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    NeuwiedGastgeber Neuwied und der neue Meister Offenburg feiern famoses Finale in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd

    Tanja Scheuer hatte schon vorher geheult. "Der Tag war tränenreich", gestand die Trainerin des VC Offenburg am Tag ihres größten Triumphes, "weil ich mir doch so sehr gewünscht habe, einmal ganz oben zu stehen." Als ihr Team sich mit dem 3:1 (13:25, 25:18, 25:20, 26:24)-Sieg zum Saisonfinale beim Tabellendritten VC Neuwied den ersehnten Meistertitel in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd gesichert hatte, da blieb die 41-Jährige "trocken".

    Doch die strahlenden Augen und die sprudelnden Worte verrieten, wie viel ihr dieser Erfolg bedeutet. "Vor zwei Jahren litt ich an einer schweren Depression", verriet sie Privates, "aber die VCO-Familie hat zusammengehalten und mir da herausgeholfen. Weil es bei uns nicht nur um Volleyball geht, sondern weil wir auch sonst eine tolle Gruppe sind, deshalb haben wir's verdient."

    Der Titelgewinn der Offenburger nach sechs Jahren Abstiegskampf ist die eine große Überraschung dieser Zweitligasaison, der dritte Platz des Aufsteigers VC Neuwied ist die zweite. "Wir waren angetreten, um den Klassenverbleib zu schaffen", resümierte der VCN-Vorsitzende Wolfgang Becker, "und plötzlich standen wir im oberen Drittel. Da wurde es manchem schwindelig."

    Mit ihrer Erfolgsserie und vor allem mit ihrer Heimstärke - nur zwei von zwölf Spielen in eigener Halle gingen verloren - haben die "Deichstadtvolleys" in den vergangenen Monaten einen regelrechten Boom ausgelöst. Die zum Teil noch zweistelligen Zuschauerzahlen in der Neuwieder Aufstiegssaison in der Drittligasaison 2014/2015 erreichten bald Marken von 200 bis 300, und beim "Endspiel" war die Sporthalle des Rhein-Wied-Gymnasiums mit 550 Besuchern pickepackevoll. Und das lag nicht allein an den rund 100 Offenburger Fans, die mit Fahnen, Klatschpappen und Sprechchören für mächtig Stimmung sorgten.

    Dass der neue Meister am Ende das einzige Team der Liga war, gegen den die Neuwiederinnen beide Spiele verloren, wurmte vor allem den VCN-Trainer Milan Kocian. "Ich wollte gern jeden Gegner schlagen, das ist uns leider nicht gelungen." Nach einem "perfekten ersten Satz" (Kocian) gerieten die Gastgeberinnen in einem höchst unterhaltsamen Spiel mit ausgedehnten Ballwechseln, spektakulären Abwehraktionen und variablen Angriffen auf beiden Seiten in den Sätzen zwei und drei zunehmend ins Hintertreffen und schossen sich auf scheinbar sicherem Weg in den Entscheidungssatz selbst ins Knie, als sie in Durchgang vier nach 17:8-Führung beim 24:21 kurz vor dem Satzgewinn standen und am Ende doch mit 24:26 verloren. "Das darf nicht passieren", merkte Kocian an, wollte an diesem besonderen Tag aber auch nicht zu kritisch sein: "Ich bin nicht enttäuscht", behauptete der Slowake, "wir haben ein gutes Spiel gemacht."

    Während die Gäste und ihre Fans die mitgebrachten Meister-T-Shirts auspackten und sich den in solchen Fällen üblichen Feierlichkeiten (Sekt, Blumen, "We are the Champions"-Gesänge) hingaben, schauten die Neuwieder Volleyballerinnen interessiert zu. Die Spielführerin Lea Schäbitz, nach erneut einwandfreier Leistung zu Recht zur besten VCN-Spielerin gekürt, verspürte jedoch keinen Neid: "Diese Saison war das für uns noch kein Thema, aber man möchte natürlich schon gern auch mal dahin kommen", räumte sie ein. Ihrer Mannschaft stehen ebenso wie den meisterlichen Offenburgern einige personelle Veränderungen bevor. Berufliche und private Belange haben für die "Freizeitprofis" natürlich Priorität; in den nächsten Wochen sollen die Weichen für die neue Spielzeit gestellt werden. "Dann wird man sehen, wer weiter macht", sagte Lea Schäbitz. Für sie selbst stellt sich diese Frage nicht: "Ich ja."

    In der neuen Saison wird es auch ein doppeltes Wiedersehen mit dem VC Offenburg geben. Denn der Meister hat schon früh auf einen Aufstieg verzichtet. "Die Mädels sind kritisch genug, um zu wissen, dass keine von ihnen in der Ersten Liga spielen würde", merkte Fritz Scheuer, Offenburgs Präsident seit 34 Jahren, an. "Vollprofis wie in Dresden können wir uns nicht leisten."

    Der familiäre Charakter seines Vereins, der in der kommenden Saison vier männliche und sieben weibliche Teams an den Start bringt, soll gewahrt bleiben. Verschärften Druck, den diesjährigen Erfolg zu wiederholen oder gar zu toppen, verspürt Trainerin Tanja Scheuer nicht: "Nächste Saison fängt wieder etwas Neues an." Und das wird auch in Neuwied nicht anders sein.

    VC Neuwied: Lea Schäbitz, Mitrengova, Krucovska, Maasewerd, Lukacova, Kamarah, Häger, Laura Hammes, Jana Schäbitz, Werscheck, Neumann, Hoffmann.

    VC Offenburg: Kreuzer, Ewald, Paulin, Schellenberger, Fried, Bähr, Solleder, Zorn, Horton, Buck, Haas, Erdtmann, Frei, Engelhardt.

    Schiedsrichter: Miriam Weickert, Miriam (Bingen) und Mathias Wenzel (Mainz).

    Zuschauer: 550 (ausverkauft).

    Spielfilm, 1. Satz: 1:0, 1:3, 5:4, 5:6, 9:6, 14:9, 19:12, 25:13. 2. Satz: 0:1, 2:2, 3:5, 5:5, 6:13, 9:17, 14:20, 17:24, 18:25. 3. Satz: 0:3, 2:8, 7:9, 7:14, 13:16, 13:19, 17:20, 19:23, 20:25. 4. Satz: 2:0, 7:5, 17:8, 17:14, 19:16, 21:17, 22:21, 24:21, 24:26.

    Von unserem Redakteur Stefan Kieffer

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