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Rheinland

Nachlese zum 22. Spieltag der Rheinlandliga

Zwei Fußballteams aus Koblenz setzten am 22. Spieltag der Rheinlandliga die Ausrufezeichen. Zum einen musste sich der rot-weiße Tabellenführer erstmals in dieser Saison geschlagen geben, zum anderen kletterte die Regionalliga-Reserve der TuS mit dem vierten Sieg in Serie erstmals in der laufenden Runde aus dem Tabellenkeller.

Martin Sek, Trainer des TuS Mayen, wusste genau, warum seine Elf gegen den bis dato unbesiegten Branchenprimus mit 1:0 die Oberhand behalten hatte: „Wir haben alles umgesetzt, was wir geplant hatten.“ Mayens Manager Andy Kohlhaas ergänzte im Brustton der Überzeugung: „Wir haben eben Qualität und können jeden schlagen.“ Der Koblenzer Coach Michael Maur nahm die Niederlage offenbar gelassen zur Kenntnis: „Wir haben gegen ein Team mit Oberliga-Kader nichts falsch gemacht, nur kein Ergebnis erzielt. Der Rest war in Ordnung.“ Das Tor des Tages zwölf Minuten vor Schluss ging aufs Konto von Stephan Schikora, der sich mit seinem 13. Saisontreffer an die Spitze der Torjägerliste setzte. Generös sagte er: „Rot-Weiß wird dennoch aufsteigen. Die stehen nicht umsonst ganz vorn.“

Auf dem Weg nach vorn ist die TuS Koblenz II nach dem erstaunlich glatten 3:0 gegen den FC Karbach. Zur Erinnerung: Nach nur neun Spielen stand die Elf aus der Rhein/Mosel-Metropole noch ohne Punkt abgeschlagen am Ende des Tableaus. Doch die Phase der Konsolidierung ist mittlerweile abgeschlossen, in den vergangenen acht Spielen blieb das Team um Trainer Markus Breitbach ungeschlagen: „Heute hat man gesehen, wie viel Selbstvertrauen uns diese Serie beschert hat. Wir werden aber weiter nur von Spiel zu Spiel schauen und dabei die Bodenhaftung nicht verlieren.“

Etwas den Boden unter den Füßen verloren hat allerdings die SG Malberg/Rosenheim: Nach dem Sieg der TuS II gegen Karbach und dem eigenen 1:4 in Stadtkyll rutschte der Neuling auf den drittletzten Platz ab – so schlecht standen die Kombinierten in dieser Saison noch nicht da. Immerhin: Der Rückstand auf Rang zehn beträgt lediglich vier Zähler, zudem hat Malberg noch ein Nachholspiel zu absolvieren.

Noch schlechter dran sind allein die Spvgg Wirges II und der FV Engers: Die zweite Oberliga-Garnitur aus dem Westerwald mühte sich zwar zu einem respektablen 0:0 gegen den SV Morbach, doch der Abstand des Tabellenletzten zum rettenden Ufer ist einfach zu groß, um noch ernsthaft an ein Wunder glauben zu können. „Der Sieg für uns war drin gewesen“, haderte der Wirgeser Spielertrainer Stefan Waßmann – und schob schnell eine Durchhalteparole hinterher: „Mit dem gezeigten Einsatz sind wir auf dem richtigen Weg und einen wesentlichen Schritt weiter als in der Hinrunde.“

Keinen Schritt weiter kommt indes die Elf aus Engers: Im Derby gegen den VfB Linz setzte es mit dem 0:2 die sechste Pleite in Folge. Auch am Wasserturm muss man sich wohl allmählich mit dem Gedanken an die Bezirksliga Ost anfreunden, der Abstand zum viertletzten Platz beträgt mittlerweile erkleckliche neun Punkte. FVE-Trainer Juri Kling war bedient: „Ich bin sprachlos.“ Dann sagte er aber doch: „Uns fehlte einfach auch das nötige Quäntchen Glück in der einen oder anderen Szene. Es war eine vermeidbare Niederlage.“ Freude pur dagegen im Lager der Linzer, die sich mit dem Sieg auf Platz zehn vorarbeiteten. „Ein Riesenschritt in die richtige Richtung. Eine starke Defensive, Tore nach Freistoß und Eckball. Es lief alles optimal“, freute sich Spielertrainer Michael Theuer, der mit einem Freistoßtreffer nach 28 Minuten den Sieg seines VfB eingeleitet hatte.

Zurück zur oberen Hälfte der Tabelle: Durch ein hauchdünnes 1:0 bei der SG Badem verkürzten die Spfr Eisbachtal als Dritter den Abstand zum Primus. Winter-Neuzugang David Rörig erzielte das Goldene Tor (74.). Die Gäste konnten aber von Glück reden, dass Torhüter Johannes Heinz kurz nach der Pause einen Foulelfmeter des ansonsten treffsicheren Michael Mayer-Nosbüsch parierte. Spfr-Trainer Dirk Hannappel war im Endeffekt mit dem Resultat zufrieden: „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie im Titelkampf noch nicht abzuschreiben ist.“ Das gilt aber auch für den SV Mehring, der sich nach kurzer Durststrecke mit einem 4:2 in Schweich zurückmeldete.

Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Regionalsport - Klasse 2 - Verbandsliga SW-Rheinlandliga
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