Archivierter Artikel vom 13.07.2013, 06:00 Uhr
Berlin

Rollenbilder und Homo-Ehe: Familienpolitik heiß diskutiert

Im Mittelpunkt des Wahlkampfes stehen die Förderung der Familien, steuerliche Entlastungen sowie Ehegattensplitting, Kindergeld und Kinderbetreuung. Es geht aber auch um eine Frauenquote und die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

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Am streng traditionellen Familienbild hält nur die Union fest. Alle anderen wollen auch Homo-Partnerschaften steuerlich gleichstellen.
Am streng traditionellen Familienbild hält nur die Union fest. Alle anderen wollen auch Homo-Partnerschaften steuerlich gleichstellen.
Foto: dpa

1. Kindergeld

Union:

Kindergeld und Kinderzuschlag für Bedürftige sollen angehoben werden.

SPD:

Ein gestaffeltes Kindergeld soll Eltern mit kleinem Einkommen besser fördern – zum Teil mit bis zu 140 Euro mehr pro Monat. Für alle anderen bleibt es bei den bisherigen 184 Euro. Die Absetzbarkeit des Kinderfreibetrages für Besserverdienende entfällt.

Grüne:

Sie wollen den Einstieg in eine „Kindergrundsicherung“, die Kinderregelsätze, Kinderzuschlag sowie die steuerlichen Kinderfreibeträge zusammenfasst. Jedes Kind soll die gleiche Unterstützung bekommen.

Linke:

Die Linken verlangen die Erhöhung des Kindergeldes und eine Grundsicherung für Kinder und Jugendliche.

2. Betreuungsgeld:

Union:

Das Betreuungsgeld wird ein „wichtiger Beitrag zur Wahlfreiheit“ der Eltern genannt.

FDP:

Die Liberalen plädieren für eine Auswertung des umstrittenen, aber von ihnen mitbeschlossenen Gesetzes nach der Wahl aus.

SPD:

Die SPD will das Betreuungsgeld wieder abschaffen und die Ausgaben von 2 Milliarden Euro direkt in Kitas investieren.

Grüne:

Sie wollen das Betreuungsgeld ebenfalls abschaffen und den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ausbauen.

Linke:

Auch die Linke plädiert für eine sofortige Abschaffung des Betreuungsgeldes.

3. Kinderbetreuung/Kita

CDU/CSU:

Angebote sollen weiter ausgebaut und flexiblere Öffnungszeiten eingeführt werden – bis hin zur 24-Stunden-Kita. Vorgesehen ist eine Großelternzeit für die Betreuung von Enkeln.

FDP:

Sie will mehr Qualität in der Kinderbetreuung, einen Hochschulabschluss für Kita-Leiter und einen besseren Personalschlüssel in den Einrichtungen.

SPD:

Die Betreuungsangebote sollen ausgebaut und die Bildungsqualität in der Kita erhöht werden.

Grüne:

Sie machen sich für einen erweiterten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, frühzeitige Sprachkurse und weitere finanzielle Hilfen des Bundes bei Qualitätsverbesserungen stark.

Linke:

Sie will den Ausbau vorantreiben, hochwertige Ganztagsbetreuung in Kita und Schulen schaffen – mit einem Mittagessenangebot für alle.

4. Elterngeld

Union:

Sie will ein „Teilelterngeld“ einführen, das bis zu 28 Monate bezogen werden kann. Bisher sind 14 Monate möglich.

FDP:

Auch die Liberalen wollen die Teilzeitkomponente einführen.

Linke:

Die Bezugsdauer soll auf 12 Monate pro Elternteil ausgeweitet werden. Für Alleinerziehende sollen es 24 Monate sein.

5. Familie und Beruf

CDU/CSU:

Die Rückkehr aus einer Familienphase oder von der Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung soll erleichtert werden.

FDP:

Die FDP will den leichten Wechsel von Teil- in Vollzeit.

SPD: Eine Familienarbeitszeit soll es Eltern erlauben, ihre Arbeitszeit zeitlich befristet partnerschaftlich zu reduzieren, zum Beispiel über eine 30-Stunden-Woche; Rückkehrrecht in Vollzeit.

Linke:

Auch die Linke fordert ein Rückkehrrecht in Vollzeitarbeit und mehr Zeitautonomie für Eltern.

6. Frauenquote

CDU/CSU:

Angestrebt wird eine „verpflichtende Flexi-Quote“. Zugleich soll gesetzlich geregelt werden, dass ab 2020 eine „feste Quote von 30 Prozent für Frauen in Aufsichtsratsmandaten von voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen gilt“.

SPD:

Ziel ist ein gesetzlicher Rahmen für eine Frauenquote von 40 Prozent für Aufsichtsräte und Vorstände börsennotierter und mitbestimmter Unternehmen.

Linke:

Die Linke will eine 50- Prozent-Quote im öffentlichen Dienst gesetzlich festschreiben. Für die private Wirtschaft will sie hingegen ein Gleichstellungsgesetz einführen.

7. Adoptionen

FDP:

Adoptionen sollen grundsätzlich für Erwachsene erleichtert werden – auch für Ältere.

Grüne:

Gleichgeschlechtliche Paare sollen gleiche Rechte wie Ehepaare erhalten.

Linke:

Auch die Linke plädiert für gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare.