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Ransbach-Baumbach

Täuschend echt: Stimmenimitator Jörg Knör gibt den Filou

Martin Boldt

Obwohl die Ziehungen der PS-Sparkassen-Lotterie seit dem März bundesweit an zentraler Stelle durchgeführt werden, hält die Sparkasse Westerwald-Sieg an der Ausrichtung ihrer traditionellen Galaveranstaltungen in der Stadthalle Ransbach-Baumbach fest. Als Stargast begrüßte Vorstand Andreas Reingen dieses Mal den Comedian und Stimmenimitator Jörg Knör. Dieser hatte sein neues Showprogramm „Filou!-Reloaded“ im Gepäck.

Platz nahm der 59-Jährige dabei während des zweieinhalbstündigen Auftritts inmitten der Kulissen des Pariser Szeneviertels Montmartre, der höchsten Erhebung der Stadt der Liebe, „natürlich neben der Gewerbesteuer“ wohlgemerkt.

Der Mix aus Stand-up, Parodie und Gesang, auf den sich Knör seit vielen Jahren spezialisiert hat, punktet nicht zuletzt mit tagesaktuellen Bezügen: Die jüngste DFB-Misere fand ebenso Eingang in den Abend wie die Wahlschlappe der CSU, für die der gebürtige Wuppertaler sogar Franz Josef Strauß auferstehen ließ.

Auch Karl Lagerfeld gehört zum Repertoire von Jörg Knör.
Auch Karl Lagerfeld gehört zum Repertoire von Jörg Knör.
Foto: Martin Boldt
Auf die Suche nach der einst von Bill Ramsey zitierten Mausefalle vom Pigalle schickte Knör Reiner Calmund samt Ehefrau. Der frühere Fußballmanager und Heißhungerexperte hielt natürlich nicht mit seinen Gedanken zum Thema Liebe und Übergewicht hinter dem Berg: „Das ist inzwischen mehr ein Gesellschaftsspiel. Da heißt es dann: Ich sehe was, das du nicht siehst.“ Ins frankophile Konzept des Abends passte irgendwie auch der kürzliche Tod Charles Aznavour, vor dem sich der Comedian ebenfalls mit einer Hommage verneigt. „Junge Leute fragen mich ja nach meinen Auftritten schon einmal mal, wer das eigentlich ist, denn ich da nachgemacht habe“, verriet er. Wenn dann nach einer kurzen Youtube-Recherche ein Feedback der Marke „Das hatte ja tatsächlich Ähnlichkeit“ komme, freue ihn das umso mehr.

Dass die Imitation prominenter Vorbilder keineswegs bei der Stimme ihr Ende nehmen muss, demonstrierte Knör bei diversen Kostümwechseln, die ihn in Sekundenschnelle mal in Otto Waalkes, mal in den eitlen Modezaren Karl Lagerfeld verwandelten. Vor allem die zweitgenannte Parodie – durchgeführt mit einer Tüte über dem Kopf, die lediglich eine Aussparung für Knörs Gesicht ließ – hatte ihre brüllend komischen Momente. Ebenfalls im Repertoire: „Ölprinz“ Michael Friedmann, Lästerikone Desiree Nick und Roberto Blanco, Udo Lindenberg, Johannes Hesters, Willy Brandt, Helmut Kohl, Udo Jürgens.

Der größte Lacher des Abends ging jedoch auf Kosten von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aufhänger war die angedachte Gedenkmünze für Vor-Vor-Vorgänger Helmut Schmidt, der im Dezember 100 Jahre alt geworden wäre. „Die Merkel“, so Knör bissig, tauge, anders als Schmidt, vermutlich eher zur Gedenkbriefmarke: „Dann hätte sie auch einmal Ecken und Kanten und könnte endlich einmal sagen: Leckt mich doch!“

Gerade in der zweiten Hälfte des Programms waren solche gut gesetzten Pointen allerdings dünn gesät. Viele Rollen, die Knör präsentierte, wirkten ein wenig gehetzt inszeniert. Eine Straffung des zeitlichen Umfangs des Auftritts hätte hier sicher gutgetan.

Erfreulich bleibt nichtsdestotrotz der eigentliche Anlass des Abends: Von jedem verkauften Los der Sparkasse gelangten auch im zurückliegenden Jahr Monat für Monat 25 Cent in einen Spendentopf, der zur Unterstützung gemeinnütziger und sozialer Projekte in der Region verwendet wird. Im vergangenen Jahr konnten so 462.000 Euro an karitative Organisationen und Vereine in der Region ausgeschüttet werden.

Von unserem Reporter Martin Boldt
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