40.000
Aus unserem Archiv

Bürger bei der Brücke mit im Boot

Rhein-Hunsrück – Bei den Planungen zur Errichtung der Mittelrheinbrücke sollen die Bürger intensiv mit eingebunden werden.

Dies hat der Kreistag mit großer Mehrheit bei nur einer Gegenstimme beschlossen. Einen entsprechenden Antrag hatte die CDU-Fraktion unter dem Titel „Die Bürger und die Mittelrheinbrücke“ gestellt.
Gudrun Tenhaeff (CDU) erläuterte den Antrag in der jüngsten Sitzung den Kreistagsmitgliedern. „Jeder kennt Stuttgart 21. Wir möchten die Bürger bei der Mittelrheinbrücke deshalb schon im Vorfeld mehr einbinden, und zwar über die gesetzlichen Vorschriften hinaus. Wir möchten sie bereits in der Planungsphase mitnehmen und nicht erst, wenn Baubeginn ist.“
Mit ihrem Ansinnen rannten die Christdemokraten bei fast allen Kreistagsfraktionen offene Türen ein. Gerlinde Sagel (FDP) begrüßte es, das Projekt Mittelrheinbrücke gemeinsam anzugehen. „Wir möchten die Bürger mit ins Boot holen.“ Selbst Brückengegnerin Siegrid Braun (Bündnisgrüne) sprach sich für eine frühzeitige Einbindung der Bürger aus. „Ich bin zwar nicht für die Brücke, aber für eine Bürgerbeteiligung.“
Auch die Sozialdemokraten befürworteten den CDU-Vorschlag. Fraktionschef Michael Maurer ging sogar noch einen Schritt weiter. „Der Antrag findet unsere Zustimmung. Ich möchte ihn aber noch ergänzen. Wir sollten zuvor die Bürger beider Landkreise befragen, ob sie überhaupt eine Brücke zwischen Fellen und Wellmich wollen. Wir sind uns hier über eine große Zustimmung sicher, weil letztlich alle davon profitieren werden.“ Sein Fraktionskollege Walter Bersch sprach sich ebenfalls für eine Bürgerbefragung in Sachen Brücke aus. „Wir haben zwar einen einstimmigen Beschluss. Aber ein Bürgervotum hätte einen noch größeren Stellenwert. Vom eindeutigen Ergebnis bin ich überzeugt.“
Dieses Vorhaben stieß bei den anderen Fraktionen auf Unverständnis. „Wir haben bereits grünes Licht für die Brücke gegeben“, unterstrich Peter Mallmann (CDU), „hier ist die Politik den Bürgern gefolgt. Mit einer Bürgerbefragung stellen wir unsere eigene Entscheidung infrage – dann können wir uns ja auch gleich abschaffen.“
Auch die FWG hielt von einem solchen Vorhaben nichts. „Die Leute in Sohren oder Katzenelnbogen zucken beim Thema Mittelrheinbrücke doch nur mit den Schultern“, war sich Stefan Wickert sicher. „Eine Bürgerbeteiligung ist gut, eine Bürgerbefragung aber ist Schwachsinn.“
Letztlich stimmte nur die SPD-Fraktion für eine Bürgerbefragung. Der CDU-Antrag fand dagegen eine große Mehrheit. Jetzt sollen die Bürger über das Internet, bei Informationsveranstaltungen oder in Bürgerforen immer über den aktuellen Stand der Brückenpläne informiert werden. Dort soll es auch die Möglichkeit zur Meinungsäußerung geben.

Boppard Simmern
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
Online
E-Mail

Regionalwetter
Montag

10°C - 21°C
Dienstag

11°C - 21°C
Mittwoch

10°C - 20°C
Donnerstag

9°C - 16°C
epaper-startseite
Anzeige
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach