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Irmtraut

Drei Würfel, die die Welt bedeuten: Seit 25 Jahren Treffen in Irmtraut

25 Jahre Freundschaft und Würfeln, gemeinsame Aktionen und Lachen: Das verbindet sieben Männer vom Stammtisch „Nohschmitz Schocker“ in Irmtraut. „Solange halten nur wenige Stammtische durch“, meinen sie und sind stolz auf ihr Jubiläum, das sie Mitte März feiern.

Die Stammtischrunde Nohschmitz Schocker besteht aus sieben Herren (von links): Markus Stahl, Heinz Schuy, Reinhard Müller, Oliver Ruppert, Josef Heier und Michael Müller. Markus Wagner fehlte krankheitsbedingt. Foto: Tatjana Steindorf
Die Stammtischrunde Nohschmitz Schocker besteht aus sieben Herren (von links): Markus Stahl, Heinz Schuy, Reinhard Müller, Oliver Ruppert, Josef Heier und Michael Müller. Markus Wagner fehlte krankheitsbedingt.
Foto: Tatjana Steindorf

Sie kommen alle zwei Wochen in ihrem Heimatort zusammen, obwohl nur noch Michael Müller, ihr Präsident, dort wohnt. Markus Wagner hat von Bad Camberg aus den weitesten Weg. Zur Mannschaft zählen noch Heinz Schuy, Oliver Ruppert, Reinhard Müller, Josef Heier und Markus Stahl. Gastwirtin Doris Henrich ist schon von Anfang an dabei. Ihre Kneipe, die jahrelang „Gasthaus zur Krone“ hieß, nennt sich mittlerweile wie die Männerrunde: Nohschmitz! (der Name für das Unterdorf).

Ursprünglich führte die Männer einmal das Fußballspielen zusammen, bis sie ein Regelwerk erarbeiteten, das der lockeren Runde klare Grundsätze („auf vier, fünf Seiten“) auferlegte – das war am 12. März 1993. Es sollte sich als Erfolgskonzept herausstellen.

Auf gegenseitige Akzeptanz und Rücksichtnahme legen sie Wert. „Wir haben schon viel diskutiert, aber nie böse“, sagen die Stammtischbrüder. Von hinten tönt die Stimme der Wirtin: „Vor halb zwölf haben sie noch nie gestritten.“ Die Männer bekringeln sich, es ist eine gut gelaunte Truppe.

„Sinn und Zweck der Treffen war das Schocken“, erklären sie – und das geschieht in entsprechender Kleidung mit dem richtigen Aufdruck. Wer das Würfelspiel Schocken nicht kennt, muss wissen, dass es in jedem Ort, in jeder Kneipe etwas anders gespielt wird. Drei Einsen sind perfekt. Aber wer verliert oder auch nur eine Bierkrone über Bord gehen lässt, der muss hier blechen: für die gemeinsame Reisekasse. „Finanzminister“ Reinhard hat ein Auge darauf.

Alle zwei Jahre ziehen die Männer los – Richtung Mallorca, Türkei, Prag, Frankenau und so weiter. Schon bei den Stichwörtern werden gleich Erinnerungen wach, etwa an das ungewöhnliche Geldwechseln bei einer Bauchtanzvorführung von Heinz, einen Verputzer im Delirium nach Art von Josef, ein nächtliches Schnarchattackenopfer namens Oliver oder die verkehrte Vorfahrtsberechtigung beim Bötchenschippern in den Niederlanden, die Reinhard ins Schwitzen brachte. Mal sehen, was die Jubiläumsreise nach Bulgarien an Überraschungen bereithält.

Nicht nur für ihren eigenen Spaß sorgen die Männer gut. Früher haben sie Ü 25- oder Ü 30-Partys organisiert und Human-Soccer-Turniere veranstaltet. Beim Karnevalsumzug sind sie regelmäßig dabei. Persönliche Erfolge haben sie auch als Lebend-Kicker-Spieler gefeiert – dreimal haben sie in Hüblingen gewonnen, behauptet jedenfalls ihr kollektives Gedächtnis. Obwohl ein zünftiges „Stammtischgebet“ (in Holz geschnitzt) ihnen den Rücken stärkt, wenn sie auf ihrer Wirtshausbank sitzen, ist der Alkoholkonsum im Lauf der Jahre deutlich zurückgegangen. Oder vielleicht wirkt nach all den Jahren endlich Michaels mahnender Ausruf: „Nomm Liehr uuh!“ Außerdem dürfte keiner von ihnen auch nur jemals einen Schnaps getrunken haben. „Der ist nur für die Frauen gemacht, denn die sind von Natur aus böse“, verrät die Wirtin, worauf die Männer sehr unschuldig gucken. Sprüche klopfen, schocken und einen trinken, das werden sie vermutlich noch beim goldenen Jubiläum tun und auch, „wenn wir mal da oben sind“. Damit meinen sie nicht das Jenseits, sondern das örtliche Seniorenheim. Da kann man nur ausrufen: Den Nohschmitzschockern ein dreifach donnerndes „Schock aus“!

Von unserer Mitarbeiterin Tatjana Steindorf

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