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Augsburg/Markkleeberg

Olympia-Ticket: Ricarda Funk unter Siegzwang

Uiuiui – das wird eng für Ricarda Funk. Die Slalomkanutin des KSV Bad Kreuznach muss um die angestrebte Olympia-Qualifikation unerwartet zittern. In Augsburg belegte die Vize-Weltmeisterin im Kajak-Einer in den ersten beiden von vier nationalen Ausscheidungsrennen jeweils den dritten Rang. Immerhin: Sie hat noch alles selbst in der Hand. Gewinnt sie am Wochenende in Markkleeberg beide Rennen, dann ist Ricarda Funk das Ticket nach Rio de Janeiro sicher.

Ernster Blick: Ricarda Funk musste beim Auftakt der Olympia-Qualifikation in Augsburg mit Problemen kämpfen. Noch ist aber alles drin.  Foto: Senft
Ernster Blick: Ricarda Funk musste beim Auftakt der Olympia-Qualifikation in Augsburg mit Problemen kämpfen. Noch ist aber alles drin.
Foto: Senft

"Das Wochenende ist aus Ricardas Sicht etwas unglücklich verlaufen. Es ist mal wieder deutlich geworden, dass Kanuslalom einfach nicht berechenbar ist", berichtete Walter Senft, der Sportwart des KSV, der sein Aushängeschild in den aktuell heißen Wochen persönlich vor Ort betreut. An den ersten beiden Wettkampftagen schaffte es die 23-jährige Sportsoldatin nur ein einziges Mal, ihre seit Jahren gezeigte Extraklasse zu dokumentieren. Im Halbfinale des ersten Wettbewerbs siegte sie mit großem Vorsprung. Doch schon am ersten Tor im folgenden Endlauf begann die Pechsträhne, Ricarda Funk berührte die Stange. "Das ist eigentlich ein leichtes Tor, das dort oft genau so hängt", wunderte sich Senft. Vielleicht war der Flüchtigkeitsfehler Ausdruck der großen Nervosität, schließlich geht es um extrem viel – nur eine Deutsche darf zu den Olympischen Spielen. Die zwei Strafsekunden, die es für die Berührung gibt, brachten die Bad Kreuznacherin aus dem Rhythmus und waren eine hohe Bürde. Ricarda Funk ging daraufhin großes Risiko ein und kassierte weitere zwei Strafsekunden an Tor sieben – Rang drei war die Folge. Vor ihr lagen die WM-Dritte Melanie Pfeifer (Augsburg) und Lisa Fritsche (Halle).

Am zweiten Tag sollte alles besser werden. Doch bereits im Halbfinale folgte das nächste Missgeschick. Ricarda Funk ließ das zweite Tor aus. Das hätte 50 Strafsekunden und das vorzeitige Ausscheiden bedeutet. Doch sie reagierte geistesgegenwärtig und fuhr das Tor erneut an. "Das war eine fantastische Entscheidung", lobte Senft. Durch die Schleife verlor die KSV-Pilotin zwar viel Zeit, kam als Sechste aber noch ins Finale der besten acht. Zur Beruhigung der Nerven trug die Aktion aber nicht bei. Und so reihten sich auch im Finale einige Unsicherheiten aneinander. Erneut stand Rang drei auf der Anzeigetafel. "Angesichts der Probleme müssen wir froh sein, dass es überhaupt zweimal zu Platz drei gereicht hat. Und zum Glück lag am zweiten Tag Lisa Fritsche vor Melanie Pfeiffer", sagte Senft. Hätte Melanie Pfeiffer nämlich auch den zweiten Lauf gewonnen, wäre ihr das Olympia-Ticket kaum noch zu nehmen gewesen sein, so aber ist weiter alles offen.

Nachdem die Tränen der Enttäuschung bei Ricarda Funk getrocknet waren, ging der Blick nach vorne und nach Markkleeberg. "Ich werde in den nächsten Tagen noch einmal ein sehr persönliches Einzelgespräch mit Ricarda führen und sie auf ihre Stärken hinweisen. Sie hat das Zeug dazu, beide Rennen in Markkleeberg zu gewinnen. Ich glaube fest daran und bin weiter sehr optimistisch" sagte Senft und setzt darauf, dass Bad Kreuznach auch 2016 bei Olympischen Spielen vertreten ist.

Erfreulich aus KSV-Sicht war, dass auch Fee Maxeiner in beiden Rennen ins Finale fuhr, am zweiten Tag sogar als Drittplatzierte. In den Endläufen belegte sie die Plätze sieben und acht. Teamkameradin Rebecca Plonka zeigte ebenfalls ansprechende Läufe, schrammte aber als Zwölfte und Zehnte knapp an einer Finalteilnahme vorbei. Bei den Männern belegte Thorsten Graubner als einziger Bad Kreuznacher nach verpatztem ersten Rennen am zweiten Tag einen zufriedenstellenden 18. Platz.

Wie schwer und technisch anspruchsvoll die Streckenaushängung auf dem Augsburger Eiskanal war, bekamen vor allem die Nachwuchskanuten zu spüren, für die es um die Tickets zur Junioren-WM und -EM ging. Dort überraschten im Zweier-Canadier Maxi Dilli und Joshua Dietz, die in beiden Wettkämpfen das Finale der besten sechs erreichten. Dort steigerte sich das Duo des VfL Bad Kreuznach jeweils, wurde einmal Vierter und erkämpfte sich mit Rang drei dann sogar einen Podestplatz. "Eigentlich fahren wir C2 ja nur so nebenbei", freute sich Maxi Dilli über den unerwarteten Erfolg. Dieses tolle Ergebnis entschädigte dann auch etwas für das Abschneiden im Kajak-Einer, bei dem kein Bad Kreuznacher die Finals der Top 10 erreichen konnte. Bester Nachwuchsathlet von der Nahe war am ersten Tag RKV-Kanute Felix Schmitt, der mit einem fehlerfreien Lauf 13. wurde. Bei Joshua Dietz, im ersten Rennen 17., verhinderten am zweiten Tag nur seine beiden Torstabberührungen die Finalteilnahme – Platz elf. Maxi Dilli (21. und 31.) und VfL-Zugang Thomas Draber (29. und 26.) zählten zu den jüngsten Teilnehmern, für die es darum ging, auf solch schweren Strecken Erfahrungen für die nächsten drei Jahre zu sammeln.

VfL-Talent Fiona Kaletka war bei den Juniorinnen weit entfernt von ihrer Ideallinie und konnte mit den Plätzen 17 und zwölf nicht zufrieden sein. Sie hat jedoch – ebenso wie Felix Schmitt und Joshua Dietz – noch weitere zwei Jahre lang die Chance, sich für das Nachwuchs-Nationalteam zu qualifizieren. Olaf Paare/Stefan Senft

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