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    Hachenburg

    Ursula Schrader ist seit 30 Jahren Hachenburger Nikoläusin

    "Von drauß vom Walde komm' ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!" - wenn dieser Satz fällt, weiß jedes Kind, dass der Nikolaus da ist. Der Mann mit dem Rauschebart, für viele Menschen ist er auch später noch eine Respektsperson. Wer sich unter dem Kostüm verbirgt, das bleibt meist im Verborgenen. So wird es einige vielleicht verwundern, dass der Hachenburger Nikolaus in Wirklichkeit eine Frau ist. Die Autorin Ursula Schrader ist seit 30 Jahren im Raum der Löwenstadt unterwegs, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen.

    Ursula Schrader packt ihren Sack für ihren nächsten Auftritt als Nikolaus. Seit 30 Jahren kümmert sie sich um kleine und große Kinder, denen sie mit Geschenken und persönlichen Gedichten eine Freude bereitet. Foto: Röder-Moldenhauer
    Ursula Schrader packt ihren Sack für ihren nächsten Auftritt als Nikolaus. Seit 30 Jahren kümmert sie sich um kleine und große Kinder, denen sie mit Geschenken und persönlichen Gedichten eine Freude bereitet.
    Foto: Röder-Moldenhauer

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

    Kaum wiederzuerkennen: Ursula Schrader in "Dienstkleidung".
    Kaum wiederzuerkennen: Ursula Schrader in "Dienstkleidung".

    In voller Montur und mit einem Sack, prall gefüllt mit Geschenken und Schokoladennikoläusen, zieht sie umher. Schulen, Vereine und Privatpersonen besucht sie. Manchmal taucht sie aber auch ganz überraschend auf. So manchen Hachenburger Geschäftsmann hat sie in all den Jahren schon überrumpelt - mit im Gepäck immer ein paar persönliche Worte, meistens in Gedichtform. "Meine Kinder sind fünf, 15 oder 50, ich will sie alle noch mal zum Träumen bringen", erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach dem Auftritt gibt es keine Zigarette vor dem Haus, der Bart wird nicht abgenommen - die Illusion soll so lange wie möglich bestehen.

    Dabei ist sie schon das ein oder andere Mal in die Bredouille gekommen. Zum Beispiel als sie vor einer Grundschulklasse stand und die Kinder sie nicht gehen lassen wollten, ohne ihr Rentier zu sehen. Mit ihrer Gabe des Geschichtenerzählens konnte sie die Kinder aber dann doch noch davon überzeugen, in der Klasse zu bleiben. Die Kinder glaubten auch danach noch an den Mann aus dem Himmel und schickten ihr Briefe.

    Mit 17 Jahren war Schrader zum ersten Mal als Nikolaus unterwegs, seit 1983 wurde der Mann in dem roten Mantel zur Lebensaufgabe. Erst mit Maske, jetzt ausgestattet, mit allem, was ein Bischof braucht. Ihr aktuelles Outfit hat sie von ihrem Mann Klaus zum silbernen Dienstjubiläum bekommen. Er lebt gerne mit dem Nikolaus zusammen, auch wenn es manchmal etwas chaotisch zugeht. Er bekommt live mit, wie seine Frau sich Hintergrundinformationen über ihre "Opfer" besorgt und Geheimnisse entlockt. "Sie spielt Nikolaus das ganze Jahr", schmunzelt er.

    Schrader ist anders als andere Nikoläuse: Sie ist eine Frau, sie ist evangelisch und sie kümmert sich um diejenigen, die zu ihr kommen. Sie will nicht rumpoltern, niemandem Angst einjagen, sie möchte Vertrauensperson sein. Sie hört sich die Probleme von Kindern und Erwachsenen an, gibt Ratschläge und macht auf Fehler aufmerksam. "Das ist meine Zeit zum Helfen", erklärt sie. So viel wie möglich reparieren mit ein paar Worten, das ist zur Dienstverpflichtung geworden. Dabei greift Schrader auf Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen und Wissen zurück, das ihr Abschluss in Beratung und Erziehung mit sich bringt.

    Ursula Schrader ist Nikolaus aus Leidenschaft, für ihre Auftritte nimmt sie kein Geld. Mit ihren 72 Jahren blitzt dem weiblichen Nikolaus immer noch der Schalk aus den Augen, die zugleich Achillesferse ihres Auftritts sind. "Wenn mich mein Enkel erkennt, dann an ihnen", meint sie. Die Vorstellung vom Nikolaus noch ein weiteres Jahr zu erhalten, das will sie versuchen.

    Eine Frau unter der Mitra: Unterwegs mit der Nikoläusin
    Montabaur Hachenburg
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