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Kreis Altenkirchen/Steinebach

Bis zur Gleichberechtigung ist es noch viel Arbeit

Morgen ist Weltfrauentag, ein Tag, an dem seit über 100 Jahren auf Frauenrechte und Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht wird. Kaum zu glauben, aber wahr: Die Gleichberechtigung ist auch im Jahr 2018 noch nicht selbstverständlich. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung arbeiten Frauen in allen EU-Staaten im Durchschnitt weniger als Männer, werden schlechter bezahlt und gelangen seltener in Spitzenpositionen. Ein Grund hierfür ist es, dass Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen meist immer noch von den Frauen geleistet wird.

Sarah Thannhäuser ist Inhaberin einer Werbeagentur. Um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist einiges an Organisation notwendig. Das nimmt die junge Mutter gerne in Kauf.
Sarah Thannhäuser ist Inhaberin einer Werbeagentur. Um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist einiges an Organisation notwendig. Das nimmt die junge Mutter gerne in Kauf.
Foto: glückskind

Die RZ hat eine Frau besucht, die es geschafft hat, Familie und Karriere erfolgreich unter einen Hut zu bringen. Sarah Thannhäuser ist Mutter von zwei Kindern, Inhaberin der Werbeagentur "glückskind" in Steinebach und somit Chefin von fünf Angestellten. Sie möchte Frauen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen und sich nicht "kleinreden zu lassen".

Sarah Thannhäuser hat sich schon im Alter von 23 Jahren selbstständig gemacht und damit ihren Traum von der eigenen Werbeagentur realisiert. "Wenn ich es jetzt nicht probiere, dann nie", hatte sie sich damals gedacht. Ihr Mut zahlte sich aus, heute beschäftigt die Mediengestalterin in ihrer Agentur fünf Frauen. Dass kein Mann unter ihren Angestellten ist, sei eher ein Zufall. "In der Werbebranche sind Frauen häufiger die kreativen Köpfe, die Männer gehen eher in die technische Umsetzung", sagt sie. Als Chefin von Frauen sieht sie natürlich auch die Bedürfnisse weiblicher Arbeitnehmer anders als ein Mann. Denn gerade wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, kann sie aus eigener Erfahrung ganz anders als ein Mann Verständnis aufbringen.

So zeigt sich Sarah Thannhäuser beispielsweise flexibel, wenn es darum geht, nach dem Mutterschutz den Wiedereinstieg in den den Beruf zu gestalten. "Es muss möglich sein, dass eine Mitarbeitern auch vom Home Office aus arbeiten oder im Notfall ihr Baby mit auf den Arbeitsplatz bringen kann", sagt sie. Thannhäuser möchte, dass die Mitarbeiterinnen sich wohl fühlen, dann könne sie sich sicher sein, dass auch die Angestellten wiederum ihr Bestes für die Agentur geben würden. "Es ist ein Geben und Nehmen", sagt sie.

Ihrer Meinung nach könnten sich viel mehr Unternehmen von starren Strukturen lösen. "Arbeitgeber von Frauen könnten noch offener sein, wenn es um die Gestaltung der Arbeitszeit geht. Auf der anderen Seite sollten Frauen aber auch ihre Vorstellungen mitteilen", sagt sie.

Die junge Mutter weiß allerdings auch, dass heute noch oftmals berufstätigen Frauen durch die Gesellschaft "Knüppel in den Weg gelegt werden". Sprüche wie etwa "Warum setzt du Kinder in die Welt, wenn du doch den ganzen Tag arbeiten bist?" musste sie sich schon anhören. Doch damit kommt die 36-Jährige klar. "Meine Berufstätigkeit schadet meinen Kindern nicht", sagt sie. Im Gegenteil: "In meinem Job bin ich glücklich und glückliche Frauen haben auch glückliche Kinder", lautet ihr Credo. Natürlich sei dies mit einem hohen Organisationsaufwand verbunden und nicht alles durch die rosa Brille zu sehen.

"Es war auch nicht immer leicht", gesteht Thannhäuser. Dabei ist sie froh, dass sie auf die Unterstützung ihrer Familie setzen kann. "Ohne die Hilfe der Familie geht es nicht. Hier müssen alle an einem Strang ziehen", stellt sie klar.

Und sie weiß auch: "Wenn alle Stricke reißen, beispielsweise wenn ein Kind krank wird, muss die Mama ran". In diesem Fall hofft sie dann auf das Verständnis ihres Teams.

Immer mehr Frauen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Wurden laut des Statistischen Landesamtes in Rheinland-Pfalz im Jahr 2013 von 196 000 Betrieben 59 100, also 31,15 Prozent von Frauen geführt, so waren es im Jahr 2016 33,28 Prozent. Bei 201 300 Betrieben standen 67 000 Frauen an der Spitze. Im Bezirk der Handwerkskammer Koblenz stehen von 19 400 Betrieben 4370 unter weiblicher Regie. Im Kreis Altenkirchen werden 355 von 1548 Handwerksunternehmen von Frauen geführt (Stand 31. Dezember 2017).

Altenkirchen Betzdorf
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