40.000
Aus unserem Archiv
Ludwigshafen

„Tatort“-Preview: Das Spukhotel im Schwarzwald

Kommissar Kopper ermittelt nicht mehr und hinterlässt im Ludwigshafener „Tatort“-Team eine Lücke, die Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihre Kollegen an einem Wochenende im Schwarzwald mit einem Teamcoaching füllen wollen. Odenthal hält von der Idee ausgesprochen wenig, täusche sie doch lediglich darüber hinweg, dass Koppers Stelle eingespart werden soll.

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) weiß nicht, warum sie ihr Wochenende an diesem finsteren Ort verbringen soll. Foto: ARD/dpa
Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) weiß nicht, warum sie ihr Wochenende an diesem finsteren Ort verbringen soll.
Foto: ARD/dpa

Von einem dubiosen Trainer werden sie in das heruntergekommene Hotel Lorenzhof gefahren, dort erwartet sie auch gleich der aggressive, mit einer Mistgabel bewaffnete Besitzer. So einiges stimmt an diesem finsteren, holzvertäfelten Ort nicht, in dem das Seminar abgehalten werden soll. Die Wirtin macht einen völlig überdrehten Eindruck, in den Zimmern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und am Abend tritt in dem einst berühmten Hotel, in dem Filmstars ein- und ausgingen, eine beinahe 100-jährige Leinwanddiva auf, die ihre Autogramme für 18 Euro das Stück verkauft.

Jeder normale Mensch, also jeder, der nicht in einem „Tatort“ mitspielt, hätte dieses merkwürdige Gebäude schleunigst verlassen und wäre zurück nach Ludwigshafen gefahren. Nicht so Lena Odenthal und die anderen, sie halten dies zunächst alles für ein makabres Spiel des Trainers, quasi eine teambildende Maßnahme. Bald aber erfahren sie, nachdem sie einen menschlichen Knochen in der Suppe fanden, von einem Mord, der vor vielen Jahren den Lorenzhof erschütterte und bis heute nicht ganz aufgeklärt werden konnte. Der Titel „Waldlust“ ist höchstens ironisch zu verstehen, wie man überhaupt sich recht ratlos diese „Tatort“-Folge ansieht, bei der die Schauspieler zum Teil improvisieren müssen, was aber allenfalls schlechtes Bauerntheater hervorbringt, und auch nicht besser wird, wenn man es mit ein paar Edgar-Wallace-Filmklischees – der Hotelier könnte auch der „Bucklige von Soho“ sein oder die „toten Augen von London“ haben – kombiniert.

Ist das noch Klamauk oder soll das bereits Kunst sein?, lautet die berechtigte Frage, ist doch der Regisseur von „Waldlust“ kein Unbekannter: Axel Ranisch hat durch mit Geschmacksüberschreitungen und Improvisationen arbeitenden Filmen wie „Dicke Mädchen“ oder „Alki Alki“ unter deutschen Filmemachern eine gewisse Berühmtheit erlangt; die Schwundstufe dieses ästhetischen und erzählerischen Prinzips findet sich nun in seinem zweiten „Tatort“ wieder. Das ist weder schön noch spannend, eher wirkt es wie ein abgefilmter Probenprozess, an dessen Ende eine „Tatort“-Parodie stehen könnte.

Unser Reporter Wolfgang M. Schmitt hat sich den neuen „Tatort“ angesehen. Sein Urteil: Ein recht tumbes Improvisationskammerspiel, das eher unfreiwillig parodistisch wirkt.

Magazin
Meistgelesene Artikel
Anzeige
epaper-startseite
Anzeige
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Das Wetter in der Region
Freitag

10°C - 26°C
Samstag

12°C - 20°C
Sonntag

11°C - 22°C
Montag

6°C - 16°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

UMFRAGE
Was halten Sie von Maaßens Beförderung zum Staatssekretär im Innenministerium?

Hans-Georg Maaßen ist nach seinen umstrittenen Äußerungen zu ausländerfeindlichen Angriffen in Chemnitz seinen Posten als Verfassungsschutzpräsident los. Allerdings ist er nun zum Staatssekretär im Innenministerium befördert worden. Was halten Sie davon?

Anzeige
Wirtschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!