "Jung & Alt - Lokal aktiv" Netzwerke der Selbst- und Nachbarschaftshilfe entwickeln. Vor allem weil kein innovativer Ansatz erkannt werden konnte, wurde der Antrag abgelehnt. Die Initiative "Westerwälder Fachwerk" erhielt ebenfalls eine Absage; sie wollte in Buch mit dem Titel "Fachwerk reparieren" herausgeben (Kosten: 33 900 Euro).

    Wie Lars Kober vom Regionalmanagement aber betonte, können die Antragsteller, die diesmal keinen Zuschlag erhielten, in der nächsten Runde ihre Anträge modifizieren und erneut einreichen.

    In der etwa dreistündigen Sitzung der Aktionsgruppe unter Leitung von Michael Lieber gab es zudem grünes Licht für zwei Kleinprojekte: Das evangelische Jugendzentrum Hamm erhält 1700 Euro für das Projekt "Kraft der Sonne - unser Solarmobil fährt", und eine Privatperson erhält 2000 Euro für eine wissenschaftliche Expertise "Jakobsweg im Westerwald".

    Kommentar: Leader - das Bürokratiemonster
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