Archivierter Artikel vom 30.12.2016, 08:19 Uhr
Simmern

Volltreffer ins Wasserrohr

Ein Bohrunfall sorgt am 10. Oktober in Simmern für einen gigantischen Rohrbruch. Bei Arbeiten an einer neuen Glasfaserleitung wird eine massive Wasserleitung in Simmern getroffen, die einen Großeinsatz von Feuerwehr, THW und dem Wasserwerk der Verbandsgemeinde Simmern auslöst.

Einer extremen Herausforderung sahen sich die Mitarbeiter des THW, der Feuerwehr Simmern und d​er Verbandsgemeindewerke gegenüber. Der Rohrbruch in der Simmerbachaue am Montag (10.10.2016) hatte massive Folgen. Foto: Werner Dupuis​

Beim Verlegen von Rohren für Glasfaserkabel war es zu einem Unfall gekommen: Der Bohrer traf auf der rechten Seite der Brücke im Simmerbachtal aut ein großes Wasserrohr. Foto: Werner Dupuis​

Ein folgenschwerer Unfall, denn die getroffene Leitung ist ein zentrales Wasserrohr für die Stadt, das getroffene Rohr hat einen Durchmesser von 25 Zentimeter, und der Unfallort liegt an einer äußerst ungüngstigen Stelle und schießt mit einem Wasserdruck von 8 bar aus dem Loch. Foto: Werner Dupuis​

Schnell wird deutlich, dass Spezialisten nötig sind: Das THW Frankenthal mit viel Erfahrungen bei Deichbrüchen und Hochwassersituationen, rückt aus der Pfalz mit fünf Lastwagen voller Spezialgeräten an zum Einsatz am Simmerbach. Foto: Werner Dupuis​

Bis in die tiefe Nacht hinein wird neben dem Errichten eines Damms aus Sandsäcken mit Hochleistungspumpen daran gearbeitet, die Unfallstelle trocken zu legen. Stundenlang laufen die Pumpen, um die extremen Wassermengen von der entscheidenden Stelle ableiten zu können – jede Pumpe befördert 3,5 Kubikmeter Wasser pro Minute aus der betroffenen Stelle. Foto: Werner Dupuis

Die getroffene Leitung ist ein zentrales Wasserrohr für die Stadt, es hat einen Durchmesser von 25 Zentimeter, und der Unfallort liegt an einer äußerst ungünstigen Stelle. Die VG-Werke müssen die Leitung aus dem Netz nehmen. Zwei Stunden lang sind Hunderte Haushalte der Kreisstadt ohne Wasser. Die Arbeiten rund um den Austausch des Rohrs dauern die Nacht hindurch bis morgens um 5 Uhr. mehr dazu

Hier die ganze Aktion in einer Fotodokumentation:

Gegen 12.30 Uhr geben am Montag Mitarbeiter einer Spezialfirma für Sonderbohrungen Alarm. Parallel zu einer Brücke im Simmerbachtal ist es oberhalb des Rottmannparks zu einem Unfall gekommen. Eigentlich wollten die Spezialisten eine Bohrung zur Verlegung eines Glasfaserkabels fürs schnelle Internet vornehmen. Doch die Bohrung gelingt nicht wie erhofft, statt vom Startpunkt der Bohrung aus gesehen links der Brücke über den Simmerbach driftet der Bohrer nach rechts ab und trifft auf der rechten Seite der Brücke in ein massives Leitungsrohr.

Werner Dupuis

Mitarbeiter der Verbandsgemeindewerke erkennen sofort, dass es sich um einen folgenschweren Unfall handelt, denn die getroffene Leitung ist ein zentrales Wasserrohr für die Stadt, es hat einen Durchmesser von 25 Zentimeter, und der Unfallort liegt an einer äußerst ungünstigen Stelle. Das Team der VG-Werke um Leif Lorscheider erläutert, dass das Rohr an einer der tiefstgelegenen Stellen im Leitungsnetz getroffen ist, hier herrscht ein Wasserdruck von etwa 8 Bar.

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Entsprechend heftig schießt das Wasser aus der zerstörten Leitung heraus. Sand wird aus dem Umfeld des Rohrs herausgepresst, der Wasseraustritt ist so massiv, dass die VG-Werke schnellstmöglich die Leitung schließen müssen. Lorscheider erklärt, dass mehr als 150 Kubikmeter Wasser innerhalb von nur 20 Minuten aus dem Leck ausgetreten sind. Entsprechend wichtig ist es, dass die VG-Werke die Leitung aus dem Netz nehmen. Die Folge ist, dass für rund zwei Stunden Hunderte Haushalte im Bereich der Enkelwies, der Koblenzer Straße und den nahe liegenden Wohngebieten ohne Wasser sind.

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Im Eilverfahren stellen die Mitarbeiter der VG das Versorgungssystem innerhalb des innerstädtischen Ringnetzes um, sodass alle Haushalte wieder versorgt sind – aber dies dauert etwas, und es kommt zu einem Druckabfall und zu Trübungen des Wassers. Die Feuerwehr Simmern nimmt ebenso wie das Simmerner THW die Unfallstelle in Augenschein, doch es wird schnell deutlich, dass hier neben den bewährten örtlichen Kräften weitere Spezialisten nötig sind. Einsatzkräfte des THW Frankenthal werden angefordert, die als Fachgruppe Wasser und Pumpen langjährige Erfahrungen mit Deichbrüchen und Hochwassersituationen haben. Mit fünf Lastwagen voller Spezialgeräten angereist, beginnen die Frankenthaler Experten um 19 Uhr ihren Einsatz am Simmerbach.

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Bis in die tiefe Nacht hinein wird neben dem Errichten eines Damms aus Sandsäcken mit Hochleistungspumpen daran gearbeitet, die Unfallstelle trocken zu legen.

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Die Einsatzstelle liegt ungünstig eng.

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Bewuchs stört.

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Die Maschinen brauchen festen Stand.

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Absperrung ist zunächst das A und O.

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Doch die Einsatzkräfte kennen ihr Material...

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...und sind gut ausgestattet.

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Hand in Hand geht es voran.

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Stundenlang laufen die Pumpen.

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Die extremen Wassermengen müssen von der entscheidenden Stelle abgeleitet werden.

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Jede Pumpe befördert 3,5 Kubikmeter Wasser pro Minute aus der betroffenen Stelle.

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Immer wieder werden BigPacks installiert.

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Die Arbeiten gehen Hand in Hand.

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Die Nacht von Montag auf Dienstag ist für die Einsatzkräfte im Wasser nicht nur nass,...

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...sondern auch riskant...

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...und kalt.

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Die Aufgabe gestaltet sich deshalb als schwierig, weil das getroffene Rohr gut 1,50 Meter unterhalb des Betts des Simmerbachs liegt.

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Die Stelle muss trocken und gesichert sein – ebenso wie die Arbeitenden.

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Erst dann muss können überhaupt Arbeiten an der Leitung beginnen.

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Kurz vor Mitternacht scheint es so, als wäre die Leitung frei gebaggert.

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Aber immer wieder bricht Wasser durch den aufgebauten Deich und behindert die Arbeiten.

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Mit weiteren 1,2 Tonnen schweren, mit Sand gefüllten „Bigpacks“, Kunststofffolien und Gitterboxen, die in den Damm integriert werden, ist gegen 1 Uhr das Sperrwerk soweit abgedichtet.

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Das beschädigte Rohr der Trinkwasserleitung kann endlich freigelegt werden. Die Reparaturarbeiten können von Mitarbeitern der Wasserwerke begonnen werden.

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Vorsorglich werden aus Gemünden zur Sicherung des Dammes weitere Paletten mit Sandsäcken geholt und eingebaut.

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Gegen 3 Uhr ist auch das Rohr vor Ort, das anstelle des zerstörten in die Wasserleitung eingebaut wird.

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Um 5 Uhr wird die Montage erfolgreich abgeschlossen. Tests beweisen: Die Wasserleitung ist dicht. Als letztes fahren die Simmerner THW-Leute ihre Lichtmasten ein.

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Letzter Auftritt: Das angebohrte Rohr, dass für den Großeinsatz sorgte.

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