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Stefan Krämer ist Co-Trainer bei Arminia Bielefeld

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Wie kommt man als Fußballtrainer vom beschaulichen Wiedtal in ein Stadion, in dem die Bundesliga viele Jahre lang zu Hause war?

Der Kontakt zu Bielefeld ist über den neuen Trainer Markus van Ahlen entstanden. Er wohnt in Bergisch Gladbach. Während seiner Zeit als Jugendtrainer bei Bayer Leverkusen habe ich mir öfter sein Training angeschaut. So haben wir uns kennen gelernt. Bielefeld war auf der Suche nach einem Co-Trainer und hat sich in Köln bei unserem Lehrgang zum Fußballlehrer informiert.

Bielefeld hat zuletzt zwei Mal die Lizenz erst im allerletzten Moment und unter erheblichen Auflagen erhalten. Pokern Sie gerne?

Im Leben gibt es immer Chancen und Risiken. Ich bin ein Chancen orientierter Mensch. Es gibt beruflich gesehen für mich bei dieser Entscheidung kein Fangnetz. Ich verschreibe mich meiner neuen Aufgabe zu 100 Prozent.

Trotzdem hat es lange gedauert, ehe alles unter Dach und Fach war...

Ja, ich bin jetzt seit einer Woche hier in Bielefeld. Ich wusste von Anfang an um die Probleme bei der Arminia. Der Verein hat mir von Anfang an reinen Wein eingeschenkt. Dem Trainerteam ist ein neuer Weg aufgezeigt worden. Wir sollen mit jungen, deutschen Talenten, die nach oben wollen, einen Neuaufbau starten.

Was hatten Sie zu bedenken, ehe Sie die Chance ergriffen haben?

Eigentlich habe ich immer gesagt, dass ich als Co-Trainer nicht unterhalb der zweiten Liga anfangen möchte. Aber Bielefeld ist ein gefühlter Zweitligist.

Mit welchen Gefühlen sind Sie am Pfingstmontag beim Trainingsauftakt in Bielefeld auf den Platz gegangen?

Das war Gänsehaut pur. Es waren 4000 Zuschauer im Stadion, die Haupttribüne war voll besetzt. Die Fans haben gefeiert und gesungen. Arminia Bielefeld ist ein Verein mit viel Tradition und mit Perspektive. Es wurden für die neue Saison in der 3. Liga schon 2000 Dauerkarten verkauft. Unsere Aufgabe ist es jetzt, diese Begeisterung weiter anzufeuern.

Die Spieler Manuel Hornig, Dennis Riemer und Johannes Rahn vom bisherigen Drittligisten TuS Koblenz wechselten wie Sie nach Bielefeld. Was trauen Sie ihnen zu?

Ich habe die TuS in der zurückliegenden Saison in der 3. Liga ein paar Mal gesehen. Ich bin zu den drei Spielern auch gefragt worden und habe meine Einschätzung abgegeben. Bielefeld hat drei sehr gute Jungs aus Koblenz bekommen.

Noch mal zur TuS Koblenz: In einigen Fanforen im Internet rund um den Oberwerth wurde Ihr Name als neuer Koblenzer Trainer gehandelt. Hätten Sie sich ein Engagement bei der TuS vorstellen können?

Es freut mich natürlich, das zu hören. Ja klar wäre das ein Thema gewesen. Koblenz ist trotz aller aktuellen Probleme ein super Verein. Aber es gab nie Kontakt zu einem offiziellen Vertreter der TuS.

Das Gespräch führte

Christoph Hansen

Regionalsport Mitte
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