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Niederbieber

Niederbieber: Anwohner protestieren gegen Bürgersteig-Plan

Der Verkehr in der Augustenthaler Straße am Ortsausgang von Niederbieber hat es in sich: Die Straße ist eng und holprig, die Autos fahren oft (zu) schnell. Und weil es keinen Bürgersteig gibt, traut sich die junge Familie Zahn mit dem Kinderwagen kaum mehr aus dem Haus (die RZ berichtete). Jetzt allerdings melden sich weitere Anwohner: Und die protestieren entschieden gegen die auch von der SPD angestellten Überlegungen, einen Bürgersteig entlang der Wohnhäuser zu bauen.

Foto: Jörg Niebergall

Niederbieber – Der Verkehr in der Augustenthaler Straße am Ortsausgang von Niederbieber hat es in sich: Die Straße ist eng und holprig, die Autos fahren oft (zu) schnell. Und weil es keinen Bürgersteig gibt, traut sich die junge Familie Zahn mit dem Kinderwagen kaum mehr aus dem Haus (die RZ berichtete). Jetzt allerdings melden sich weitere Anwohner: Und die protestieren entschieden gegen die auch von der SPD angestellten Überlegungen, einen Bürgersteig entlang der Wohnhäuser zu bauen.

Foto: Jörg Niebergall

Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

„Wenn überhaupt, dann auf der anderen Seite", sagen Birgit und Stefan Geißler, Barbara und Jörg Barnnaschke sowie Beate und Frank Roll im Gespräch mit der RZ übereinstimmend.

„Wir wohnen seit zwölfeinhalb Jahren hier, und seitdem ist noch nie jemand angefahren worden", betonen zum Beispiel die Rolls. „Auch unser Sohn ist hier aufgewachsen, und es ist ihm nie etwas passiert", ergänzen sie, was Bastian lächelnd bestätigt: „Ich hab's überlebt", sagt der 14-Jährige.

Und auch Birgit Geißler berichtet, dass sie seit zehn Jahren jedes Jahr auf der anderen, der Boesner- beziehungsweise Ruia-Seite zu Fuß zur Kirmes geht. „Noch nie ist etwas passiert, noch nie hab' ich mich unsicher gefühlt", stellt sie fest und beklagt lediglich die zahlreichen Hundekothaufen auf dem Seitenstreifen. Was aus ihrer Sicht aber auch wiederum zeige, dass sich in diesem Bereich häufig auch andere Passanten bewegen. Außerdem sehe sie regelmäßig zwei ältere Frauen dort entlanggehen. Von Unfällen habe sie allerdings noch nie etwas gehört.

Auf „ihrer" Häuserseite dagegen einen Bürgersteig zu bauen, halten die drei Ehepaare, die sich sicher sind, für nahezu alle Nachbarn zu sprechen, für ein Unding. „Wo sollen denn dann die Mülltonnen hin?", fragt Frank Roll? „Sollen wir künftig den Biomüll jedes Mal vom Hinterhof durchs Haus an die Straße rollen?"

Außerdem sei der kleine Streifen vor dem Haus Stellplatz für die Autos. „Ich muss ja meine Einkäufe noch reinbekommen und will die Getränkekisten nicht ewig weit schleppen", betont Roll, was Birgit Geißler unterstreicht: „Dafür lebe ich ja schließlich nicht in der Innenstadt, sondern im Außenbereich." Auch Barbara Barnnaschke stellt fest, dass man seinen Wagen sonst nirgendwo in der Nähe abstellen könne.

Darüber hinaus, da sind sich alle sechs einig, böten die geparkten Autos für die ansonsten sehr nah an der Straße stehenden Häuser einen deutlich besseren Schutz als die von der SPD unter anderem ins Gespräch gebrachte Leitplanke.

Vor allem aber befürchten die drei Ehepaare, im Fall eines Bürgersteigbaus kräftig zur Kasse gebeten zu werden. „Wenn wir da mehrere Tausend Euro Anliegergebühren zahlen müssten, könnten wir unsere Familienplanung zum Beispiel erst einmal wieder auf Eis legen", meint Birgit Geißler sauer. Und Beate Roll regt sich auf: „Wir sind die Leute, die hier schon ewig wohnen. Und dann kommt jemand, der seit zwei Jahren hier ist, und macht so einen ..." Ähnlich pocht Stefan Geißler auf eine Art Bestandsschutz: „Bevor man sich ein Haus oder eine Wohnung kauft, guckt man sich doch in Ruhe um. Und dann sieht man doch, dass es hier keinen Bürgersteig gibt", sagt er.

Im Fall der jungen Familie komme hinzu, dass sie Autos zur Verfügung habe. „Ein paar Meter weiter ist der Schwanenteich. Da könnten sie hinfahren und wunderschön laufen", findet Birgit Geißler.

Was dagegen ein Problem bleibe, sei der zu schnelle Verkehr vor der Haustür. „Da haben sie ein einziges Mal kontrolliert und sich dann noch so hingestellt, dass sie jeder Autofahrer sehen konnte", schimpft Beate Roll. Hier sei viel mehr Handlungsbedarf gegeben, sind sie und ihre Mitstreiter sich sicher.

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