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    Bad Honnef/Bonn

    Annas Pflegemutter stellt den Tod des Mädchens als Unfall dar

    Die Pflegemutter der kleinen Anna, die im Juli 2010 beim Baden ums Leben kam, hüllt sich im Prozess vor der 4. Großen Strafkammer in Bonn eisern in Schweigen. Um zu erfahren, wie sie selbst zu den schweren Vorwürfen steht, die ihr eigener Ehemann formuliert hat und die zudem Gegenstand der Anklage sind, musste sich das Gericht nun eines Gutachters bedienen.

    Die angeklagte Pflegemutter stand im Mittelpunkt des vierten Verhandlungstags.
    Die angeklagte Pflegemutter stand im Mittelpunkt des vierten Verhandlungstags.
    Foto: dpa

    Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Michael Schormann hat sich dreimal jeweils über mehrere Stunden mit der Angeklagten unterhalten, die für den Tod des Pflegekinds Anna verantwortlich sein soll. Umfangreich zitierte er aus diesen Gesprächen. Der Tod Annas, so die Aussage der 52-Jährigen, sei ein Unfall gewesen. Sie habe das Mädchen nicht in der Wanne untergetaucht.

    Einige Schlaglichter geben Aufschluss über die Angeklagte: Sie fühlte sich schon als Kind ungerecht behandelt, litt unter beengten Wohnverhältnissen und hat reichlich negative Erinnerungen an ihre Kindheit. Wegen ihrer Körperfülle wurde sie schon in der Schule gemobbt. Mit 18 zog sie Hals über Kopf aus und wurde direkt ungewollt schwanger. Um den behinderten Jungen musste sie sich allein kümmern.

    Seit 1985 arbeitet die gelernte Einzelhandelskauffrau als Pflegemutter. Einen Kurs in Erziehungsfragen wollte sie erst im September 2010 besuchen – dazu kam es aufgrund der Untersuchungshaft nicht. Ihren ersten Mann lernte sie 1981 kennen, dieser habe sie später vergewaltigt. Ihr zweiter Sohn kam 1995 zur Welt. Es folgte die Scheidung; ihren heutigen Mann lernte sie 1999 kennen, 2003 heiratete das Paar. Ihren Gatten beschreibt sie als phlegmatisch, betont aber auch, dass die Partnerschaft trotz Impotenz erfüllt sei.

    Was das Leben mit Pflegekind Anna betrifft, so fühlte sie sich oft überfordert, weil es nicht richtig aß und Probleme mit dem Baden hatte. Im Kroatien-Urlaub, wenige Tage vor Annas Tod, sei dann der Plan gereift, das Mädchen in ein Heim abzugeben. Auch Anna habe gemerkt, dass sie, die Pflegemutter, nicht mehr gekonnt habe. Kaum aus dem Urlaub zurück, so ihre Schilderung laut Dr. Schormann, sei Anna richtig ausgeflippt. Am Tag vor ihrem Tag sprang Anna über den Balkon und wollte abhauen. Der Sohn der Angeklagten fand sie dann unter dem Balkon sitzend. Die letzten Minuten in Annas leben schildert sie so: Anna habe baden sollen, sie selbst habe das Badezimmer kurz verlassen, und als sie wiedergekommen sei, habe Anna ganz schlimm ausgesehen. Sie selbst habe dann den Notarzt gerufen. Anna ertrank.

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