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Montabaur

Montabaur: Thomas Kochem dokumentiert Schicksale von Heimatvertriebenen und ihren Neuanfang im Westerwald in einem Buch

Die Integration der Heimatvertriebenen in der Stadt und Region Montabaur hat der Diplom-Sozialwissenschaftler Thomas Kochem erforscht. Sein Buch, das jetzt als zwölftes Heft in der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte von Montabaur erschienen ist, trägt auch genau diesen Titel. Der Autor widmet sich in seiner Untersuchung 19 Einzelschicksalen. Er zeigt auf, wie es Menschen ergangen ist, die ihre vertraute Umgebung in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verlassen mussten und wie sie in einer völlig unbekannten Gegend später wieder Fuß fassten.

Montabaur. Die Integration der Heimatvertriebenen in der Stadt und Region Montabaur hat der Diplom-Sozialwissenschaftler Thomas Kochem erforscht. Sein Buch, das jetzt als zwölftes Heft in der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte von Montabaur erschienen ist, trägt auch genau diesen Titel. Der Autor widmet sich in seiner Untersuchung 19 Einzelschicksalen. Er zeigt auf, wie es Menschen ergangen ist, die ihre vertraute Umgebung in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verlassen mussten und wie sie in einer völlig unbekannten Gegend später wieder Fuß fassten.

Sein Augenmerk legte er dabei vorrangig auf den sozialwissenschaftlichen Aspekt. Er nutzte dafür die Methodik des narrativen Interviews. Das bedeutet, dass die Betroffenen ohne Unterbrechung erzählen können, an was sie sich erinnern und was ihnen wichtig erscheint. In seinem Ansatz stellt er das Einzelschicksal in den Vordergrund und setzt es in Verbindung mit Integrationsmodellen. Da jeder eine andere Sichtweise hat und damit auch seine Aussagen anders gewichtet, resultieren daraus unterschiedliche Zeitspannen. Der Schwerpunkt liegt aber auf der letzten Kriegsphase und der ersten Zeit danach.

Drei Jahre lang arbeitete der Autor an seinem Werk. Viele stundenlange Interviews führte er dazu. Sehr ausführlich schilderten die zum gespräch bereiten Personen Thomas Kochem ihren Lebensweg. Seine Frau Edyta, die aus Polen stammt, hat ihn bei der Recherche intensiv unterstützt, da einige der Befragten eine polnischsprachigen Hintergrund haben.

In allen Erzählungen spielt die Flucht bis heute eine bedeutenden Rolle. Doch auch wie sie im Westerwald aufgenommen wurden, sich neu orientierten und einlebten, nimmt breiten Raum ein. Die Mehrzahl der Interviewten wohnt immer noch in den Dörfern, in die sie nach ihrer Vertreibung gezogen sind. Als Fazit lässt sich ziehen, dass alle auf persönlicher Ebene gut integriert sind, so der Sozialwissenschaftler. Doch für die meisten bleibt die Heimat, der Landstrich, wo die Flüchtlinge ursprünglich herkommen. Inzwischen bestehen dorthin auch wieder zahlreiche Kontakte.

Sein gesammeltes Material hat Thomas Kochem ans Stadtarchiv Montabaur abgegeben. Dr. Regina Fiebich schätzt den Quellenwert der Unterlagen als Beitrag zur Nachkriegsgeschichte sehr hoch ein. Bisher gibt es zur Integration der Heimatvertriebenen in Rheinland-Pfalz kaum Literatur. Die Berichte in den meisten Büchern enden mit der Ankunft der Menschen in den Auffanglagern, so ihre Erfahrung. Es fehlen dabei die Facetten, wie es anschließend weiterging.

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