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    Westerwaldkreis/Rhein-Lahn

    Thorsten Hehls Position: Spielmacher im FDP-Wahlkampf

    Für den Wirgeser Thorsten Hehl könnte es im Moment nicht besser laufen. Er ist erfolgreich im Beruf, glücklich mit seiner kleinen Familie – und hat mit dem Fußball ein ausfüllendes Hobby. Nun will Hehl noch einen oben draufsetzen und per Elfmeter sozusagen das Golden Goal für den Einzug der Wäller FDP in den Bundestag schießen. Denn der 31-Jährige bewirbt sich als Direktkandidat der FDP im Wahlkreis 204 (Montabaur) erstmals um ein Bundestagsmandat und hat es hier gleich mit den Schwergewichten der beiden großen Volksparteien Andreas Nick (CDU) und Gabi Weber (SPD) zu tun.

    Neuer Spielmacher der Westerwälder FDP: Thorsten Hehl aus Wirges bewirbt sich für die Liberalen um ein Direktmandat für den Bundestag. Foto: Kühr
    Neuer Spielmacher der Westerwälder FDP: Thorsten Hehl aus Wirges bewirbt sich für die Liberalen um ein Direktmandat für den Bundestag.
    Foto: Kühr

    Das ist für einen Polit-Neuling ausgesprochen schwer, zumal Hehl für die Liberalen und damit für eine kleine Partei antritt, die noch dazu bei der letzten Wahl den Einzug in den Bundestag knapp verfehlt hat. Doch das kümmert Thorsten Hehl nicht. Er ist Fußballer. Für ihn hat das Spiel gerade erst begonnen. Und er ist überzeugt, dass die Liberalen unter Stürmer Christian Lindner es dieses Mal schaffen. „Die FDP bringt frischen Wind in den Bundestagswahlkampf. Ich habe mich bewusst mit 31 Jahren für eine Kandidatur entschieden, um neuen Schwung in die Politik zu bringen. Man muss jungen Menschen die Chance geben, in unserem Land etwas zu verändern“, bringt Hehl seinen „German Mut“ auf den Punkt. Insbesondere in den Bereichen Bildung, Jugend, Digitalisierung und Sicherheit will er in Berlin ein Ausrufezeichen setzen, hat sich der Liberale vorgenommen. Er wird kämpfen – bis zum Abpfiff.

    Wir sitzen im Stadion der Spielvereinigung Eintracht Glas Chemie Wirges (EGC). Hier ist Thorsten Hehl zu Hause. Kein Wunder, schließlich hat der Westerwälder schon mit vier Jahren angefangen, Fußball zu spielen. Von der F-Jugend bis zur 2. Mannschaft hat Hehl der EGC zwischen 1991 und 2015 (mit zwei Jahren Unterbrechung in Guckheim) die Treue gehalten. Heute ist der Liberale im dritten Jahr Spielertrainer der 1. Mannschaft bei der Spvgg. Steinefrenz/ Weroth. Doch sein ältester Sohn Felix (10) spielt beim Traditionsverein, der EGC Wirges. „Aber hier bin ich nur Papa“, sagt Hehl.

    Geboren am 14. März 1986 in Dernbach, nach der Mittleren Reife Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, heute Verkaufsberater bei Itex-Gaebler. Verheirat seit 2012, zwei Söhne, Mitglied in der FDP seit 2016.
    Geboren am 14. März 1986 in Dernbach, nach der Mittleren Reife Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, heute Verkaufsberater bei Itex-Gaebler. Verheirat seit 2012, zwei Söhne, Mitglied in der FDP seit 2016.

    Seit 2012 ist der 31-Jährige glücklich mit seiner Frau Linda verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne, der kleine Malte ist vier Jahre alt. Kennengelernt haben sich die beiden in der Lehre – bei Mercedes Görg und Jung in Heiligenroth, wo Thorsten Hehl nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker machte und Linda im Büro arbeitete. Nach einem Job als Lagerist in Wirges wechselte Hehl dann 2008 zur Montabaurer Firma Itex-Gaebler, war hier zunächst Service-Fahrer und arbeitete sich binnen drei Jahren zum Verkaufsberater für Miettextilien hoch. „Ein klasse Job“, findet der FDP-Mann. Während Thorsten Hehl bei Fußballern bekannt ist wie „ein bunter Hund“, bringen ihn derzeit (noch) die wenigsten mit der Politik in Verbindung. Hier saß er bislang eher auf der Reservebank. Seit 2016 ist Hehl FDP-Parteimitglied, seit 2014 mischt er in der Wirgeser Kommunalpolitik mit. Hier arbeitet der 31-Jährige im Jugend- und Kulturausschuss der Stadt sowie als Stellvertreter für Thorsten Koch im Haupt- und Finanzausschuss mit. Es war die Wirgeser „Koch-Connection“, über die der junge Westerwälder zur Politik und damit zur FDP kam. „Thorsten und ich sind befreundet, wir haben schon als Kinder zusammen Fußball gespielt. Er sprach mich an, ob ich mich für die Liberalen engagieren möchte“, schildert Hehl. „Die FDP deckt viele Themen, die junge Menschen betreffen, ab. Die liberalen Positionen begeistern mich. Ich möchte etwas für meine Heimat tun und Politik mitgestalten“, sagt er. Die große Unterstützung der Westerwälder FDP, insbesondere des Kreisvorsitzenden Thomas Roth, habe ihn darin bestärkt, für den Bundestag zu kandidieren, erzählt er.

    Auch wenn er auf einem eher chancenlosen Platz 12 der Landesliste steht und Andreas Nick und Gabi Weber gewichtige Herausforderer sind, ist für Hehl die Sache rund. „Die Wahlen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben gezeigt, dass viele junge Menschen hinter der FDP stehen und wir es schaffen können“, ist er kampfeslustig. Sich selbst beschreibt der Liberale als absolut positiv denkend, immer gut gelaunt, offen, ehrlich und verantwortungsbewusst. „Ich verstelle mich nicht, ich bin authentisch und weiß, wo ich herkomme“, sagt er. Seine Philosophie: Nie von oben herab, auch als Trainer nicht, sondern immer nah am Spieler – und am Wähler. Das Wunder ist eben eine Frage des Trainings. Stephanie Kühr

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