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Nieder-Olm

Nieder-Olm macht den Weg frei für Gäste

Beim Blick auf die rasante touristische Entwicklung in Rheinhessen ist die Verbandsgemeinde Nieder-Olm so ein bisschen wie ein schlafender Riese: Viele Weingüter, teilweise hoch dekoriert, eine Menge gut ausgebauter Rad- und Wanderwege, herrliche Natur inmitten der Weinberge, Restaurants in allen Qualitätsstufen, eine gute Lage am Rande des Rhein-Main-Gebietes und ein attraktives Schwimmbad mitten drin. Jetzt will die VG im Tourismus neue Wege gehen.

Wandern, Radfahren und danach ein gutes Schöppchen Wein: Ein Urlaub in Rheinhessen kann den Gästen durchaus viel Freude und Abwechslung bringen.
 Foto: Deutsches Weininstitut (DWI)
Wandern, Radfahren und danach ein gutes Schöppchen Wein: Ein Urlaub in Rheinhessen kann den Gästen durchaus viel Freude und Abwechslung bringen.
Foto: Deutsches Weininstitut (DWI)

Nieder-Olm – Beim Blick auf die rasante touristische Entwicklung in Rheinhessen ist die Verbandsgemeinde Nieder-Olm so ein bisschen wie ein schlafender Riese: Viele Weingüter, teilweise hoch dekoriert, eine Menge gut ausgebauter Rad- und Wanderwege, herrliche Natur inmitten der Weinberge, Restaurants in allen Qualitätsstufen, eine gute Lage am Rande des Rhein-Main-Gebietes und ein attraktives Schwimmbad mitten drin.

Für Gäste wäre da schon was geboten – wenn sie wüssten, das es das alles gibt. Und da liegt das Problem, denn: An der gemeinsamen Vermarktung und gemeinsamen Projekten hapert es noch.

Bisher. Denn daran soll sich jetzt was ändern. Die Räte der sieben Ortsgemeinden und der Stadt Nieder-Olm haben in den vergangenen Monaten die Grundlagen dafür geschaffen. Denn die eigentlich in ihrer Zuständigkeit liegende Verantwortung für den überörtlichen Tourismus haben sie an die Verbandsgemeinde abgetreten. Und dort sollen nun Strukturen geschaffen werden, die Nieder-Olm und die Nachbargemeinden zum Mitspieler im touristischen Spiel machen.

Wenn, dann richtig

Ein Zweckverband, eine GmbH, ein Verein oder einfach nur eine zusätzliche Stelle in der Verwaltung: Verbandsbürgermeister Ralph Spiegler (SPD) ist es am Ende völlig egal, welche Form der Zusammenarbeit gefunden wird. Nur eins stellt er klar: "Wenn wir das machen wollen, dann richtig", sagt er im MRZ-Gespräch. Und richtig bedeutet für ihn, dass der Tourismus künftig hauptamtlich betreut wird, mit vielen ehrenamtlichen "Kümmerern" vor Ort als Unterstützung.

"Die richtige Form müssen wir jetzt herausfinden – gemeinsam mit den Ortsbürgermeistern." Denn die müssen mitmachen, damit die Aktion an Akzeptanz gewinnt. 40 000 bis 50 000 Euro im Jahr würde das aber sicher kosten, glaubt er. Und wo steht dann die Fremdenverkehrs-VG Nieder-Olm in ein paar Jahren? "Den absoluten touristischen Höhepunkt gibt es hier nicht", sagt Spiegler. Deshalb setzt er auf den sanften Tourismus, der das Segment am Rande der Rhein-Main-Region erblühen lassen könnte. Vor allem die Natur und die teilweise überraschend schönen Ausblicke – wenn man mal die ausgetretenen Pfade einmal verlässt – sind für ihn ein Pfund, dass man den Gästen aus ganz Deutschland näher bringen sollte.

Themenwanderwege

"Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass wir uns als die Verbandsgemeinde mit den kleinen Themenwanderwegen etablieren können", sagt Spiegler. Erste Initiativen gibt es dazu ja schon. Ganz vorne weg die rund 45 Kilometer lange Selztal-Terroir-Route, die Ende April eröffnet wird. Ein Projekt der Winzer und Ortsgemeinden von Stadecken-Elsheim, Essenheim und Jugenheim. Vorbei an diesen drei Gemeinden führt der Weg, mit Ruhebänken, Infotafeln und unterteilt in mehrere kleine Wege. Ein Leuchtturmprojekt, um das herum sich weitere Routen gruppieren können: Der geplante Wilhelm Holzamer-Weg in Nieder-Olm zum Beispiel, der Stationen des Lebens des Heimatdichters nachzeichnet. Oder der Sieben-Brücken-Weg in Stadecken-Elsheim. Da kann sich Spiegler auch Führungen vorstellen, bei denen die Besonderheiten der Wege erläutert werden.

"Das muss aber alles auch überregional beworben werden", macht er deutlich, wohin für ihn die Reise gehen muss: "Wir müssen mit der Rheinhessen-Touristik zusammenarbeiten." Nur mit deren Strategien und über deren Kanäle könne Werbung sinnvoll sein.

Mehr Betten

Und dann müssten auch noch weitere Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden: "Da hapert es noch ein wenig", findet Spiegler, während er auf dem kulinarischen Sektor, etwa mit Sterneköchen in Essenheim und im nahen Selzen, einiges an attraktiven Angeboten sieht – ganz abgesehen von den vielen Winzern. Ob die sich über kurz oder lang auch zu einer gemeinsamen Vinothek – etwa in Nieder-Olm – zusammenraufen können, ist für ihn noch fraglich: "Das lohnt sich erst, wenn der Tourismus brummen würde." Und bis dahin ist es sicher noch ein langer Weg, glaubt Spiegler.

Bardo Faust

Mainzer Rhein-Zeitung
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