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Eine Hochdruckleitung wird gebaut

Der Entstehungsgeschichte des Hauswasserleitungsbaus ist in den Ausgaben der damaligen Zeitung „Kreisblatt für den Kreis Westerburg“ gut dokumentiert. In den 1890er-Jahren versagten die Laufbrunnen immer häufiger ihre Dienste, und erste Überlegungen zur Einführung einer Hochdruckwasserleitung wurden angestellt.

Eine alte Ansicht mit Brunnen.
Eine alte Ansicht mit Brunnen.

In einigen Sitzungen des Gemeindeparlaments wurde das Für und Wider einer „Hochdruckwasserleitung“ abgewogen. Laut Kreisblatt lehnte zunächst ein großer Teil der Bevölkerung die geplante neue Wasserversorgung ab. Nach einer Ausschreibung des Wasserversorgungsprojekts für Westerburg trat man dem Angebot der Firma Pause aus Wetzlar näher. Ingenieur Pause trug in einer Stadtverordnetensitzung seinen Kostenanschlag mündlich vor. Am 2. September 1901 beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Bau einer neuen Wasserversorgungsanlage mit Anschluss jedes Hausanwesens. Das Ingenieurbüro aus Wetzlar erhielt den Zuschlag für ein Angebot von 61.500 Mark. Den Hausbesitzern wurde es freigestellt, von wem sie ihre Hausanschlüsse innerhalb der Gebäude herstellen ließen, es waren aber bestimmte Qualitätsstandards einzuhalten, insbesondere waren Bleirohre verboten. Das hier in zwei Teilen vorhandene Rohr hatte ursprünglich die Länge von 750 Millimetern. Das Material bestand innen und außen aus gebranntem, glasiertem Ton in grau-blau. Der Innendurchmesser betrug 60 Millimeter, der Außendurchmesser 90 Millimeter, die Wandung 15 Millimeter. An der Muffe hat man das Rohr offenbar mit einer Dichtungsmasse auf Bitumenbasis abgedichtet. Schon im Mai 1902 versteigerte der Magistrat die nicht mehr benötigten Laufbrunnenstöcke und die Brunnentröge. Am 8. September 1902 wurde die neu erbaute Hochdruckwasserleitung von Behördenvertretern offiziell abgenommen. Anscheinend war man mit der Baufirma sehr zufrieden, doch gab es einige Jahre nach Errichtung der Wasserversorgungsanlage Probleme mit Wassermenge und -druck. Hier schildert ein anonymer Bürger unter dem Pseudonym „Einer für Viele“ in der Kreisblattausgabe 62 des Jahres 1912 die Probleme bei der Wasserversorgung. So wie der Briefschreiber schreibt, hat es wohl auf dem Schloss keine Wasserversorgungsprobleme gegeben, möglicherweise, weil es noch von der gräflichen Wasserleitung aus dem Forst versorgt wurde. Erst im Oktober 1925 wurde von der Schlossverwaltung der Antrag auf Anschluss an die städtische Wasserversorgung gestellt. Die öffentliche Diskussion führte dazu, dass man anscheinend auch neue Quellen erschloss.

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