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    Auch im Kreis Altenkirchen: Immer mehr Ärger mit verwahrlosten Gräbern

    Buchsbaumgewächse, die zu groß geworden sind, Bodendecker, die weit über die Einfassung von Gräbern bis auf den Friedhofsweg wachsen, und Grabsteine, die völlig zugewuchert sind: Bei dem Anblick solcher Ruhestätten verschlägt es Klaus Wiesemann die Sprache. Dem Vorsitzenden des Friedhofzweckverbandes in Flammersfeld bleibt nichts anderes übrig als durchzugreifen. Er hat den betreffenden Angehörigen eine Frist gesetzt, in der sie die Gräber wieder in einen angemessenen Zustand versetzen können.

    Völlig verwildert ist dieses Grab auf dem Flammersfelder Friedhof. Sollten die Angehörigen sich nicht melden, muss es eingeebnet werden.
    Völlig verwildert ist dieses Grab auf dem Flammersfelder Friedhof. Sollten die Angehörigen sich nicht melden, muss es eingeebnet werden.
    Foto: Christ

    „Ansonsten müssen wir die Grabstätten entfernen“, gibt Wiesemann zu verstehen. In diesem Jahr sind es 16 Gräber auf dem Flammersfelder Friedhof, die in einem solch ungepflegten Zustand sind, dass Aufkleber mit der Bitte, die letzten Ruhestätten in Ordnung zu bringen, auf die Grabsteine angebracht wurden. Zusätzlich wurden die Angehörigen persönlich angeschrieben und entsprechende Hinweise im Amtsblättchen veröffentlicht. Jedes Jahr muss Wiesemann einige Hinterbliebene an ihre Pflicht, die Gräber zu pflegen, erinnern. „Das ist leider so. Wenn sich niemand meldet, müssen wir die Grabstätten abräumen“, sagt er. Seiner Meinung nach sind verwilderte Gräber nicht nur respektlos den Toten gegenüber, sondern auch gegenüber Trauernden, die die benachbarten Ruhestätten besuchen. „Natürlich kommt es schon mal vor, dass Angehörige verzogen sind oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr die Grabpflege durchführen können. Aber oftmals sind ja noch Familienmitglieder in der Nähe, die sich nicht kümmern“, weiß Wiesemann zu berichten. Ob es am Geld liegt oder das ein oder andere Grab einfach nur vergessen wurde, das kann auch er nicht sagen. Auf den ersten Aufruf hin wurden schon die ersten Gräber in Ordnung gebracht, doch nicht alle Angehörigen melden sich. „Ist die Ruhezeit bei einem Grab, das wir dann einebnen müssen, nicht abgelaufen, wird es natürlich noch nicht wieder neu belegt“, sagt Wiesemann.

    Auch Markus Zimmermann von der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain kennt dieses Problem. Auf den 14 Friedhöfen, die in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde sind, kommt es auch immer wieder vor, dass Angehörige an die Grabpflege erinnert werden müssen. „Wenn sich nach sechs Monaten niemand meldet, könnten wir die Grabstätte einebnen, doch meist warten wir lieber etwas länger in der Hoffnung, doch noch die Angelegenheit mit den Angehörigen zu regeln“, sagt Zimmermann. Meist könnten durch die Gemeindeleitungen vor Ort auch noch Angehörige ausfindig gemacht werden. Laut Zimmermann käme es in den vergangenen Jahren häufiger vor, dass Gräber vernachlässigt würden. „Nicht ohne Grund geht der Trend eindeutig hin zu den pflegeleichten Wiesengräbern“, sagt er.

    Wer noch zu Lebzeiten regeln will, dass seine Grabstätte später einmal nicht verwahrlost, kann nach Ansicht von Experten etwa mit einer Gärtnerei frühzeitig einen Grabpflegevertrag abschließen. Auch ist es möglich, den oder die Erben oder einen Vermächtnisnehmer mit einer entsprechenden Auflage im Testament zur Grabpflege zu verpflichten.

    Von unserer Mitarbeiterin Beate Christ

    Altenkirchen Betzdorf
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