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Steinebach

Idee in die Tat umgesetzt: Kunst-Geschenk für Steinebach

Ohne den Ort Steinebach jemals zuvor besucht zu haben, hat sich die renommierte Frankfurter Künstlerin Sabine Wagner-Sander vor einiger Zeit dazu entschlossen, der Gemeinde eines ihrer Werke aus der Reihe „Schnitt-Muster II“ zu schenken. Vor wenigen Tagen nun war sie erstmals in dem Dorf an der Westerwälder Seenplatte zu Gast, um ihr Geschenk persönlich zu übergeben.

Sabine Wagner-Sander (von links), Gisela Wülffing und Ortschef Heinz Schneider bei der Präsentation des Werks.
Sabine Wagner-Sander (von links), Gisela Wülffing und Ortschef Heinz Schneider bei der Präsentation des Werks.
Foto: Röder-Moldenhauer

Empfangen wurde Sabine Wagner-Sander neben Ortsbürgermeister Heinz Schneider auch von ihrer langjährigen Bekannten Gisela Wülffing, die seit ein paar Jahren in Steinebach lebt. Deren lobenden Berichten über ihren neuen Heimatort ist es überhaupt erst zu verdanken, dass Wagner-Sander die Idee zur Schenkung kam.

„Ich wollte von Gisela wissen, wie sie in Steinebach lebt. Daraufhin hat sie mir Flyer und Fotos geschickt“, erzählt die Künstlerin. Vor allem vom neuen Bürgerhaus mit Außengelände war die Frankfurterin sofort sehr angetan. Daher suchte sie in ihrem großen Fundus nach einem geeigneten Werk, das fortan die Stirnwand im Dorfgemeinschaftshaus ziert. Sie entschied sich schließlich für die 90 mal 290 Zentimeter große Collage „Lollita“, die auf einer robusten Leinentapete aufgedruckt ist.

Die Architektin Wagner-Sander war viele Jahre als Regional- und Stadtplanerin tätig. Seit einiger Zeit jedoch widmet sie sich ganz der Kunst. Die nötigen Kenntnisse hat sie unter anderem während eines Studiums an der Freien Akademie für Kunst in Berlin erworben. Die Frankfurterin hat sich durch ihre Fotocollagen einen Namen gemacht. Sie wählt dabei einen kleinen, alltäglichen Bildausschnitt, den sie anschließend vervielfältigt, versetzt, dreht und neu arrangiert. Auf diese Weise geht das Detail im großen Ganzen auf. „Diese Vorgehensweise ähnelt einem Weg vom Ich zum Wir“, erklärt sie. Der Einzelne trete in den neuen Strukturen zurück. „So stelle ich mir die Arbeit im Gemeinderat vor. Daher denke ich, dass dieses Bild sehr gut für das Steinebacher Dorfgemeinschaftshaus geeignet ist“, ergänzt sie.

Die Collage „Lollita“ basiert auf einem Ausschnitt, auf dem ein kleines Mädchen im roten Pullover zu sehen ist, das gerade an einem riesigen rot-weißen Lolli lutscht. Dieser Ursprung ist in den neuen Strukturen aber nur noch bei genauem Hinsehen erkennbar. „Lollita“ stammt aus der Reihe „Schnitt-Muster II“ und wurde bereits im Rhein-Main-Gebiet ausgestellt. Anregungen für diese Werke fand sie nach eigenen Angaben in der Kunst von M. C. Escher, Peter Roehr und Thomas Bayrle. „Die Werke der drei Künstler sind der Minimal- und Konzeptkunst zuzuordnen; in dieser Tradition steht auch meine Kunst. Sie greift das Prinzip des Seriellen auf, sie wiederholt immer die gleiche Formkombination. Bei der Anordnung bedienen sich die Schnittmuster der Prinzipien Spiegelung und Drehung um Achsen, die in der Naturwissenschaft von Bedeutung sind.“ Die jeweils spezielle Art der Anordnung führe im Miteinander für die Wahrnehmung zu einer überraschenden Transformation, sagt Wagner-Sander selbst über ihre Arbeiten.

Steinebachs Ortsbürgermeister Heinz Schneider und Ratsmitglied Gisela Wülffing dankten Wagner-Sander für die ungewöhnliche wie überraschende Schenkung. Die Künstlerin wiederum zeigte sich erfreut darüber, dass sie ihr Werk im Dorfgemeinschaftshaus präsentieren kann.

Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

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