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    Idar-Oberstein

    Wahlkampf: Heilsteine aus der Schmuckstadt sollen Steinbrück helfen

    Nein, ein Schmuckstück als Gegenangriff auf die Deutschlandkette der Kanzlerin, die nach dem TV-Duell für mächtig Medienrummel gesorgt hatte, trug Peer Steinbrück nicht.

    Von unserer Redakteurin Vera Müller

    Er hat aber jetzt auch Steine aus der Schmuckstadt. Der Kanzlerkandidat der SPD nahm recht emotionslos zur Kenntnis, dass er sich am Mittwochnachmittag in der Schmuckstadt befand. An jenem Ort, der wegen Angela Merkels Faible für Steinketten aktuell in aller Munde ist. Wenngleich: Oberbürgermeister Bruno Zimmer geht direkt bei der Begrüßung vor dem Mineralienmuseum auf die „Kettenreaktion" ein, betont, es gebe hier auch Männerschmuck. Er selbst trage welchen.

    Steinbrück legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass er der Erfinder der Kettengeschichte sei. „Hätte, hätte, Fahrradkette" – sein Spruch habe das alles in Bewegung gebracht: „Aber mal im Ernst: Wir reden hier von Politik, nicht über Schmuck", stellt er später klar. 

    Und bekommt als Gastgeschenk gibt es von Idar-Obersteiner Seite dann später doch eine Amethyst-Druse, einen Edelstein-Handschmeichler... Zimmer beschwört die damit verbundene Heilsteinewirkung: Vernunft, Energie, innere Ruhe, Durchsetzungskraft. Steinbrück wunderte sich über so viel Geschenke, "wo ich doch die Wahl noch nicht gewonnen habe." Der Oberbürgermeister, ebenfalls SPD-Mann, entgegnete: "Die helfen auch im Falle einer Niederlage."

    Für Spießbraten, zweites Markenzeichen Idar-Obersteins, ist es dem 66-Jährigen, dem Stefan Raab im Duell am Sonntag unterstellt hatte, er wolle unbedingt „King of Kotelett" werden, wohl zu heiß. Durch Wahlkampfstress verursachte „Unterzuckerung" ist bei ihm ohnehin nicht zu spüren, die hatte er ja Angela Merkels Deutschland-Politik vorgeworfen. Für einen Koffein-Schub sorgen indes die Mitarbeiter der Eisdiele San Marco, die Steinbrück im Laufschritt schnell einen Espresso servieren. Hier spontaner Applaus, dort Kamerateams der großen Fernsehsender: Steinbrück ist ein begehrter Interviewpartner, zumal der Wahlkampf hörbar schärfer wird und Fahrt aufnimmt. Die große Politik handelt der gebürtige Hamburger mit dem bekanntermaßen trockenen Humor leichtfüßig ab.

    Sein Augenmerk liegt da eher auf den spontanen Begegnungen mit den Menschen. So zum Beispiel mit Gerdi Hosser, 77 Jahre alt und seit 60 Jahren SPD-Mitglied. Und natürlich auf seiner Verbindung zu Fritz Rudolf Körper. Manchmal lache Körper zu laut. Aber: Mit Körper, einem kompetenten Politiker auf allen Ebenen, fühle er sich doch wohler als mit Merkel am Sonntagabend im TV-Duell: „Ich helfe ihm, er hilft mir." Unsichere Finanzierung, zu wenig Verlässlichkeit, mangelnde Kontinuität in der Schwerpunktsetzung: Dafür möchte sich Steinbrück im Bereich sozialer Projekten einsetzen, die dann nicht länger Modellcharakter hätten, erläutert er bei seinem Besuch im Mehrgenerationenhaus.

    Der Merkel-Herausforder wirkt alles andere als „ausgemerkelt" und hat für jeden ein nettes Wort. Er trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Schlicht und ohne Schnörkel: Peer Steinbrück, schreibt er. Mehr nicht.In Idar-Oberstein kommt der Volkswirt ob seiner lockeren Art, die ein paar Spritzer Selbstironie enthält, jedenfalls gut an. Noch ein Beispiel gefällig? Die Mundwinkel zu tief, das Gesicht zu langweilig, wirft man Steinbrück immer mal ganz unsachlich vor. Als er hört, dass im Mehrgenerationenhaus Kinderschminken angeboten wird, schmunzelt er: „Das sollte ich vor der Wahl vielleicht auch noch machen. Mich schminken."

     

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