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    Weitere Stimmen von Muslimen

    Die öffentliche Debatte über den liberalen Islam wird vor allem von Islamwissenschaftlern und Autoren geprägt. Die wichtigsten:

    Foto: picture alliance

    Als einer der bekanntesten liberalen islamischen Theologen gilt Mouhanad Khorchide (45). Khorchide vertritt einen aufgeklärten, modernen Islam und äußert sich regelmäßig öffentlich zu Themen wie Islamismus und Integration. Als Kind palästinensischer Eltern in Saudi Arabien aufgewachsen, studierte er in Wien und Beirut Islamische Theologie und Soziologie und arbeitete zeitweise auch als Imam. Seit 2013 leitet er das Zentrum für Islamische Theologie und ist Professor für Islamische Religionspädagogik an der Uni Münster. Am Zentrum für Islamische Theologie in Münster werden neben Religionslehrern auch Imame für die muslimischen Gemeinden ausgebildet. Khorchides Institut ist eines von vier Islamzentren in Deutschland. Konservative muslimische Verbände übten massiv Druck auf Khorchide aus und forderten eine „personelle und thematische Neuausrichtung“ des Instituts.

    Foto: picture alliance

    Der in Siegen geborene Schriftsteller Navid Kermani (49) schaltet sich immer wieder in gesellschaftlichen Debatten ein – zuletzt in der Flüchtlingsdebatte. Kermanis Eltern stammen aus dem Iran, er studierte Orientalistik, Philosophie und Theaterwissenschaft. Sein Name wurde unter anderem als möglicher Bundespräsidentenkandidat gehandelt. Er erhielt unter anderen den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und gilt als besonnener Mahner. Mit Kermani hätten „Religionsfragen wieder Einzug in deutsche Feuilletondebatten gehalten, „und zwar auf einem Niveau oberhalb routinierter Tabuverletzungen“, schrieb die „FAZ“.

    Foto: picture alliance



    Foto: picture alliance
    Katajun Amirpur (geboren 1971) widmet sich in ihren Arbeiten regelmäßig den Reformern im Islam. Sie gilt zudem als wichtigste Vertreterin des islamischen Feminismus in Deutschland. Amirpur studierte Islamwissenschaft und Politologie an der Universität Bonn. Außerdem studierte sie anderthalb Jahre lang schiitische Theologie in Teheran. 2011 wurde sie in Hamburg als erste deutsche Professorin auf einem Lehrstuhl für Islamische Studien. „Ich kann dazu beitragen, dass der gelebte Islam deutlich offener, toleranter, reform-orientierter wird“, sagt die Islamwissenschaftlerin damals der „taz“. Sie ist mit Navid Kermani verheiratet.

    Foto: picture alliance


    Der ägyptisch-deutsche Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad (45) ist als Islamkritiker nicht unumstritten. Er lehrte und forschte bis Ende 2009 am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Seine Urteile sind oft provokant und wenig vermittelnd und werden von liberalen Theologen nicht immer geteilt. Er setzte die Muslimbruderschaft mit Faschismus gleich, den ägyptischen Militärputsch bezeichnete er als „Geiselbefreiungsaktion“. In dem Buch „Mohamed – Eine Abrechnung“ beschreibt er den Propheten als Tyrannen. Er sieht die Terrormiliz Islamischer Staat als Folge der Lehre Mohammeds. Das Portal Qantara bezeichnete ihn einst als den „Bushido unter den Islamkritikern.“

    Foto: dpa


    Der Psychoanalytiker Ahmad Mansour (40) hat sich vor allem in den vergangenen Jahren in der Debatte über Radikalisierung einen Namen gemacht. Er ist arabischer Israeli und sagt von sich selbst, dass er geläuterte Islamist ist. Er arbeitet unter anderem für die angesehene Berliner „Beratungsstelle gegen Radikalisierung“ Hayat und warnt vor antisemitischen Tendenzen. Er wirft der Politik vor, das Thema Radikalisierung zu lange verharmlost zu haben. Für ihn ist die Sexualunterdrückung eine der wesentlichen Gründe für die Radikalisierung jugendlicher Moslems.




    Layma Kaddor
    (1978), Gründungsvorsitzende des Liberal-Islamischen Bund (LIB) , ist die vielleicht bekannteste Streiterin für einen liberalen Islam. Die Religionspädagogin polarisiert mit ihren Beiträgen Rechtspopulisten und Islamisten gleichermaßen. Dass mehrere ihrer Schüler in den Dschihad zogen, hat sie in ihrer Antiradikalisierungsarbeit geprägt. Seit ihrem jüngsten Buch „Zerreißprobe“ erhält sie Morddrohungen, anschließend quittierte sie den Schuldienst. Derzeit ist Kaddor Vorstandsmitglied im LIB. Nushin Atmaca ist Vorsitzende des Vereins.

    Jung, liberal, Muslima – geht das? Ein Gespräch mit der Bendorferin Annika Mehmeti
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