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    Nur einmal ist auch Kandybowicz machtlos

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    Jeroen Kandybowicz pflückt Ruslan Lataev den Ball im letzten Moment vom Fuß. Der Torhüter des TuS Hoppstädten avancierte im Derby zum besten Mann auf dem Platz. 
Foto: Manfred Greber
    Jeroen Kandybowicz pflückt Ruslan Lataev den Ball im letzten Moment vom Fuß. Der Torhüter des TuS Hoppstädten avancierte im Derby zum besten Mann auf dem Platz.
    Foto: Manfred Greber

    "Birkenfeld hat verdient gewonnen, aber das entscheidende Tor legen wir ihnen auf", ärgerte sich Hans-Jürgen München, der TuS-Trainer. SCB-Torwart Jens Hoferichter hatte weit abgeschlagen, und der Ball war am linken Strafraumeck des TuS heruntergekommen. Eigentlich war die Situation ungefährlich, denn TuS-Innenverteidiger Philipp Reichert, ein Ex-Birkenfelder, war zur Stelle. Doch dann missriet dem schlaksigen Abwehrspieler der Klärungsversuch vollkommen. Die Kugel spritzte nach rechts und plötzlich stand Orth blank vor Kandybowicz. Sieben Minuten zuvor war der Birkenfelder Torjäger in viel besserer Position noch an einer sensationellen Fußabwehr des Hoppstädtener Keepers gescheitert (54.), doch diesmal zog er trocken ab und der Ball zischte ins kurze Eck (61.).

    Dass es nach 90 Minuten nur 1:0 für den SC Birkenfeld stand, schmeichelte dem TuS Hoppstädten, denn die Mannschaft von Michael Rodenbusch war in allen Belangen besser, wenngleich auch sie sich einige technische Fehler leistete. An die TuS-Fehlerquote kam der SCB aber mit großem Abstand nicht ran.

    Vom Gefühl her neutralisierten sich beide Teams, aber nüchtern betrachtet, hatte der SCB schon im ersten Abschnitt sechs gute Tormöglichkeiten. Orth verfehlte das Tor mit einem Spreizschritt (10.), Benny Ritter ballerte den Ball nach einem Traumangriff mit Orth in die Wolken über dem leeren Kasten (19.), zwei Schüsse von Orth und Matthias Ritter wurden in letzter Sekunde abgeblockt (25.), Kandybowicz pflückte Ruslan Lataev den Ball im letzten Moment vom Fuß (34./siehe Bild rechts), Lataev scheitert komplett frei an einem Fußreflex Kandybowiczs (38.) und Matthias Ritters Direktabnahme holte der Schlussmann mit einem Hechtsprung und Übergreifen aus dem linken Eck (40.). "Außerdem haben wir noch ein paar Abseitstore geschossen", lachte Rodenbusch und lobte den TuS-Torwart: "Jeroen war der Hauptgrund, warum wir lediglich ein Tor gemacht haben."

    Der SCB nutzte dabei Hoppstädtens Wackeldefensive aus. Dabei geht es weniger um die (allerdings auch nicht sonderlich sichere) Vierer-Abwehrreihe, sondern um die Defensivarbeit davor. Der TuS übte fast nie Druck auf den ballführenden Birkenfelder Spieler aus, der dann ziemlich ungehindert den Angriff anspielen konnte. "Wir sind meistens überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen", fand auch München.

    Trotzdem hätte auch der TuS gewinnen können. Dann nämlich, wenn er in seiner kurzen, einzigen starken Phase zwischen der 25. und. 30. Minute in Führung gegangen wäre. Und das war durchaus möglich, denn zunächst donnerte Jochen Hornberger einen 30-Meter-Freistoß flach an den linken Pfosten (27.), und dann stand Jens Jung nach bösem Doppelschnitzer von Falko Mayenfels in halbrechter Position alleine vor Hoferichter, brachte den Ball aber mit Gewalt nicht am stellungssicheren und schnell reagierenden SCB-Keeper vorbei (30.).

    In der folgenden Stunde geriet Hoferichters Gehäuse nur noch einmal in Gefahr, als der TuS in einem Gewirr nach einem Eckball drei gute Schussmöglichkeiten hatte, die aber alle abgeblockt wurden (79.).

    "Ich bin sehr zufrieden mit den Jungs. Der Sieg im Derby ist für uns wichtig", sagte Rodenbusch. Der SCB festigte durch den Erfolg den vierten Tabellenplatz, während die Abstiegsgefahr für den TuS Hoppstädten immer größer wird. Aktuell ist das München-Team Vorletzter.

    Regionalsport Süd - Klasse 1 - Landesliga
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