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Viele Klubs müssen bis in den Juni zittern

Kreis Bad Kreuznach. An Ostern wurden die Tabellen begradigt. Nun kann der Endspurt in den Fußballligen beginnen. Für viele Klubs geht es noch um Auf- oder Abstieg. Aber wie ist eigentlich der Stand der Dinge: Was wäre, wenn heute Saisonschluss wäre?

Die Spieler der SG Schmittweiler/Callbach/Reiffelbach/Roth bejubeln den Sieg im Spitzenspiel gegen den TuS Gangloff. Der Spitzenreiter hat nun gute Chancen, auch die Meisterschaft zu feiern.  Foto: Klaus Castor
Die Spieler der SG Schmittweiler/Callbach/Reiffelbach/Roth bejubeln den Sieg im Spitzenspiel gegen den TuS Gangloff. Der Spitzenreiter hat nun gute Chancen, auch die Meisterschaft zu feiern.
Foto: Klaus Castor

Wir starten das beliebte Spielchen in der Oberliga. Dort müssen zwei Teams definitiv runter, ein drittes, wenn Wormatia Worms aus der Regionalliga ab- oder der Tabellenzweite (derzeit der im vorläufigen Insolvenzverfahren befindliche FSV Salmrohr) nicht aufsteigt. Treten beide Fälle ein, müssen vier Oberligisten in die jeweiligen Verbandsligen. Da diese Variante die wahrscheinlichste ist, gehen wir von ihr aus. Unter den vier aktuellen Absteigern ist im TuS Mechtersheim auch ein Südwestklub. Das bedeutet in der Verbandsliga zwei feste Absteiger. Ein dritter Klub müsste in den sauren Apfel beißen, wenn der Zweite (aktuell Fortuna Mombach) nicht aufsteigt. Die Aufstiegsrunden der Zweiten der Verbandsliga und der Oberliga sind neu. Sie sind geschaffen worden, um die Ligen länger spannend zu halten, sie machen das Planen nach dem letzten Saisonspiel für die darunter liegenden Klubs aber deutlich schwieriger.

Gehen wir auch in diesem Fall vom Negativbeispiel aus, also von drei Absteigern. In der TSG Kaiserslautern und der SG Blaubach/Diedelkopf würden zwei Verbandsligisten in die Landesliga West absteigen. Das bedeutet dort drei feste Absteiger. Der Viertletzte müsste auf den Zweiten (aktuell TuS Rüssingen) und dessen Erfolg in den Aufstiegsspielen hoffen. Unter den drei festen Absteigern sind im SC Birkenfeld und der SG Hoppstädten-Weiersbach zwei Nahe-Teams.

In der Bezirksliga hätte das zur Folge, dass es vier feste Absteiger gäbe. Der Fünftletzte mutiert zum Daumendrücker für den Zweiten (aktuell FSV Bretzenheim). Das Absteigerkontingent liegt um ein Team höher als in der Landesliga, weil die Bezirksliga derzeit über 17 Teams verfügt und verkleinert werden muss. Betroffen von einem Abstieg wären der FC Hohl Idar-Oberstein, der SV Medard, der VfL Simmertal und der TuS Roxheim. Der TuS Mörschied ist der Wackelkandidat.

Nun wird es richtig kompliziert. Die vor zwei Jahren eingeführte Trennung der A-Klassen in die Kreise Bad Kreuznach und Birkenfeld wurde wieder eingetütet, stattdessen greift ab der nächsten Saison in den A-Klassen wieder der kreisübergreifende Spielbetrieb. Damit soll die aufgeblähte A-Klasse Bad Kreuznach von derzeit 18 Teams auf 16 Mannschaften verkleinert werden. Das kann durch Auf- und Abstieg geschehen, aber auch durch Umgruppierungen. Das letzte Wort über die zukünftige Klasseneinteilung behält sich der Kreisvorstand vor. Wir versuchen trotzdem mal eine Vorhersage zu treffen. Der VfL Simmertal ist der erste Klub, den die Neuregelung betrifft. Nach der vor Saisonbeginn veröffentlichten Abstiegsregelung muss er als KH-Klub nach Birkenfeld absteigen. In die A-Klasse Bad Kreuznach würden also nur der SV Medard und der TuS Roxheim absteigen. Hinzu kämen drei Aufsteiger aus den B-Klassen – die designierten Meister FC Bavaria Ebernburg und SG Schmittweiler/Callbach/Reiffelbach/Roth sowie der Sieger der Aufstiegsrunde, aktuell zwischen dem TSV Hargesheim und dem Gewinner eines Entscheidungsspiels zwischen FSV Rehborn und VfL Sponheim). Das macht in der A-Klasse Bad Kreuznach abzüglich des Aufstiegs des Meisters (aktuell TuS Monzingen) und der maximal fünf Absteiger (Spvgg Hochstetten, SG Guldental II, TuS Boos, Spvgg Teufelsfels und SG Meisenheim/Desloch/Jeckenbach II) 17 Teams. Um auf 16 zu kommen, wäre also eine Umgruppierung des SV Oberhausen wahrscheinlich. Das würde auch Sinn machen, weil die Lokalrivalen FC Hennweiler (potenzieller Meister in der B-Klasse Birkenfeld Ost) und VfL Simmertal dann dort spielen würden. Von einem Aufstieg des Zweiten (aktuell SG Weinsheim) könnte dann die Meisenheimer Reserve als derzeit Fünftletzter profitieren. In der Birkenfelder A-Klasse würde es aufgrund der zahlreichen Zugänge (Simmertal, FC Hohl, eventuell Mörschied, eventuell durch eine Verschiebung auch Oberhausen plus drei Aufsteiger) in diesem Jahr volle vier Absteiger geben, nachdem im Vorjahr der Letzte (Spvgg Wildenburg) noch drin geblieben war. Die ist aktuell wieder Letzter und müsste mit der SG Hoppstädten-Weiersbach II, der SG Bergen/Berschweiler und dem TuS Mörschied II runter. Das könnte, beispielsweise im Falle eines Scheiterns des Zweiten (aktuell Bollenbacher SV), dazu führen, dass die Liga aufgestockt werden muss. Um das zu vermeiden, ist allerdings auch an dieser Stelle wieder eine Verschiebung denkbar, beispielsweise der Simmertaler. In diesem Fall wäre dann das Hintertürchen für den Fünftletzten der A-Klasse Bad Kreuznach (aktuell SG Meisenheim/Desloch/Jeckenbach II) verschlossen. Heißt im Umkehrschluss für alle Teams der A-Klasse Bad Kreuznach: Egal wie, Sechstletzter werden. Nur dann bleibt ein Zittern bis in den Juni hinein, erspart.

Dieser Rat gilt in abgewandelter Form auch für die gefährdeten Teams der drei B-Klassen mit Kreis-Beteiligung. Hier ist der zwölfte Platz das Ruhebänkchen, alles darunter bedeutet Abwarten auf die Entscheidung des Kreisvorstands, der sich auch in diesem Bereich Verschiebungen offen hält. Dazu passt: In den A-Klassen hat die Spielbehörde im Vergleich zu den Vorjahren keine Klassen angegeben, in die die Vereine absteigen. Zudem ist die Anzahl der Aufsteiger aus den Kreisklassen unklar. Die SG Fürfeld/Neu-Bamberg II überlegt beispielsweise, auf den Aufstieg zu verzichtet, andere Teams in Top-Positionen (beispielsweise SG Wallhausen/Dalberg/Argenschwang II) haben gar kein Aufstiegsrecht, weil die Erste selbst B-Ligist ist. Kurzum: In den B-Klassen ist alles möglich. In allen drei Ligen gilt aber: Eine Mannschaft hat jeweils bereits abgemeldet, die SG Guldental II, die SG Meisenheim/Delsoch/Jeckenbach III und der VfL Weierbach II sind als erste Absteiger mit einzurechnen.

Fazit: Aufgrund der neuen Aufstiegsrunden der Oberliga- und Verbandsliga-Zweiten sowie der Entscheidung des Fußball-Kreisvorstands, mehr Einfluss auf die Einteilung nehmen zu wollen, fällt eine Vorhersage so schwer wie nie. Auch nach dem letzten Spieltag am 25. Mai wird es viele, viele Fragezeichen geben. Alle Teams, die nicht auf einem absolut gesicherten Platz stehen, werden die ersten Wochen der Sommerpause zitternd verbringen.

Von unserem Redakteur Olaf Paare

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