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Komforth-Klassiker rettet SG Hüffelsheim

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Eigentlich ist es nicht gerecht einen einzelnen Spieler in einer Mannschaftssportart derart herauszuheben. Gerade nach der Leistung der SGH. Man kann mit Recht von einem bärenstarken Auftritt sprechen. Und trotzdem war Komforth einmal mehr der entscheidende Faktor. Die Frage nach dem warum ist allerdings kaum zu beantworten. Der kleine, bullige Stürmer kam in der 65. Minute für Alexander Jäger ins Spiel. Er spielte danach vier ungenaue Pässe, wirkte irgendwie lustlos und wurde von Spielertrainer David Holste lautstark zur Raison gerufen. Beim Stand von 1:2 aus Sicht der SGH – Björn Beisiegel hatte nach schöner Vorarbeit von Idris Hourle und Stefan Benz verkürzt (80.) – passierte wieder einmal Unglaubliches. Sportjournalisten sprechen in solchen Situationen gerne von Phantomen. Andreas Komforth ist aber definitiv mehr als das. Er ist das blitzartige Aufflackern eines Killers im Strafraum. SVO-Keeper Sascha Elß ließ einen abgefangenen Ball fallen. Er landete exakt auf dem Fuß von Komforth. Der musste noch nicht einmal eine echte Schussbewegung ansetzen und die Kugel lag im Netz.

"Er ist halt ein echter Torjäger", sagte Holste. Dem Coach sah man die Strapazen des Spiels währenddessen deutlich an. Holste pustete ständig, sein Gesicht war vom Schlamm braun-schwarz gefärbt. Immer wieder stützte er sich auf seinen Knien ab. Holste hatte wie alle Kicker gnadenlose Zweikampfschlachten hinter sich. Speziell Ali Dibooglu und Benz lieferten sich Duelle an der Grenze zum Kampfsport. Die beiden Sechser behakten sich derart massiv, dass sie sich nach diesem Spiel den inoffiziellen Titel des unangenehmsten Gegenspielers der gesamten Liga teilen dürfen. Trotz der Intensivität blieb die spielerische Finesse nicht auf der Strecke.

Das lag allerdings ausschließlich an den Gastgebern. Die SGH versuchte mit wenigen Kontakten flink das Mittelfeld zu durchspielen. Oftmals musste man gegen die tief stehenden Gäste aber auf die nötigen Lücken warten. Die Defensiv-Taktik des SV Oberkirn schien auf dem kaum noch als Rasen erkennbaren Untergrund überlegen. Zumal das nötige Schussglück nicht fehlte. Philipp Arend stocherte nach einer missratenen Flanke seines Mitspielers den Ball durch die Arme des Hüffelsheimer Torwächters Tim Sentz (27.). Anschließend verlegte sich die Elf von Murat Yasar noch mehr auf das Kontern. Mit Erfolg: Yasar staubte ab, nachdem Sentz einen Steilpass weit vor dem Strafraum unterlaufen hatte (77.). "Der Plan war schon fast aufgegangen. Dann waren wir beim 2:1 ein wenig zu unaufmerksam", ärgerte sich Yasar. Und dann kam Andreas Komforth...

SG Hüffelsheim/Niederhausen: Sentz – Schmidt (56. Müller), Holste, Strunk, Galinski – Benz, Mayer – Balzer, Beisiegel, Hourle – Jäger (65. Komforth).

So geht's weiter: am Sonntag, 14.30 Uhr, gegen FC Merxheim.

Von unserem Mitarbeiter

Carsten Zillmann

Regionalsport Süd - Klasse 1 - Landesliga
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