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Diefflen

Schon wieder in letzter Sekunde verloren

Der SC Idar-Oberstein muss sich wohl endgültig auf Abstiegskampf in der Fußball-Oberliga einstellen. Auch bei Aufsteiger FV Diefflen setzte es eine Niederlage. 2:3 hieß es am Ende, und zum wiederholten Male kassierte der SC das entscheidende Gegentor in der Nachspielzeit.

Den überragenden Angreifer des FV Diefflen, Chris-Peter Haase bekam der SC Idar-Oberstein (hier Kapitän Christoph Schunck) nie in den Griff.  Foto: Philipp Semmler
Den überragenden Angreifer des FV Diefflen, Chris-Peter Haase bekam der SC Idar-Oberstein (hier Kapitän Christoph Schunck) nie in den Griff.
Foto: Philipp Semmler

Sich taktisch schlechter anzustellen als die Idarer in der dritten Minute der Nachspielzeit, ist eigentlich nicht möglich. Beim Stand von 2:2 wackelten und wankten die Schmuckstädter gegen Gastgeber, die unbedingt gewinnen wollten. Anstelle nun zumindest den einen Zähler zu verteidigen, rannten die Idarer geradezu blind und ohne Absicherung nach vorne – und damit ins Verderben. Als die Kugel verloren ging, befanden sich acht SC-Akteure vor dem Ball. Eine echte Einladung war das für die Gastgeber. Diefflen passte in die Spitze und urplötzlich stand der SC hinten in Unterzahl gegen heranbrausende FV-Akteure. Innenverteidiger Sebastian Kappes verlor das Duell mit Chris-Peter Haase, der spielte quer, und Julian Guther bezwang Nico Adami zum 3:2. Mitten in den Jubel der Gastgeber pfiff Schiedsrichter Ehsan Amirian die Partie ab. Der SC Idar-Oberstein bleibt auf einem mickrigen Punkt und dem letzten Tabellenplatz sitzen.

"Wir wollten gewinnen", versuchte Eugen Vetter eine Erklärung, warum die Idarer am Schluss derart offen standen. Und auch ein fassungsloser Trainer Olaf Marschall war sich sicher: "Wir wollten zu viel und haben uns damit blind angestellt. Taktisch war das ganz schlecht. Die Organisation hat gefehlt." Dass die Idarer Spieler noch gewinnen wollten, ehrt sie, aber sie unterlagen dabei einer totalen Fehleinschätzung. Seit der 62. Minute hatte das Team keine Torchance mehr gehabt, und in den letzten fünf Minuten vor dem Blattschuss war es bereits mehrfach um Haaresbreite am 2:3 vorbeigeschrammt.

Die Spieler des FV Diefflen hatten nämlich ihre große Siegchance erkannt und übten in der Schlussphase massiven Druck aus. Zunächst hatte der SC aber noch Glück. Glück, dass der Schiedsrichter ein vollkommen unnötiges Foul von Torwart Adami gegen Haase nicht erkannte und den Gastgebern einen glasklaren Elfmeter verweigerte (88.). Glück, dass Carsten Roths Freistoßkracher um Zentimeter am linken Pfosten vorbeizischte (89.), und Glück, dass Haase nach einer Klasse-Flanke von Guther völlig frei vor dem Kasten mit dem Kopf nicht mehr richtig an den Ball kam und die Kugel über den Kasten bugsierte (90.+1). Aufgrund dieser Schlussphase, in der die Diefflener auch ganz offensichtlich mehr zuzusetzen hatten als der SC, war der Sieg der Gastgeber verdient.

Kurzweilig und fehlerhaft

Zuvor hatten sich die beiden Mannschaften auf dem Kunstrasen ein kurzweiliges Kellerduell geliefert, allerdings jenseits von dem, was man sich unter Oberliganiveau vorstellt. Die Partie war unruhig mit vielen Ballverlusten auf beiden Seiten und mit zum Teil haarsträubenden Fehlern. Gerade in der Anfangsphase war durchaus zu sehen, dass der SC über mehr Qualität verfügt. Die Innenverteidigung der Diefflener samt Torwart hatte eigentlich nicht die Qualität, um in der Oberliga mithalten zu können. Immer wieder war das Zentrum sperrangelweit offen, und die Abwehrspieler schienen ständig für einen "Bock" gut zu sein. Der SC deckte diese Schwächen immer dann auf, wenn er kombinierte, wenn er den Ball laufen ließ.

SC zu Beginn strukturierter

Der SC bot in der Anfangsphase das strukturiertere Offensivspiel und hatte einige gute Chancen. Defensiv hatten die Idarer aber schon von Beginn an Probleme und ließen immer wieder Tormöglichkeiten zu – und zwar jedes Mal nach haarsträubenden individuellen Fehlern, auf die die FV-Angreifer Haase und Philipp Häfner zu warten schienen, um schnell und schnörkellos in Richtung SC-Tor umzuschalten. Adami bügelte gegen Dominic Selvaggio (4.), Häfner und Fabian Blass (jeweils 16.) zunächst die Fehler aus. Gleichwohl deutete sich die Idarer Führung, die in der 35. Minute auch fiel, an. Nach einem tollen Angriff mit vielen Kurzpässen hatte ein abgefälschter Schuss von Alex nur die Latte getroffen, und Tim Eckstein den Abpraller über das leere Tor geköpft (14.). Vier Minuten später wurde Vetters Freistoß abgefälscht und flog nur knapp vorbei, und nach der anschließenden Ecke scheiterte Christoph Schunck an Torwart Luca Reiter (18.). Reiter lenkte kurz darauf einen weiteren Vetter-Freistoß auf die Latte (20.) Aber in der 34. Minute war es soweit. Alex netzte ein, wirklich genial von Christoph Schmell, der im richtigen Moment exakt in die zentrale Schnittstelle passte, vorbereitet (34.). Alles hätte jetzt für den SC laufen können, wenn Abwehr und Torwart etwa eine Minute später bei einem Einwurf von Roth nicht vollkommen orientierungslos im Strafraum gewesen wären. Blass bedankte sich und glich zum 1:1 aus (35.).

Der zweite Durchgang begann mit einem Klasse-Tor für Diefflen. Der SC verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball. Haase passte flach steil in die Spitze, dort ließ Häfner auf Blass prallen. Blass setzte wieder Häfner ein, der alleine vor Adami die Übersicht behielt und quer spielte, wo Haase den Konter mit dem 2:1 für den FV krönte (48.). Dann hielt Adami die Idarer gegen Haase zweimal im Spiel (54./55.), ehe sich der SC berappelte. Diagonalbälle auf Thiago waren das vorläufige Heilmittel. Einmal scheiterte der Brasilianer am unorthodox herausgelaufenen Schlussmann (57.), und beim zweiten Mal passte er hart in die Mitte. Dort zog Lukas Latz Eckstein zu Boden. Referee Amirian entschied auf Elfmeter, den Alex zum 2:2 verwandelte (59.). Drei Minuten später brachte ein Blackout von FV-Innenverteidiger Sascha Hermes Eckstein in Schussposition, doch der Ball strich am Pfosten vorbei (62.).

Von diesem Zeitpunkt an wurde die Partie unansehnlich, weil extrem fehlerhaft. Der SC versuchte es nur noch mit langen Bällen in die Spitze, die entweder im Aus landeten oder postwendend zurückkamen. Diefflen schien müde und lieferte lange auch nichts Gefährliches nach vorne ab. Doch offenbar holten die Gastgeber nur Luft, um in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne zu werfen und schließlich auch den entscheidenden Schlag anzubringen. sn

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