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    Westerwaldkreis/Rhein-Lahn

    Astrid Bergmann-Hartel ist Direktkandidatin für die Freien Wähler: Auf Wahlkampf in beschaulichen Ortschaften

    Astrid Bergmann-Hartel ist an diesem Mittwochmorgen mit einer Stofftasche in Diethardt unterwegs. Aus der zieht sie immer wieder neue Flyer und wirft sie in Briefkästen entlang der Hauptstraße des gut 200-Seelen-Örtchens im Taunus. Oder sie stellt sich bei Bürgern persönlich vor.

    Foto: Cordula Sailer

    Die 46-Jährige ist auf Wahlkampftour. Im Wahlkreis Montabaur tritt sie als Direktkandidatin für die Freien Wähler an. Auf dem Flugzettel, den sie verteilt, ist Bergmann-Hartl zu sehen, wie sie selbstbewusst in die Kamera strahlt. „Mehr Rhein-Lahn / Westerwald in Berlin“ prangt als Slogan unter ihrem Namen.

    „Alle Ortschaften werde ich allein von der Zeit her nicht schaffen“, sagt die Wahlkämpferin. Doch am Wochenende ist Herbstmarkt in Diethardt. Sie will präsent sein und hofft auf einen Wiedererkennungswert bei den Leuten, will mit ihnen ins Gespräch kommen. Als es in der Mühlbachstraße bergauf Richtung Lipporner Weg geht, ruft sie auf einmal aus: „Und hier denke ich mir: Ruhe, frische Luft – das ist genial.“

    Sie will sich für die kleinen Dörfer einsetzen, erzählt Bergmann-Hartl. „Diese ländliche Struktur liegt mir wahnsinnig am Herzen.“ Das sei auch der Grund, warum sie als Braubacherin nicht in ihrem Heimatwahlkreis Koblenz kandidiert, sondern im Wahlkreis Montabaur. „Wenn ich in den Westerwald fahre, sind da ganz oft Ortschaften, wo ich denke, da muss was passieren“, erklärt die 46-Jährige. Dort stünden Häuser leer, während man sich in den Städten „dumm und dämlich“ bezahle. „Es müssen Strukturen entstehen, damit man dableiben kann“, sagt Bergmann-Hartl. Damit meine sie etwa Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, eine medizinische Versorgung und den Erhalt möglichst vieler kleiner Schulen.

    Teile ihres Wahlkreises lernt Astrid Bergmann-Hartl nun erst über den Wahlkampf kennen. „Ich verliebe mich in meinen Wahlkreis, weil ich in ganz viele Ecken komme, wo ich vorher nicht war.“ Zum Wandern sei sie bisher immer im Taunus unterwegs gewesen. Künftig möchte sie den Westerwald erkunden. „Auch hier ist Nachholbedarf“, sagt Bergmann-Hartl, „dass man hier Gäste herholt“.

    Auf einmal bekommt sie fremde Flyer und Aufkleber vor die Nase gehalten. Denn sie ist nicht die einzige, die an diesem Morgen auf Wahlkampftour in Diethardt ist. „Schwarzfahren muss bezahlbar bleiben“, steht auf einem der Sticker oder „Bitte keine Rechnungen einwerfen“. Verteilt werden sie von Rykaard Biernat. Der 17-jährige ist Kreisvorsitzender der Satirepartei Die Partei und lebt in Diethardt. „Das macht die Wahl ein bisschen bunter“, sagt Bergmann-Hartl und wirft schmunzelnd einen Blick auf die Konkurrenzreklame.

    Zwischen den beiden entbrennt eine lebhafte Debatte über Sinn und Unsinn eines verpflichtenden Freiwilligen Sozialen Jahres, wie es die Freien Wähler fordern. Bis der Schüler schließlich wissen will, warum Bergmann-Hartl in den Bundestag möchte. Den Anstoß dafür habe ihr Beruf gegeben, sagt die Direktkandidatin. „Wir kämpfen um mehr Stellen in der Pflege“, erklärt Bergmann-Hartl, die als Krankenschwester im evangelischen Stift in Koblenz arbeitet.

    Beruflich hat die 46-Jährige schon einen weiten Weg zurückgelegt: Nach ihrem Fachabitur in Unna, Nordrhein-Westfalen, hat sie zunächst eine Ausbildung zur Köchin gemacht. Etwa drei Jahre hat sie in dem Beruf gearbeitet, bis sie 1994 in die Bundeswehr eingetreten ist. Nach der Grundausbildung und der Ausbildung zum Rettungssanitäter, fing sie im BWZK Koblenz als OP-Assistentin an. Dann folgte eine Ausbildung zur Krankenschwester im Bundeswehrkrankenhaus Ulm, nach der sie wieder ans Koblenzer Krankenhaus zurückkehrte. Ein halbes Jahr war Bergmann-Hartl mit ihrer Einheit im Bosnien-Einsatz. 2006 war ihre Dienstzeit bei der Bundeswehr dann beendet. „Berufssoldat ja oder nein – das hatte ich mir gut überlegt“, sagt die 46-Jährige. Letztlich habe sie sich dagegen entschieden, da ihr Mann bereits in dem Beruf arbeitet und viel zu Einsätzen unterwegs ist. Hätte sie dasselbe Berufsleben gewählt, „hätten wir eine Brieffreundschaft aufrechterhalten“, scherzt Bergmann-Hartl. Sie macht stattdessen eine Ausbildung zum Fachtrainer Soziale Kompetenz und betreibt mit einer Partnerin eine heilpraktische Praxis, danach arbeitet sie bei einem häuslichen Pflegedienst, bis sie schließlich ans Stift in Koblenz wechselt.

    Nach Braubach hat es sie verschlagen, „da mein Mann und ich sehr naturverbunden sind“. Dort hat das Ehepaar einen großen Garten, in dem es eigenes Gemüse anbaut. Und in dem sich die vier Frettchen der Familie frei bewegen dürfen. Doch zurück nach Diethardt: Dort läutet es im Kirchtrum, es ist 10 Uhr. Schnell wirft Bergmann-Hartl noch einen Flyer in den nächsten Briefkasten. „Den Rest müssen dann die Wahlplakate machen.“ Denn der nächste Wahlkampftermin wartet. Cordula Sailer

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