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Molsberg

27 Künstler in Molsberg: Wie aus der Wiese im Schlosspark ein Kunstwerk wird

Susanne Willke

Sein Zeichenstift ist die Motorsense, einer seiner Sponsoren der Hersteller Stihl: Ralf Witthaus gehört zu den 27 Künstlern, die Graf Emmanuel von Walderdorff für sein neustes Projekt zum Thema Magie gewinnen konnte. Die Ausstellung „Magic“, die sich über das Hofgut Molsberg bis zum Schlossgarten erstreckt, wird am kommenden Samstag eröffnet. Doch für das Kunstwerk im Rasen musste Ralf Witthaus schon eine Woche früher anreisen, mit Sack und Pack und vor allem mit einem Kofferraum voller Motorsensen.

Die Emmanuel Walderdorff Galerie möchte nicht nur Kunst zeigen. Sie möchte auch zeigen, wie sehr Kunst immer auch mit der Kommunikation und dem Sozialwesen verwoben ist. Ein Grund, warum der Galerist den Künstler Witthaus mit der Flüchtlingshilfe der Verbandsgemeinde Wallmerod zusammenbrachte. Witthaus arbeitet bei seinen Kunstprojekten normalerweise mit ehrenamtlichen Kunstinteressierten zusammen. Die Liste, so erzählt er der WZ, sei sehr lang. Doch ihm gefiel die Idee des Grafen und so ließ er seine Helfer für dieses Mal zu Hause und weihte Saiiad Kheirollah (Wallmerod), Chia Moradi (Oberahr), Amir Amiri und Ali Jafari (beide Berod) in die Arbeit mit der Motorsense ein. Am Rande der Arbeitsfläche schnitten weitere Helfer aus dem Dorf Schablonen zu, um das Mosaik, das auf Grundlage eines Bodenmosaiks aus dem Pantheon entstanden ist, auf die Rasenfläche übertragen zu können. Der Künstler selber maß währenddessen die Rasenfläche und steckte die entscheidenden Punkte ab. „Das Vermessen hat mir mein Team beigebracht“, sagte der Künstler und lacht. Dabei kann er nicht nur mit dem Stift, sondern auch mit der Motorsense Freihandzeichnen. Aber das ginge nur, wenn er alleine arbeitet. Bei der Dimension, die seine Kunstwerke mittlerweile angenommen haben, manchmal sind sie auch kilometerlang, muss er sich mit seiner Arbeitsweise auf sein Team einstellen.

Dann geht es los. Ralf Witthaus zeigt seinen Helfern, wie sie die Motorsense ansetzen müssen, um zunächst die Konturen des Kunstwerks herauszuarbeiten. Da springt auch schon mal die gespannte Schnur von der Leine und wird eben wieder neu verlegt. Keiner darf dem Team ohne Schutzbrille zu nahe kommen. So viel Zeit für Sicherheit muss sein.

Witthaus studierte unter anderem in Hamburg und begann seine Arbeit mit Handzeichnungen. Irgendwann fragte er sich: „Wie groß kann ich zeichnen?“ Und probierte es einfach aus. Schnell zeigte sich: Er kann sogar auf einem begrünten Lärmschutzwall zentimetergenau arbeiten. Bei dieser Arbeit treibt ihn der Ehrgeiz, mit Wind und Wetter und anderen Unwägbarkeiten klarzukommen. Dabei dürfte den Künstler irgendwie auch die Vergänglichkeit dieser Kunstwerke reizen. „Der erste Grashalm sprießt nach sieben Tagen wieder, nach drei Wochen ist es zugewachsen.“ Doch Emmanuel Graf von Walderdorff möchte alles daransetzen, das Kunstwerk im Schlossgarten länger zu erhalten und plant, regelmäßig nachzuschneiden. Während Witthaus und sein Team zwei Tage im Schlosspark zu tun haben, sind Künstler wie Annette Philp, Philipp Schönborn und Thomas Thiede mit den Vorbereitungen für weitere Teile der Ausstellung beschäftigt.

Von unserer Redakteurin Susanne Willke

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