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    Bad Kreuznach

    KHC: Leuchten setzen Mädchen ins rechte Licht

    Schon als die letzten Sekunden auf der Hallenuhr hinunterliefen, flossen die ersten Tränen. Die Hockey-Mädchen A des TSV Mannheim konnten ihr Glück kaum fassen, Deutsche Meisterinnen zu werden. Nach der Schlusssirene sprangen und hüpften sie übers Feld, bildeten eine Traube, feierten per Welle mit ihren zahlreichen Fans - das volle Jubelprogramm eben. Die Bad Kreuznacher Konrad-Frey-Halle bildete den Schauplatz für den Triumph der Mannheimerinnen. Der Kreuznacher HC richtete bereits zum neunten Mal eine DM aus und kassierte jede Menge Komplimente.

    Auf dem Weg zum Titelgewinn: Eine Mannheimerin (rotes Trikot) spaziert im Finale der deutschen Meisterschaft durch die Alster-Reihen. Die Fans der Mannheimer hält es in der Bad Kreuznacher Konrad-Frey-Halle nicht auf ihren Sitzen.  Foto: Klaus Castor
    Auf dem Weg zum Titelgewinn: Eine Mannheimerin (rotes Trikot) spaziert im Finale der deutschen Meisterschaft durch die Alster-Reihen. Die Fans der Mannheimer hält es in der Bad Kreuznacher Konrad-Frey-Halle nicht auf ihren Sitzen.
    Foto: Klaus Castor

    "Die Stimmung ist einfach super. Das ist perfekt organisiert. Ein dickes Kompliment an den KHC", sagte stellvertretend für viele Gäste der Nachwuchs-Bundestrainer, Aditya Pasarakonda. Die Bad Kreuznacher Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer dachte bei ihrem Dankeschön vor allem an die vielen fleißigen Helfer hinter den Kulissen: "Von den KHC-Tapas bis zum Live-Ticker, es hat alles gepasst, und das ist keine Selbstverständlichkeit." Und Steffen Oberst, der Leiter des Olympiastützpunkts, sagte: "Zum neunten Mal Gastgeber, zum neunten Mal die Aufgabe toll gelöst."

    Stephan Rothländer, der Organisationsleiter des Kreuznacher HC, freute sich: "Es ist alles optimal gelaufen. Wenn die Gäste zufrieden sind, ist das natürlich schön für uns." Rothländer gab das Kompliment auch gleich weiter: "Mir hat imponiert, wie fair das Turnier abgelaufen ist. Zudem hat es uns sehr geholfen, dass der Landkreis in die Halle investiert hat. Die neue Beleuchtungsanlage, die erst eine Woche vor der DM fertig geworden ist, ist ausgezeichnet." In einer Hallenhälfte war es früher meist etwas dunkel gewesen, doch das gehört der Vergangenheit an. Jeder Zipfel ist nun gut ausgeleuchtet, und die Beleuchtung setzte die Mädchen A bei der DM ins rechte Licht.

    "Vor einigen Jahren haben wir schon einmal die DM der Mädchen A ausgerichtet. Ich bin positiv überrascht, welche Entwicklung das Niveau seitdem genommen hat. Das gilt vor allem für die Athletik der Mädchen, aber auch für die technischen Fertigkeiten", lobte Rothländer, und Bundestrainer Pasarakonda ergänzte: "Das Niveau war sehr ordentlich. Das lag auch daran, dass die Spiele sehr ausgeglichen verlaufen sind, die Halbfinals beispielsweise waren sehr stark." Zwei gute Beispiele für die hohe Leistungsdichte in Deutschland gab es: Der Nordost-Meister reist oft als Favorit zur DM, doch der Berliner HC belegte in Bad Kreuznach nur den achten und damit letzten Platz. Das positive Gegenstück: Der Club an der Alster aus Hamburg war vor zwei Wochen im Nordosten nur Dritter geworden und eigentlich schon froh über die DM-Qualifikation. Doch an der Nahe lief es vom ersten Spiel an wie am Schnürchen. Die Erfolgsspur führte schließlich bis ins Finale.

    Dort allerdings war der TSV Mannheim eine Nummer zu groß. "Die Mannheimerinnen haben am besten verteidigt und sich deshalb verdient den Titel geholt", urteilte Pasarakonda. Sein Kollege auf der Mannheimer Bank, Carsten Müller, war ein stiller Genießer, zog sich nach dem 2:0-Sieg zurück, während sein Team jubelte. "Ich kann eigentlich nichts sagen, ich bin innerlich völlig leer", erklärte er nach seinem ersten DM-Triumph als Trainer. Zweimal hatte er in der Konrad-Frey-Halle bereits im Halbfinale gestanden - einst als Spieler und vor vier Jahren als Coach der Knaben A, zweimal war er in der Vorschlussrunde gescheitert. "Deshalb war ich schon glücklich, im Finale zu stehen", sagte er. Doch seine Mädels setzten noch einen drauf. Die Alster-Spielerinnen scheiterten auch an ihrer Nervosität, vergaben einige Ecken leichtfertig.

    Ein DM-Triumph lässt sich nicht am Reißbrett planen, doch die Mannheimer Bemühungen liefen seit Oktober. "Alles war seitdem auf dieses Wochenende ausgerichtet, beispielsweise die ganzen Vorbereitungsturniere", erklärte Müller, der in der Mannheimer Bundesliga-Mannschaft ein Mitspieler des Bad Kreuznachers Moritz Rothländer ist. Wie ernst auch die U14-Spielerinnen den DM-Auftritt nahmen, zeigte sich daran, dass zwei Mannheimerinnen die Flüge zu einem Neuseeland-Aufenthalt verschoben haben und erst am Dienstag abheben - dann als Deutsche Meisterinnen.

    Den KHC freuten nicht nur die vielen Komplimente, sondern auch die glänzende Stimmung in der Halle. Jeder Verein hatte einen eigenen Fanklub dabei. Hallensprecher Benjamin Blaschke fragte immer wieder die Unterstützung ab. Das Ergebnis vor dem Finale war eindeutig: Das Gros der Besucher drückte den Mannheimerinnen die Daumen. Aufgrund der räumlichen Nähe waren am Finaltag noch zahlreiche Fans angereist. Absolut in in diesem Jahr: die Vereinsfarben im Gesicht zu tragen. Einige Spielerinnen wirkten damit wie American-Football-Spieler. Doch es schien geholfen zu haben, denn auch der TSV Mannheim als Sieger setzte auf die Bemalung... Olaf Paare

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