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Bad Honnef

Maybrit Illner ist Bad Honnefs neue Aalkönigin (Archiv)

Die Bad Honnefer Aalmonarchie wird zum zweiten Mal von einer Frau regiert. Die Fernsehjournalistin Maybrit Illner wurde im restlos überfüllten Bad Honnefer Kurhaus feierlich zur "12. Aalkönigin der Neuzeit" gekrönt. "Majestät, Königliche Hoheit, unserer Begeisterung ist grenzenlos", huldigte Zeremonienmeister Friedhelm Ost der neuen Regentin nach der erfolgreichen Inthronisierung unter dem tosenden Applaus des illustren Aalvolkes.

Maybrit Illner inmitten des Aalkönigskomitees, das sie zur neuen Regentin auserkoren hat.  Foto: Sabine Nitsch
Maybrit Illner inmitten des Aalkönigskomitees, das sie zur neuen Regentin auserkoren hat.
Foto: Sabine Nitsch

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Nitsch

Die neue Herrscherin befindet sich in prominenter royaler Aal-Gesellschaft: Wolfgang Clement, Lothar Späth, Konrad Beikircher, Rosi Mittermaier standen ebenso an der Spitze des Bad Honnefer Aalvolkes wie Friedrich Merz, Peer Steinbrück, Hans Dietrich Genscher oder Jean-Claude Juncker. Illners direkter Amtsvorgänger ist Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, der in seinem Aalkönigsrentenjahr auch noch zum Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz gewählt wurde. Ihn hatte das Aalkönigskomitee um den ehemaligen Staatssekretär Ost im vergangenen Jahr zum Regenten ausgerufen. "Er musste in diesen Tagen nach Rom und konnte den Papst leider nicht überzeugen, dass er heute hier zur Abdankung hätte antreten sollen. Sein vatikanischer Segen liegt jedoch deutlich spürbar über dem Kursaal", entschuldigte Ost den scheidenden Monarchen, der seine Laudatio schließlich per Videobotschaft auf Großleinwand übermittelte.

Und nicht nur das. Er hat die Suche nach der Thronnachfolge kritisch begleitet und schließlich für gut befunden. "Als er hörte, dass die Wahl auf Illner gefallen war, wurde in München ,der Engel des Herren‘ geläutet und das ,Te Deum‘ angestimmt. Auch weißer Rauch soll aus dem Schornstein des erzbischöflichen Palais in München aufgestiegen sein", berichtete Ost. Die neue Regentin hatte augenscheinlich Spaß. Nicht nur an dem Karrieresprung, sondern auch am Publikum und der Feierlichkeit, deren Höhepunkt ihre eigene Thronrede war.

Gut gelaunt gestand die bekannte Talkmasterin, die in der früheren DDR geboren wurde: "Als Mädchen will man gern Prinzessin werden. Ich hatte mit diesem Projekt einen schweren Start. In meinem Umfeld waren feudalen Ambitionen Grenzen gesetzt." Nun Königin zu sein, sei für sie ein "unverhoffter Triumph und späte Genugtuung". In ihrer Antrittsrede gab sie einen Einblick in ihren jetzigen Nebenjob beim Fernsehen, erzählte aus Sendungen von Talkmasterkollegen und bekannte: "Es ist das existenzielle Dilemma des Talkshowredakteurs: Nicht jeder, der reden will, hat etwas zu sagen, und nicht jeder, der was zu sagen hat, will auch reden." Mit Blick darauf, dass mit dem Erlös der Krönungsveranstaltung soziale Projekte unterstützt werden, attestierte sie den Bad Honnefern: "Ihr seid das engagierteste Aalvolk der nördlichen Hemisphäre."

Das Aalvolk jubelte und wusste am späten Abend ganz genau, dass Ex-Aalkönig Marx den Segen für die richtige Nachfolgerin gegeben hatte. "Sie hat auch einen hohen journalistischen Anspruch, den sie übrigens an Marx geschärft hat. Nicht an Reinhard Marx, sondern an Karl Marx, im Roten Kloster. Liebes Aalvolk, ich bitte Euch darum, mit der neuen Aalkönigin fröhlich zu sein und weiterhin Gutes zu tun", gab der scheidende Aalkönig und Bischof den Untertanen mit auf den Weg.

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