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Gebroth

Westernreiten: Pferde tragen eine Eigenverantwortung

Olaf Paare

Der Cowboyhut ist Pflicht. Jeder Teilnehmer beim Turnier der Westernreiter in Gebroth, egal ob Mann oder Frau, trägt eine der typischen Kopfbedeckungen. Selbst die Richter und das Gros der Zuschauer setzen so ein optisches Zeichen. „Der Hut schützt unser Gesicht vor der Sonneneinstrahlung. Das ist funktional zu sehen. Das Westernreiten hat seinen Ursprung schließlich in der Landwirtschaft“, erklärte Jürgen Baron von Bistram.

Das Zusammenspiel von Pferd und Reiter muss beim Westernreiten perfekt klappen. Der Seibersbacher Bernd Endres, der für den RFZV Ellerbachtal reitet, und Justin Vanna Be dokumentieren das bei der Lassoarbeit.  Foto: Klaus Castor
Das Zusammenspiel von Pferd und Reiter muss beim Westernreiten perfekt klappen. Der Seibersbacher Bernd Endres, der für den RFZV Ellerbachtal reitet, und Justin Vanna Be dokumentieren das bei der Lassoarbeit.
Foto: Klaus Castor

Er war extra aus Potsdam eingeflogen worden, um als verantwortlicher Richter die Wertungen vorzunehmen. In dieser Funktion, die er seit 15 Jahren ausübt, kommt er viel herum. Bei drei Weltreiterspielen war er bereits als Stewart im Einsatz. Es folgen für ihn in den nächsten Wochen Turniere in Italien, Moskau und Südafrika. Eingesetzt wird er von der Zentrale der American Quarter Horse Association (AQHA) in den USA. Dort werden auch die Reiter und ihre Pferde geführt, die Veranstaltungen angemeldet und die Ergebnisse überprüft. Dementsprechend ist auch bei Turnieren in Deutschland die Amtssprache Englisch. Alle Ansagen an die Teilnehmer und die Wertungen der Richter werden in Englisch gehalten.

Den Weg nach Gebroth fanden lediglich 38 Pferde und ihre Reiter. „Das ist wenig. Es liegt vielleicht daran, dass wir zuletzt schon zwei große Veranstaltungen hatten“, erklärte Birgit Pesi von der Meldestelle. Die Kirnerin ergänzte: „Wir sind dem RFZV Ellerbachtal allerdings sehr dankbar, dass er für eine ausgefallene Veranstaltung eingesprungen ist. Vorsitzender Friedrich Müller hat auf meine Anfrage hin direkt zugesagt.“

Das Turnier in Gebroth war eine von sechs Möglichkeiten, sich für die Rheinland-Pfalz/Saar-Meisterschaften im September in Laubach (Hunsrück) zu qualifizieren. Die Leistungen werden darüber hinaus in den USA in Ranglisten eingearbeitet, sodass Erfolge in Gebroth sogar den Weg zu einer Weltmeisterschaft ebnen können.

Der Cowboyhut ist nicht das einzig Markante der Westernreiter. Auch die funktionale Kleidung und die extrem ruhigen Pferde stechen heraus. Baron von Bistram erläuterte: „Das liegt an der Rasse Quarter Horse. Das ist vom Wesen her ein nettes, entspanntes Pferd. Auf einer Ranch muss es ja auch schon mal zwei Stunden herumstehen, während der Rancher seine Arbeit verrichtet. Es ermöglicht auch, dass Westernreiten ein idealer Breitensport geworden ist.“ Ganz generell führte der Wertungsrichter aus: „Dressur und Springen haben ihren Ursprung im Militärischen. Dabei geht es darum, die Pferde zu kontrollieren. Beim Westernreiten arbeiten die Pferde aber selbstständig mit. Sie erhalten eine Eigenverantwortung.“

Unterschieden wird in der Turniersparte des Westernreitens in drei große Bereiche: die Materialprüfung, bei der die Pferde an der Hand vorgeführt werden und etwa der Körperbau begutachtet wird. Dazu kommen Prüfungen für den Reiter und Aufgaben, bei denen das Augenmerk ausschließlich auf den Leistungen des Pferdes liegt. In den einzelnen Bereichen gibt es etwa 25 unterschiedliche Disziplinen. Darunter sind auch sogenannte Rinderdisziplinen, bei denen die Pferde klassische Ranchertätigkeiten, beispielsweise mit einem Lasso, unterstützen müssen. Alle Disziplinen zusammen ergeben dann ein Gesamtbild.

Ein dickes Lob erhielten die Ausrichter in Gebroth für ihre Anlage. Die helle Reithalle ist optimal für die Anforderungen des Westernreitens, auch Abreiteplatz und Stallungen erhielten viel Zuspruch. „Besonders gut gefallen mir die kurzen Wege“, sagte Baron von Bistram. Und er kann das angesichts seiner vielen Einsätze im Zeichen des Cowboyhuts ja schließlich beurteilen.

Von unserem Redakteur Olaf Paare

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