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    Alzey/Mainz

    Mit dem Döner-Messer auf Nebenbuhler los

    Um seine Ehe zu retten, rammte ein 33-Jähriger das Fahrzeug seines Nebenbuhlers, dann ging er mit einem Döner-Messer auf ihn los. Am Freitag musste er sich wegen Mordversuchs vor Gericht verantworten.

    Foto: Thorben Wengert / pixelio

    Alzey/Mainz - Um seine Ehe zu retten, griff ein 33-jähriger Mann zu rabiaten Methoden. Erst rammte er mit seinem Auto das Fahrzeug seines Nebenbuhlers, dann ging er mit einem Döner-Messer auf den Flüchtenden los.

    Glaubt man dem Opfer, dann war die außereheliche Beziehung damals längst beendet. Hätte der Angreifer das gewusst, müsste er sich jetzt vielleicht nicht wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht verantworten.

    "Es waren massive Schläge", erinnerte sich das 32-jährige Opfer der Attacke. Hände und Kopf hätten Verletzungen davongetragen. Mit den Fingern der linken Hand habe er noch heute Schwierigkeiten. Kurz vorher sei er an jenem 11. Februar 2012 etwa zwei Stunden mit der Frau seines Peinigers zusammen gewesen - allerdings nicht intim. Nachdem er die Frau in Wöllstein abgesetzt hatte und in Richtung Alzey weiterfuhr, kam ihm der Angeklagte mit seinem Fahrzeug entgegen. Als dieser wenig später den mutmaßlichen Ehebrecher auf dem Parkplatz eines Netto-Marktes in Alzey wiedersah, brannten beim Angeklagten alle Sicherungen durch. "Ich handelte damals wie im Rausch", heißt es in einem schriftlichen Geständnis. Der Gedanke, dass seine Frau und seine siebenjährige Tochter mit einem Mann zusammenlebten, von dem es heißt, er handele mit Drogen, sei ihm unerträglich. Laut einem Gutachter prallte das Fahrzeug des Angeklagten mit einer Geschwindigkeit von 45 bis 56 Stundenkilometern von hinten auf das Auto des Opfers. Für tödliche Verletzungen ist das eigentlich zu wenig, betonte ein Gutachter. Und auch das Messer ist wegen seines abgerundeten Endes für eine Tötung eher ungeeignet.

    Dennoch geht die Anklage von einem geplanten Mord aus, was der Angeklagte jedoch bestreitet. Staatsanwalt Joachim Schumacher beruft sich bei diesem Vorwurf offensichtlich auf Drohungen, die der Angeklagte gegenüber dem Opfer und Dritten ausgestoßen haben soll. Verdächtig ist zudem, dass der 33-Jährige in seinem Auto ein Messer griffbereit hatte. Möglicherweise war auch die Ehre des Angeklagten angekratzt, weil bei einer früheren Auseinandersetzung das Opfer die Oberhand behielt.

    Mittlerweile bemühen sich beide Parteien um eine Art Friedensschluss. Für das beschädigte Auto des Opfers hat der 33-Jährige bereits 3500 Euro Schadensersatz geleistet. Und am ersten Verhandlungstag am Freitag überreichte sein Anwalt weitere 8500 Euro Schmerzensgeld. Ob das Verfahren um Ehebruch und Mordversuch ohne emotionale Ausbrüche zu einem Urteil kommt, bleibt allerdings noch abzuwarten. Heiko Beckert

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