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Grimma/Dresden

VC Neuwied kommt dem Klassenverbleib näher

Jörg Linnig

Die Deichstadtvolleys des VC Neuwied haben den angestrebten Erfolg in einem ihrer beiden Spiele des Wochenendes in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd der Frauen eingefahren. Nach der glatten 0:3 (18:25, 17:25, 22:25)-Niederlage beim VV Grimma am Samstagabend gab es am Sonntagnachmittag beim Tabellenvorletzten VC Olympia Dresden den dringend benötigten Erfolg, um nicht ganz tief in den Abstiegskampf hineingezogen zu werden.

Die Deichstadtvolleys, hier Jana Schäbitz (von links), Lena Overländer, Lilli Werscheck, Jule Hellmann und Sarah Kamarah, setzten die taktischen Anweisungen ihres Trainer Bernd Werscheck (hockend) beim Spiel in Dresden auf dem Spielfeld erfolgreich um. Foto: Jörg Niebergall/RZ-Archiv
Die Deichstadtvolleys, hier Jana Schäbitz (von links), Lena Overländer, Lilli Werscheck, Jule Hellmann und Sarah Kamarah, setzten die taktischen Anweisungen ihres Trainer Bernd Werscheck (hockend) beim Spiel in Dresden auf dem Spielfeld erfolgreich um.
Foto: Jörg Niebergall/RZ-Archiv

Neuwied gewann nach knapp zwei Stunden Spielzeit knapp mit 3:1 (25:23, 25:19, 22:25, 25:22). Es war der fünfte Saisonsieg für die Deichstadtvolleys in ihrer dritten Zweitligasaison.

„Wir haben unsere Lektion von Grimma gelernt, sind in Dresden viel mutiger an unsere Aufgabe herangegangen und haben in einem für uns richtungsweisenden Spiel sehr gut gespielt“, sagte Neuwieds Trainer Bernd Werscheck nach dem Spielende am Sonntag. Ein Sonderlob verteilte der Coach an Maike Henning: „Für sie war es eine besondere Situation, sie hat eine richtig gute Leistung gezeigt.“

Auf der jungen Spielerin selbst, die zweieinhalb Jahre lang im Internat in Dresden gelebt und für den VC Olympia Dresden in der 2. Bundesliga Süd gespielt hat, lastete ein besonderer Druck. „Ich glaube, dass war heute mein bisher bestes Spiel. Ich war schon ziemlich aufgeregt, es war etwas Besonderes, wieder in der Halle zu spielen, in der ich lange Zeit fast täglich trainiert und gespielt habe“, sagte die 18-Jährige. Unter den knapp 100 Zuschauern waren einige Freunde und auch frühere Lehrer der Neuwieder Diagonalangreiferin gewesen.

Dass es in Grimma nicht wenigstens zu einem knapperen Ergebnis reichte, lag daran, dass die die Gastgeberinnen strukturierter und technisch versierter spielten als die Neuwiederinnen. Gleich nach der Begegnung brachte es Neuwieds Trainer Bernd Werscheck in seinem Resümee auf den Punkt: „Grimma hat heute verdient gewonnen, weil wir zu schwach waren.“

Neuwied trat in Grimma ohne Libera an und kam denkbar schlecht ins Spiel. Leichte Fehler und eine unstabile Annahme verunsicherten den VCN. Die Gastgeberinnen nutzten das sofort aus. Nachdem die Gäste im ersten Satz zum 10:10 ausgeglichen hatten, waren sie plötzlich total von der Rolle und machten bis zum 21:11 für Grimma nur noch einen Punkt. Mit 25:18 war der Satz nach 22 Minuten Spielzeit weg.

Der gebrauchte Tag in Sachsen setzte sich nach anfänglicher Führung auch im zweiten Satz fort. Erneut besannen sich die Neuwiederinnen auf ihre eigentlichen Qualitäten, den Kampf um jeden Ball, blieben über 13:13 und 14:16 am Gegner dran und gewannen dann auch endlich mal einen langen Ballwechsel wie den zum 15:16. Diese gute Phase hielt allerdings nicht lange an. Auch der zweite Satz wurde klar verloren.

Als die Schiedsrichterinnen zu Beginn des dritten Spielabschnitts einen Aufstellungsfehler des VCN abpfiffen und Grimma den Punkt zusprachen, wirkte diese – nach Meinung der Gäste – Fehlentscheidung wie ein Weckruf für die Deichstadtvolleys. Lena Overländer antwortete im nächsten Ballwechsel mit einem harten Schmetterball, fortan zeigte sich auch das Spitzenteam Grimma verwundbar. Nun war wesentlich mehr Druck in den Neuwieder Angriffsaktionen, der VCN erspielte sich einen klaren Vorsprung, 16:10 und 18:12 hießen die Stationen.

Eine Aufschlagserie der erfahrenen VVG-Diagonalangreiferin Anika Boin brachte Grimma zurück in den Satz und ins Spiel. Ein wenig Glück für die Gastgeberinnen, gepaart mit mangelnder Konzentration auf Seiten des VCN ließ den sicher geglaubten dritten Durchgang und die damit verbundene Motivation für eine Wende im Spiel bei Neuwied dahinschmelzen.

Wieder mal war die in der Sommerpause 2017 neu zusammengestellte, junge Mannschaft aus Neuwied an einem erfahrenen, homogenen Gegner gescheitert. Bernd Werscheck, der im Hinblick auf die Begegnung am nächsten Tag gegen das Nachwuchsteam des Erstligisten Dresdener SC alle neun Spielerinnen einsetzte, forderte in der späteren Analyse viel mehr Härte, Entschlossenheit und Druck von seinen Spielerinnen.

Diese Eigenschaften brachten Bernd Werschecks Spielerinnen 18 Stunden später in Dresden dann von Beginn an aufs Feld. Angeführt von der an ihrer alten Wirkungsstätte bärenstark spielenden Diagonalangreiferin Maike Henning holte sich das VCN-Team den ersten Satz recht souverän, wenngleich das Ergebnis von 25:23 das nicht unbedingt widerspiegelte. Ein wichtiger Garant für den Gästesieg waren sehr druckvolle Angaben, die im ersten Satz in besonderer Qualität von Neuwieds Kapitänin Lea Schäbitz übers Netz flogen.

Im zweiten Durchgang spielten die Deichstadtvolleys mit sehr viel Selbstbewusstsein und nach dem Motto: Heute kann uns nichts passieren. Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass der VCN im dritten Abschnitt im Gefühl des bevorstehenden Siegs ein paar Prozent nachließ. Schnell lag Neuwied mit 2:7 zurück und lief diesem Rückstand ohne Erfolg hinterher. Doch als es im vierten Satz darauf ankam, ließen die Deichstadtvolleys nichts mehr anbrennen. Ausschlaggebend für den fünften Neuwieder Saisonsieg war neben den bekannten kämpferischen Qualitäten diesmal eine stabile Annahme bei den Deichstadtvolleys und durch die Bank gefährliche Aufschläge der Gästespielerinnen. Zum Schluss waren es gleich drei von Jule Hellmann, einer der Spielerinnen im VCN-Kader, die nicht zu den ersten Sechs gehören. Sie deutete in Dresden an, dass sie in der Zukunft den Konkurrenzkampf im Team weiter anheizen wird.

Aus Grimma und Dresden berichtet unser Mitarbeiter Jörg Linnig

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Volleyball

2. Bundesliga Süd Frauen

MTV Stuttgart II - SV Lohhof  0:3 VC Olympia Dresden - NawaRo Straubing  1:3 VV Grimma - VC Neuwied  3:0 Volleys TSV Sonthofen - VC Offenburg  0:3 VC Olympia Dresden - VC Neuwied  1:3 TG Bad Soden - Rote Raben Vilsbiburg II  0:3

 1. VC Printus Offenburg  11 30: 5 30  2. NawaRo Straubing  11 29:11 27  3. Rote Raben Vilsbiburg II  11 27:12 24  4. VV Grimma  11 25:16 22  5. Volleys TSV Sonthofen  11 21:22 18  6. VC Neuwied  12 17:27 13  7. SV Lohhof  11 18:25 12  8. MTV Stuttgart II  11 16:27 11  9. VC Olympia Dresden  12 14:32  6 10. TG Bad Soden  11 10:30  5

VV Grimma - VC Neuwied 3:0 (25:18, 25:17, 25:22)

VV Grimma: Julia Eckelmann, Peter, Schemel, Boin, Langguth, Ceschia, Maria Eckelmann, Kristin Stöckmann, Schnobl.

VC Neuwied: Kamarah, Jana Schäbitz, Werscheck, Overländer, Legcevic, Henning, Lea Schäbitz, Hoffmann, Hellmann.

Schiedsrichter: Tina Gäbler und Ines Rentzsch (beide Dresden).

Zuschauer: 270.

Spielfilm, 1. Satz: 3:1, 4:2, 5:3, 6:6, 9:7, 10:8, 18:10, 21:11, 22:13, 23:16, 24:17, 25:18. 2. Satz: 0:3, 1:4, 5:5, 8:6, 11:8, 12:11, 13:13, 14:14, 16:15, 18:16, 25:17. 3. Satz: 1:0, 3:5, 4:9, 5:10, 6:11, 7:12, 8:13, 10:14, 11:16, 17:18, 19:20, 20:21, 25:22.

VCO Dresden - VC Neuwied 1:3 (23:25, 19:25, 25:22, 22:25)

VC Olympia Dresden: Barthel, Nitsche, Liegert, Stemmler, Lieb, Strubbe,Nestler, Sina Stöckmann, Scholz, Kettenbach, Kömmling, Klause, Stauß.

VC Neuwied: Kamarah, Jana Schäbitz, Werscheck, Overländer, Lea Schäbitz, Henning, Legcevic, Hellmann, Hoffmann.

Schiedsrichter: David Stanitzki (Leipzig) und Marlen Albrecht (Braunsbedra). – Zuschauer: 87.

Spielfilm, 1. Satz: 3:0, 4:1, 5:5, 7:5, 12:12, 13:13, 14:14, 16:15, 17:16, 18:17, 19:19, 21:21, 23:22, 23:25. 2. Satz: 0:2, 1:5, 2:7, 4:10, 5:14, 6:15, 9:18, 11:19, 12:21, 16:22, 17:23, 19:25. 3. Satz: 1:0, 2:1, 7:2, 8:3, 9:5, 11:6, 13:9, 16:11, 17:14, 18:16, 22:18, 24:21, 25:22. 4. Satz: 2:2, 3:3, 4:5, 6:6, 7:7, 9:10, 10:11, 11:12, 13:14, 14:15, 15:17, 16:20, 18:22, 19:23, 20:24, 22:25.

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