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Regionalliga

Effizienz soll diesmal über Schönheit gehen

05-Amateure wollen am Samstag vom Betzenberg etwas Zählbares mitnehmen.

Auf Tobias Schilk (l.) kann Martin Schmidt wieder setzen.  Foto: Eßling
Auf Tobias Schilk (l.) kann Martin Schmidt wieder setzen.
Foto: Eßling

Mainz – Die Hiobsbotschaften verfolgen Martin Schmidt auch in die Heimat. Der Trainer des FSV Mainz 05 II weilte in den vergangenen Tagen wegen der Ausbildung zum Fußballlehrer in der Schweiz – und erfuhr dort, dass sich Tim Fahrenholz am Mittwoch im Training bei einem Zweikampf einen Riss des vorderen Kreuzbandes zugezogen hat.

Personell ist es für Schmidt zwar kein Problem, im Regionalligaspiel beim 1.FC Kaiserslautern II am Samstag (14 Uhr) ohne Fahrenholz auszukommen. Doch dass der 19-Jährige mindestens ein halbes Jahr ausfallen wird, ist hart. "Der hohe Aufwand, den Tim in den letzten drei Monaten betrieben hat, war damit leider vergebens", bedauert der Trainer. Und das in einer Situation, in der sich der fußballerisch überzeugende Nachwuchsmann auch physisch so langsam an die Anforderungen der Liga gewöhnt hatte.

"Wollte ihm mehr Spielzeit geben"

"Tim hat sich wirklich herangekämpft", bestätigt Schmidt. Das habe er auch Fahrenholz selbst noch vorige Woche in einem Gespräch gesagt. "Ich habe ihm gute Leistungen bescheinigt und wollte ihm künftig mehr Spielzeitgeben."Jetzt wird Fahrenholz vor allem Geduld brauchen.

In der Defensive hat sich die in den vergangenen Wochen extrem angespannte Personalsituation zumindest ein wenig entschärft. Tobias Schilk ist wieder fit, auch wenn ihm noch die Matchpraxis fehlt, Benedikt Saller wird nach seinem Profieinsatz beim FC Bayern am Samstag wohl bei den Amateuren mit Daniel Bohl die Doppel-Sechs geben. Zudem scheint es, als könne Dennis Schmitt die bevorstehende Meniskusoperation tatsächlich erst im Winter vornehmen lassen – momentan jedenfalls hält das Knie ruhig. Dennoch: Entweder Malik Fathi aus dem Profikader oder einen A-Junioren-Verteidiger wird Martin Schmidt wohl mit auf den Betzenberg nehmen.

Zum dritten Mal mit Polter

Auch ein weiterer Einsatz von Sebastian Polter deutet sich an. "Wenn er bei den Profis nicht im Kader steht, ist er der erste, der fragt, ob er bei uns spielen darf", sagt Martin Schmidt. Zwei Einsätze, zwei Tore, zwei Torvorlagen: "Solche Spiele bei uns tun ihm sicherlich besser, als wenn er sich ein Bundesligaspiel von der Tribüne aus anguckt."

Ob mit oder ohne Polter: Die Offensive der 05-Amateure ist immer für Tore gut. 36 Treffer in 13 Partien sprechen eine deutliche Sprache – "aber wir haben zuletzt auch zu viele Tore bekommen", moniert Schmidt: drei in Freiburg, vier in Neckarelz, drei gegen Eintracht Trier. In den jüngsten Trainingseinheiten bildeten daher defensive Inhalte den Schwerpunkt.

Und für Samstag hat der Trainer die Marschroute ausgegeben, nicht wieder, wie des Öfteren gegen den FCK geschehen, das Spiel zu machen, hohe Ballbesitzzeit anzustreben, sich dann aber in der gut strukturierten Lauterer Hintermannschaft festzurennen und mit leeren Händen heimzufahren. "Diesmal wollen wir etwas Zählbares mitnehmen", sagt Schmidt. "Effizienz muss über Schönheit gehen."

Peter H. Eisenhuth

Sport Mainz
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