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RZ-Kommentar: Gebeutelten Händlern entgegenkommen

Thomas Brost zur Marktstraße:

Die Stadt hat es gut gemeint: Endlich sollte der Flickenteppich in der Marktstraße verschwinden, die Fußgängerzone auch für Passanten mit Gehproblemen barrierefrei begehbar sein. Gleichzeitig verfolgte man das Ziel, das Areal aufzuwerten. Über Kunst darf man streiten, ob es jetzt schöner aussieht als früher, liegt im Auge des Betrachters. Ein weiteres Entgegenkommen: Ausbaubeiträge sind keine zu zahlen. Alles gut gemeint, wie gesagt. Was sich entwickelt hat, ist ein Bauchaos. Fristen wurden nicht eingehalten, die Qualität der Arbeiten wird angezweifelt. Die Marktstraße erstickte wochenlang in Lärm und Staub. Ob dieses miserable Baumanagement nur der Firma anzulasten ist? Nicht wenige werfen der Stadt mangelnde Bauaufsicht in der heißen Phase vor. Und das alles auf dem Rücken der Gewerbetreibenden, die der Stadt (überwiegend) treu und brav Gewerbesteuer in den Stadtsäckel spülen. Dass die Stadtspitze Verzögerungen jetzt „sehr bedauert“, ist nachvollziehbar. Aber es hätte der Verwaltung besser zu Gesicht gestanden, das peinliche Schweigen früher zu beenden und mit den Betroffenen offen zu reden. Vielleicht auch darüber, ob etwaige Regressgelder jetzt dem gebeutelten Handel direkt zugutekommen können.

E-Mail: thomas.brost@rhein-zeitung.net

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