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    Derby-Nachdreher: Kossligks gute Idee, Müllers Freude

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    "Das ist das, was ich meinen Spielern gesagt habe. Ihr müsst immer alles geben und die Zuschauer mitnehmen auf eurem Weg, dann klappt das auch mit dem Klassenverbleib", erklärte SG-Trainer Dieter Müller und ergänzte: "Ich bin richtig glücklich." Er sagte dies Sekunden, nachdem seine Mannschaft zwei Punkte liegen gelassen und einen vielleicht entscheidenden Schritt aus dem Tabellenkeller nicht gemacht hatte. "Aber hallo. Warum soll ich mich denn nicht freuen? Die Jungs haben doch schließlich alles gegeben."

    Das hatten sie. Gereicht hat es nicht, weil der Kirner Trainer Willi Kossligk eine ungewöhnliche Idee hatte: "Ich habe hinten auf Dreierreihe umgestellt, und André Müller nach vorne geschickt. Das war aus der Not geboren, aber für uns natürlich schön, dass er getroffen hat." Gereicht hat es aber auch nicht, weil Oliver Benz Sekunden vor Müllers 2:2 die größte von mehreren Chancen zum 3:1 vergeben hatte. "Der Junge ärgert sich selbst am meisten, sitzt da und heult. Soll ich ihm jetzt den Kopf abreißen? Bestimmt nicht. Oliver hat super Voraussetzungen. Er wird seinen Weg und vor allem seine Tore für uns machen", erklärte Dieter Müller. Sein Team fand nicht den Zugriff auf den Gegner, wie das zuvor in Merxheim gelungen war, konnte so zwei Führungen durch Marc Altvater (44.) und Stefan Kirstein (68.) nicht über die Zeit bringen. Zum 1:1 (66.) hatte Fabian Braumbach getroffen. "Wir hatten diesmal auch taktische Probleme, im Mittelfeld waren die Abstände viel zu groß", analysierte Müller.

    Der Meisenheimer Trainer kannte den Grund. Und der trug ein Kirner Trikot. "Andreas Spenst hat sensationell gespielt", befand der SG-Coach. Der Kirner Mittelfeldstratege forderte nicht nur unheimlich viele Bälle, er kreuzte auch immer wieder im Mittelfeld und stellte die SG-Sechser Marcel Schuster und Christopher Keller damit vor Rätsel. Gefährlich wurden die Kirner trotz der Spenst-Bemühungen nicht. "Wir haben kein Mittel gefunden, die Meisenheimer Defensive zu knacken", erklärte Kossligk. "Meine Mannschaft hat sich nie aufgegeben, bis zur letzten Minute alles versucht und wurde mit einem Punkt belohnt. Ich muss aber auch Dieter Müller ein Kompliment machen. Die Meisenheimer haben ihre Qualitäten gut umgesetzt. Wir kamen mit ihrer Aggressivität nicht zurecht." Einen Seitenhieb gab er in Richtung Schiedsrichter Yannic Lenssen aus Mainz ab, kritisierte: "Die Meisenheimer machen 120 Fouls ohne Verwarnung, und wir erhalten für unser erstes die Gelbe Karte." Sein Gegenüber Müller sah die Sache positiver: "Emotionen gehören zu so einer solchen Partie. Das war geil, ein packendes Derby."

    So geht's weiter: die SG spielt am Freitag, 13. April, 19 Uhr, in Hoppstädten, der VfR empfängt zur gleichen Zeit den VfB Waldmohr.

    Von unserem Redakteur Olaf Paare

    Regionalsport Süd - Klasse 1 - Landesliga
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