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Neuwied

Marktkirchengemeinde und Friedenskirchengemeinde Heddesdorf: Fusion als Mittel gegen Mitgliederschwund

„Aus zwei wird eins!“: So haben die Neuwieder Marktkirchengemeinde und die Friedenskirchengemeinde Heddesdorf die Marschrichtung für die nächsten Jahre überschrieben, denn die beiden evangelischen Innenstadtgemeinden planen die Fusion. Stichtag dafür ist der 1. Januar 2022.

Aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen wird die Marktkirchengemeinde 2022 mit der Friedenskirchengemeinde zusammengelegt. Foto:  Marie Rühle
Aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen wird die Marktkirchengemeinde 2022 mit der Friedenskirchengemeinde zusammengelegt.
Foto: Marie Rühle

Schon jetzt arbeitet ein Planungsausschuss an der Vorbereitung und auch die Gemeindemitglieder sollen nicht außen vor bleiben, Gemeindeversammlungen sollen in Kürze stattfinden. Die Pfarrer Werner Zupp von der Marktkirchengemeinde und Tilmann Raithelhuber von der Friedenskirchengemeinde haben gemeinsam mit Presbyteriumsmitgliedern beider Gemeinden den Sachstand bereits bei einem Pressegespräch vorgestellt.

Sinkende Mitgliederzahlen

„Unsere Mitgliederzahlen sinken immer weiter und die Bemessungsgrenzen für Pfarrstellen sinken“, fasst Pfarrer Tilmann Raithelhuber die Gründe zusammen, die zu den Fusionsplänen geführt haben. „Dazu“, so ergänzt Pfarrer Zupp, „kommt der Wegzug von immer mehr Geschäftsleuten aus der Innenstadt und ein hoher Anteil von Migranten, die keiner christlichen Kirche angehören.“ Die Zahlen sprechen für sich: Umfasste die Marktkirchengemeinde bei Werner Zupps Dienstantritt im Jahr 1987 noch 3200 Mitglieder, sind es heute nur noch 1850. Die Friedenskirchengemeinde zählt noch rund 4000 Menschen, schrumpfte in den letzten Jahren aber auch um rund 1000 Mitglieder.

Aktuell verfügt die Neuwieder Innenstadt über drei Pfarrstellen, mit dem baldigen Ausscheiden von Pfarrerin Freyja Eberding wird eine halbe Stelle ersatzlos wegfallen, die nächste halbe Stelle fällt, wenn Pfarrer Zupp 2022 in den Ruhestand geht. Von den beiden verbleibenden Pfarrstellen könnte eine neue, größere Gemeinde mindestens eine halbe neu ausschreiben.

Viele offene Fragen

Festgezurrt ist das allerdings noch nicht, genau wie viele andere Details: Wie wird die neue Gemeinde heißen, wo werden Pfarrbüros sein, welche Gebäude bleiben bestehen und wer wird wann und wo Gottesdienste halten? All diese Fragen werden den gemeinsamen Planungsausschuss, bestehend aus den Pfarrern und Presbyteriumsmitgliedern beider Gemeinden, noch in den nächsten Jahren beschäftigen. Fest steht aber schon, dass sowohl die Marktkirche als auch die evangelische Kirche Heddesdorf und damit zwei Predigtstellen erhalten bleiben sollen.

Bei null anfangen müssen die beiden Gemeinden nicht: Sie arbeiten schon auf vielen Ebenen zusammen, haben zum Beispiel einen gemeinsamen Sommergottesdienstplan für die Ferien und erhoffen sich von dem Zusammenschluss weitere wertvolle Synergieeffekte, sei es beim Konfirmandenunterricht, bei den Kindergottesdiensten, der ehrenamtlichen Struktur oder der Erwachsenenbildung.

Erfahrungen aus anderen Zusammenschlüssen

Dabei helfen können auch die Erfahrungen der Friedenskirchengemeinde, die erst 2007 aus einem Zusammenschluss der Johanneskirchengemeinde mit der Gemeinde Heddesdorf entstanden ist. „Das war nicht immer einfach“, berichtet Presbyterin Ulrike Schanz, „aber unter dem Strich ist etwas Gutes dabei herausgekommen.“

Auf den gleichen Effekt hoffen die Gemeindespitzen nun für die große Fusion, auch wenn es nach den Worten der Pfarrer eine Herausforderung sein wird, die städtisch geprägte Marktkirchengemeinde mit einer hohen Durchlaufzahl mit der sehr auf einer festen Gemeinschaft beruhenden Friedenskirchengemeinde unter einen Hut zu bringen. Für die Planung haben sich die Gemeinden jedoch wissentlich viel Zeit genommen: „Wir wollen die Zusammenführung selbst gestalten und nicht warten, bis wir dazu getrieben werden“, sind sich die Presbyterien einig.

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