Franz Ferdinand: Wahnsinniger Jäger – unbeliebter Thronfolger

Es ist eine bittere Ironie der Geschichte, dass es eine Kugel war, die vor 100 Jahren das Leben von Franz Ferdinand von Österreich-Este beendete und den großen Weltenbrand auslöste. Dass sie ausgerechnet ihn traf, der er selbst so gern und viel schoss: 274.899 Tiere hat der stockkonservative Thronfolger des Habsburgerreichs erlegt.

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Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

Umgerechnet auf seine 50 Lebensjahre, sind das fast 15 Abschüsse pro Tag: eine „Jagdleidenschaft“, die über jedes Maß hinausging und auch den Zeitgenossen, bei denen er ohnehin unbeliebt war, schon sauer aufstieß. Doch war es vielleicht genau er, der in der Julikrise fehlte, um die Eskalation zu verhindern?

Das jedenfalls behauptet Cambridge-Professor Christopher Clark, der mit seinen „Schlafwandlern“ gerade eines der in Deutschland populärsten Geschichtsbücher geschrieben hat. Seiner Meinung nach hätte der Erste Weltkrieg 1914 nicht stattgefunden, wenn der Schuss sein Ziel verfehlt und Franz Ferdinand wohlbehalten nach Wien zurückgekehrt wäre. „Er hätte alle Forderungen nach einem Feldzug gegen Serbien abgeschmettert“, zitiert die Zeitschrift „Geo Epoche“ den australischen Historiker.

Mythos Friedensfürst

Dem widerspricht die Bonner Historikerin Alma Hannig in ihrer Franz-Ferdinand-Biografie. Sie argumentiert vor allem mit der aggressiven Haltung des Thronfolgers gegenüber Serbien während des Ersten Balkankrieges 1912 und schreibt, dass Franz Ferdinand sogar zum Äußersten – einem Krieg gegen Russland – bereit war und nur dank des Drucks der deutschen Regierung eine diplomatische Lösung gefunden wurde.

„Es handelte sich um den einzigen Versuch Österreich-Ungarns vor Juli 1914, eine aktive, aggressive Balkanpolitik zu betreiben, und dies noch unter Leitung des ,Friedensfürsten' Franz Ferdinand“, schreibt Hannig. Außerdem hebt sie hervor, dass sich der Erzherzog fast ausschließlich mit „Falken“ umgab. Dass die ihm später eine stets friedliche Politik attestierten, habe den Mythos des überzeugten Friedensretters entstehen lassen. Daher sei es schwer einzuschätzen, wie sich Franz Ferdinand im Fall eines vergleichbaren Anschlags auf eine andere hochstehende Person der Monarchie verhalten oder wie er reagiert hätte, wenn in Sarajevo allein seine Ehefrau ums Leben gekommen wäre.

Fest steht, dass Franz Ferdinand bei allen negativen Eigenschaften ein außergewöhnlich liebender Ehemann war. Für seine Heirat nahm er ein anhaltendes Zerwürfnis mit dem Kaiser in Kauf und musste für seine – noch nicht geborenen – Kinder auf alle Thronfolgeansprüche verzichten. Denn Sophie Chotek entstammte zwar dem böhmischen Uradel, galt aber nach den strengen Habsburger Hausgesetzen trotzdem nicht als standesgemäß.

Das österreichische Thronfolgerpaar Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie am 28. Juni 1914 in Sarajevo (Bosnien-Herzegowina) wenige Augenblicke vor einem tödlichen Attentat.

dpa

Der 19-jährige Gavrilo Princip erschießt das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar, Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie (Illustration der französischen Wochenzeitung „Le petit journal“).

Wenig später wird Attentäter Gavrilo Princip festgenommen.

Foto: AKG Pressebild

Deutsche Soldaten zogen im Sommer 1914 in den Krieg. Spätestens an Weihnachten wollten sie wieder zu Hause sein. Doch es kam anders. An der Front fanden nicht wenige Männer den Tod. Männer wie Wilhelm Müller aus Tiefenbach im Hunsrück, gefallen 1917. Quelle: Hunsrück-Museum

Deutsche Soldaten auf dem Weg an die Front.

Foto: dpa

Jacob Müller aus Tiefenbach starb 1918 an den Folgen der Spanischen Grippe, die er aus dem Krieg mitgebracht hatte. Quelle: Hunsrück-Museum

Deutsche Soldaten posieren für die Kamera. Einer von ihnen ist Rudolf Müller (2. von rechts) aus Tiefenbach. Er fällt bereits 1914. Quelle: Hunsrück-Museum

In einem der zahlreichen Züge, die während des Ersten Weltkriegs Richtung Front unterwegs waren, saß auch Karl Goebel. Sein Vater, ein Fotograf aus Bad Ems, machte dieses Bild eines Soldatenzuges, der durch den Emser Hauptbahnhof rollt. Archivbild: Stadtmuseum Bad Ems

Besatzungssoldaten sitzen vor dem Kaiser Kaffee in der Römerstraße. Nach dem Krieg war Bad Ems von 1918 bis 1929 unter französischer Besatzung. Archivbild: Stadtmuseum Bad Ems

Im Lehrerinnenheim in der Bad Emser Badhausstraße nähten Frauen Schuhe für die Soldaten. Das Gebäude steht auch heute noch. Archivbild: Stadtmuseum Bad Ems

Verwundete warten auf dem Bahnhofsplatz in Bad Ems. Millionen Menschen wurden im Krieg getötet oder verletzt. Archivbild: Stadtmuseum Bad Ems

Ein Schuldschein über 100 Mark, „verzinslich mit Fünf vom Hundert vom ersten Juli 1915 ab“. Archivbild: Stadtmuseum Bad Ems

Hermann Lehnhardt ist im Krieg gefallen. Ein Neffe Lehnhardts aus Bad Ems hat das Foto aufbewahrt. Archivbild: Stadtmuseum Bad Ems

Die Emser Kaiser-Wilhelm-Kirche steht auch heute noch an ihrem Platz. Sie wurde Zeuge, wie viele Züge mit Soldaten und Kriegsgerät damals an die Front aufbrachen. Archivbild: Stadtmuseum Bad Ems

In zahlreichen Hotels und Pensionen mietete die Armee Räume als Reservelazarette an. Diese Aufnahme wurde möglicherweise im Hotel Römerbad gemacht. Dort ist heute das Statistische Landesamt untergebracht. Archivbild: Stadtmuseum Bad Ems

Im Schützengraben bei Bapaume: DasBild stammt aus dem Nachlass des Cochemers Willi Hieronimi, der 1916 an der Westfront mit einer Glasplatten-Kamera Fotos machte. Er war Unteroffizier, zuletzt im 2. Maschinengewehr-Kompanie-Reserve-Infanterie-Regiment 100. Am 1. Juli 1916 fiel er mit 23 Jahren in den ersten Tagen der Somme-Schlacht bei Montauban.

Foto: Archiv Petra Lambertz

In weitem Bogen zieht sich ein teilweise rekonstruierter französischer Schützengraben in Bois Brûle bei Apremont-la-Forêt nahe Verdun in Nordfrankreich durch den Wald.

dpa

Gasmasken gehören im Ersten Weltkrieg zur Standardausrüstung der Soldaten. Die chemischen Kampfstoffe entwickeln sich zum Schrecken der Männer in den Schützengräben. Hunderttausende fallen ihnen zum Opfer.

Foto: dpa

Der Erste Weltkrieg brachte viel Leid über die Menscheit.

Foto: dpa

Das Maschinengewehr wird ab 1914 zu einer der gefürchtetsten Waffen.

Höhlenmenschen: Georg Joseph Preußer aus Güls (rechts) in einem Unterstand an der Westfront. Das Foto datiert vom 7. August 1917.

In einem Tagebuch hat der Gülser Landwirt Georg Joseph Preußer die Schrecken des Ersten Weltkrieges festgehalten. Erst fast 100 Jahre später wird das Zeitdokument entdeckt.

Sein Kriegstagebuch ist Georg Joseph Preußers Vermächtnis.

Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg besuchte in Bad Kreuznach auch die Kriegsversehrten und sprach ihnen Mut zu. Der Dank des Vaterlandes überdauerte den Krieg allerdings in den meisten Fällen nicht.

Foto: Stadtarchiv Bad Kreuznach

Der Industrie fehlten Millionen Arbeitskräfte. Frauen mussten härteste körperliche Arbeit verrichten. Stadtarchivarin Franziska Blum-Gabelmann hat allerdings keine Informationen zu diesem Foto und ist für Hinweise dankbar.

Foto: Stadtarchiv Bad Kreuznach

Nicht mehr als 90 Gramm Fett pro Woche, und die auch nur auf Bezugsschein: Der Krieg machte Rationierungen und eine Fettverordnung nötig. Quelle: Stadtarchiv Bad Kreuznach

Auch im Krieg hat alles seine Ordnung. Ratgeber wie dieser des Roten Kreuzes klären die Angehörigen der Kriegsteilnehmer über ihre Rechte und Ansprüche auf.

Foto: Stadtarchiv Bad Kreuznach

Orden.

Jacob Conrad aus Seibersbach als Gardist in Berlin-Charlottenburg bei den „Langen Kerls“. Seine Erlebnisse an der Front schrieb er im Tagebuch nieder. Quelle: Dieter Pferdekamp

Das alte Tagebuch erzählt aus der Zeit vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg. Quelle: Dieter Pferdekamp

Frontsoldat Jakob Conrad war Vater einer jungen Familie. Die Mutter des Einsenders war die Zweitälteste und 1913 geboren. Der kleine Jakob junior (rechts) fiel im Zweiten Weltkrieg am Tag vor Heiligabend 1943 in Weißrussland. Quelle: Dieter Pferdekamp

Jakob Conrad mit seiner Familie zwischen den beiden Weltkriegen. Quelle: Dieter Pferdekamp

Langenlonsheim im Kriegssommer 1915. Der Landwirt Konrad Lorenz, seine Frau Maria (beide sitzend) und Tochter Elise lassen sich vor ihrem Hoftor zusammen mit einem Trupp blutjunger Soldaten ablichten, die wenige Meter entfernt am gegenüberliegenden Bahnhof stationiert sind. Elise Lorenz wird im Jahr 1932 den ehemaligen Ulanen Wilhelm Bähr heiraten. Der Hof, auf dem die Aufnahme entstand, ist das heutige Weingut Steffen Bähr.

Foto: Familie Bähr

Bähr auf einem Ausweis der französischen Besatzungsmacht wie ihn nach dem Krieg alle Deutschen ab 12 Jahre mit sich zu führen hatten.

stadtarchiv

Wilhelm Bähr wuchs mit Pferden auf: Das Bild zeigt ihn mit seinem Bruder Jakob (links) und einem Arbeitspferd auf dem Hof der Eltern. Beim Ulanen-Regiment „Großherzog Friedrich von Baden“ (Rheinisches) Nr. 7 in Saarbrücken, in dem er ab 1912 diente, kam ihm seine Pferdeerfahrung zugute.

frei

Heiligabend an der Front: Unter freiem Himmel wärmen sich deutsche Soldaten an einem Feuer. Ihre Gedanken an ein besinnliches Weihnachtsfest gehen in Rauch auf, wie diese Weihnachtskarte aus dem Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) zeigt. Quelle: Hunsrück-Museum

Ein Truppführer mit einem Fernglas in der Hand kauert 1915 mit seinen Soldaten an einem Waldrand an der Westfront. Das Wort „Fernglas“ erscheint 1915 zum ersten Mal im Duden.

dpa

Ein Postkartenmotiv aus dem Ersten Weltkrieg. Deutsche Soldaten im Schützengraben. Quelle: Hunsrück-Museum

Eine Frau an vorderster Front: Paula Jung kümmerte sich im Ersten Weltkrieg im Lazarett um verwundete Soldaten.

Mit ihren oft hastig geschriebenen Karten wollte Paula Jung die Familie nicht beunruhigen – die Gräuel des Krieges schilderte sie nicht.

Die Fotos von der Front vermittelten nicht immer die Realität.

Aus den prächtigen Kurhotels von Bad Neuenahr wurden während des Ersten Weltkriegs Lazarette. Das Foto zeigt das Reservelazarett Concordia.

honorarfrei

Das Reservelazarett von Bad Neuenahr nahm viele verwundete Soldaten auf.

Amerikanische Truppen 1919 im Kurpark von Bad Neuenahr.

Der Rückzug 1918: Auf der Wilhelmsbrücke in Höhe des St. Marienwörth erhalten durchmarschierende deutsche Truppen von der Bevölkerung „Liebesgaben“. Alles Essbare war sehr willkommen. Quelle: Stadtarchiv Bad Kreuznach / Nachlass Gampper

Nach Kriegsende musste die Festung Mainz geräumt werden. Das Foto zeigt das Verladen der Gewehre aus dem Zeughaus am 23. November 1918.

Stadtarchiv Mainz

Frauen arbeiten in der zum Waffenhersteller umgerüsteten Metallwarenfabrik Louis Busch im Mainzer Industriegebiet.

Stadtarchiv Mainz

Auf der Pfingstwiese feiert Bad Kreuznach heute seinen Jahrmarkt. Im Kriegswinter 1917 wurden hier den Generälen des Großen Hauptquartiers Panzer vorgeführt. Die erlaubten seinerzeit nur Schrittgeschwindigkeit. Viele führende Militärs waren skeptisch, ob sich die Technik durchsetzt.

Stadtarchiv Bad Kreuznach

Paul von Hindenburg mit Familie beim Nachmittagskaffee in der heutigen Kreisverwaltung, Salinenstraße 47 (von links): sein Adjutant und Schwiegersohn Rittmeister Christian von Pentz, Tochter Annemarie von Pentz, Gertrud von Hindenburg und die Tochter Irmengard von Brockhusen.

Stadtarchiv Bad Kreuznach

Während im Kurpark deutsche Spitzenmilitärs am Sieg arbeiten, müssen diese russischen Kriegsgefangenen die Straßen der Kurstadt sauber halten.

Stadtarchiv Bad Kreuznach

Nur wenige Meter vom Großen Hauptquartier im Kurpark entfernt pulsiert in Bad Kreuznach auch im Kriegsjahr 1917 auf dem Bismarckplatz, dem heutigen Kornmarkt, das Leben. Fotos: Stadtarchiv Bad Kreuznach

Stadtarchiv Bad Kreuznach

Ob Bilder von Verwundeten, Propagandakarikaturen oder Handzeichnungen: Ganz unterschiedliche Motive schickten Menschen aus der Region von ihren Einsätzen im Krieg in die Heimat. Offizielle Todesnachrichten begleiteten mitunter Fotos von einem Grab. Die Motive haben RZ-Leser über Jahrzehnte aufgehoben.

Ein Wandteller zeigt Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg.

Krüge waren beliebte Erinnerungen an die militärische Ausbildungszeit.

Foto: Röder-Moldenhauer

Ob Bilder von Verwundeten, Propagandakarikaturen oder Handzeichnungen: Ganz unterschiedliche Motive schickten Menschen aus der Region von ihren Einsätzen im Krieg in die Heimat. Offizielle Todesnachrichten begleiteten mitunter Fotos von einem Grab. Die Motive haben RZ-Leser über Jahrzehnte aufgehoben.

Ein altes Propaganda-Plakat.

Ob Bilder von Verwundeten, Propagandakarikaturen oder Handzeichnungen: Ganz unterschiedliche Motive schickten Menschen aus der Region von ihren Einsätzen im Krieg in die Heimat. Offizielle Todesnachrichten begleiteten mitunter Fotos von einem Grab. Die Motive haben RZ-Leser über Jahrzehnte aufgehoben.

Auch Franz Ferdinand war bei seiner Geburt nicht als Kaiser vorgesehen. Als er am 18. Dezember 1863 in Graz zur Welt kam, stand er auf Platz vier der Thronfolge: Vor ihm rangierten Kronprinz Rudolf und die beiden Brüder von Kaiser Franz Josef: sein eigener Vater Erzherzog Carl Ludwig und Erzherzog Ferdinand Maximilian. Doch erst wurde Letzterer als Kaiser von Mexiko hingerichtet, dann nahm sich der Kronprinz 1889 selbst das Leben. Und als Vater Carl Ludwig bei einer Pilgerreise entgegen ausdrücklichen Warnungen verdrecktes Wasser aus dem Jordan trank und an den Folgen der daraus resultierenden Infektion starb, stand Franz Ferdinand plötzlich an der Spitze der Thronfolge.

Erzogen worden war er dafür nicht. Im Alter von nur sieben Jahren verlor Franz Ferdinand seine Mutter, worauf manche Historiker den schwierigen Charakter des späteren Thronfolgers zurückführten. Intellektuell war er ein Spätentwickler mit einem ausgesprochenen Antitalent für Fremdsprachen. Auch für Mathematik und Philosophie hatte er wenig Begabung. Stattdessen spielte Religion eine große Rolle. Sowohl Erzherzog Carl Ludwig als auch seine (dritte) Frau Maria Theresia von Portugal galten als bigott. Das übertrug sich auf ihren Sohn, dessen politische Einstellungen durch seinen tiefen Katholizismus stark beeinflusst waren.

Reaktionär und konservativ

In seinem Programm für den Thronwechsel hatte er als künftigen Herrschernamen nicht Franz Ferdinand I., sondern Franz II. vorgesehen. Das lässt darauf schließen, dass er sich in der Nachfolge des reaktionär-konservativen Kaisers Franz I. sah, dessen Herrschaftsvorstellungen auf dem Gottesgnadentum basierten. Dazu passt, dass es ihm ziemlich gleichgültig war, was die Öffentlichkeit von ihm hielt. Eine völlig andere Haltung als beispielsweise beim deutschen Kaiser Wilhelm II., mit dem ihn auch auf privater Ebene ein sehr gutes, ja freundschaftliches Verhältnis verband.

Überhaupt lag ihm viel an der Monarchensolidarität: Mit Englands König George V. kam er insgesamt gut aus, erst recht galt das für Zar Nikolas II., auch wenn er diesen „vom Panslawismus umnebelt“ sah. Aber Franz Ferdinand wird insgesamt als russophil beschrieben.

Frankreich mochte er dagegen nicht, und gegen Italien verspürte er eine tiefe Abneigung. Vor allem aber hegte er eine tiefe Antipathie gegen die Ungarn. Die Feindschaft gegen die zweite staatstragende Nation war auch unter den Zeitgenossen kein Geheimnis, genauso seine Ablehnung jeglicher demokratischen Tendenzen. Franz Ferdinand fürchtete sozialistische Bestrebungen und war auch von Antisemitismus nicht frei. So kommt der französische Historiker Jean-Paul Bled in seiner Biografie des Thronfolgers schließlich zu dem Fazit, dass Franz Ferdinand „bei der Ausübung seiner Macht seine charakterlichen Defizite hätte überwinden müssen“.

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Archivierter Artikel vom 27.06.2014, 08:39 Uhr