Archivierter Artikel vom 01.12.2011, 06:00 Uhr
Berlin

Rechte Waffenlager ausgehoben

Deutsche Behörden haben in den vergangenen zwei Jahren mehr als 800 Waffen bei Rechtsextremisten sichergestellt. Das gehe aus einer aktuellen Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, wie die „Berliner Zeitung“ berichtet.

Von der Pistole über den Weltkriegskarabiner bis zur Armbrust: Aus den Arsenalen der Rechten wurden in den vergangenen Jahren Hunderte Waffen beschlagnahmt.
Foto: dpa
Von der Pistole über den Weltkriegskarabiner bis zur Armbrust: Aus den Arsenalen der Rechten wurden in den vergangenen Jahren Hunderte Waffen beschlagnahmt.
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Berlin – Deutsche Behörden haben in den vergangenen zwei Jahren mehr als 800 Waffen bei Rechtsextremisten sichergestellt. Das gehe aus einer aktuellen Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, wie die „Berliner Zeitung“ berichtet.

Danach wurden dem Bundeskriminalamt 2009 und 2010 insgesamt 811 Waffenfunde aus dem Bereich der rechtsextrem motivierten Kriminalität gemeldet. Darunter sind 15 Faustfeuerwaffen, 16 Langwaffen und sogar 8 Kriegswaffen gewesen. Zudem hat die Polizei in diesem Zeitraum bei rechtsextremen Gruppierungen 40 Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden, 331 Hieb- und Stichwaffen sowie 210 Reizgaswaffen wie etwa Pfeffersprays.

„Immer mehr Waffenfunde bei Neofaschisten beweisen, dass die militante Rechte massiv aufrüstet“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke. „Erschreckend ist insbesondere die stark angestiegene Zahl von Schusswaffenfunden.“ Jelpke forderte, dass Neonazis nun auch der Zugang zu legalen Waffen, wie er etwa über die Mitgliedschaft in Reservistenvereinigungen und Schützenverbänden möglich ist, abgeschnitten werden muss.

Auch organisatorisch rüsten die Rechtsextremen offenbar auf: Im Bereich der rechtsextrem motivierten Kriminalität sind laut Bundesinnenministerium seit 2001 elf Fälle von kriminellen Vereinigungen und acht Fälle von terroristischen Vereinigungen registriert, heißt es in dem Zeitungsbericht. Nach einer Statistik der Bundesanwaltschaft werden seit dem Jahr 2001 gegen 13 Gruppierungen Verfahren wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung geführt.