40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Nahe-Zeitung
  • » Wahlabend in der VG Birkenfeld: Sensation lag am Sonntag zu keiner Zeit in der Luft
  • Aus unserem Archiv

    Wahlabend in der VG Birkenfeld: Sensation lag am Sonntag zu keiner Zeit in der Luft

    VG Birkenfeld. Nach viel Wirbel im Vorfeld endete am Sonntagabend die Bürgermeisterstichwahl in der VG Birkenfeld mit einem letztlich ungefährdeten Sieg des Favoriten: Bernhard Alscher (BFL) behält sein Amt.

    Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

    Mit 53,2 Prozent und 428 Stimmen Vorsprung setzte sich Alscher, hinter dessen Namen 3568 Wähler ihr Kreuz machten, gegen CDU-Kandidat Immanuel Hoffmann (3140 Stimmen) durch. Anders als in der VG Baumholder durchlebten die Protagonisten im Birkenfelder Stichwahlduell kein Wechselbad der Gefühle mit einem überraschenden Erfolg des Herausforderers.

    Das Geschehen am Wahlabend: Exakt eine Dreiviertelstunde nach Schließung der Wahllokale ist es amtlich: Um 18.45 Uhr trifft in der Birkenfelder VG-Verwaltung das Ergebnis aus Abentheuer, dem 41. und damit letzten Stimmbezirk, ein. Auch wenn dort Hoffmann mit 106:71 Stimmen die Nase vorn hat, kann das nichts mehr am zu diesem Zeitpunkt bereits feststehenden Erfolg Alschers ändern. Der CDU-Bewerber hat schon fünf Minuten zuvor dem alten und neuen Rathauschef per Handschlag gratuliert und sich nach Leisel aufgemacht, wo er trotz der Niederlage mit seinen Anhängern eine Wahlparty feiert. Zuvor haben Alscher und Hoffmann nebeneinander stehend die Präsentation der einlaufenden Ergebnisse im Bürgermeisterbüro verfolgt.

    Als Erstes treffen um 18.07 Uhr die Zahlen aus Meckenbach ein. In dem Dorf, das von Einnahmen aus der Windkraft profitiert und in dem CDU-Kandidaten traditionell einen schweren Stand haben, ist Hoffmann völlig chancenlos. Er bekommt dort nur sieben Stimmen. Alscher sichert sich dort hingegen 47 Stimmen, was einem Wert von 87 Prozent entspricht. Der kleine Ort ist zwar kein richtiger Gradmesser, doch als in kurzen Abständen auch die Ergebnisse aus größeren Wahllokalen wie dem TÜV in Birkenfeld eintreffen, wird das Bild schnell klarer.

    Alschers Vorsprung pendelt sich bei einem Verhältnis von etwa 55 zu 45 Prozent ein. Der Amtsinhaber, dem vorher die Nervosität anzumerken war, wird lockerer und kann schon wieder scherzen: "Warum steht bei meinen Ergebnissen eigentlich ein grüner Balken. Ist das wegen der Windkraft?", fragt er in die Runde. Auch wenn der Vorsprung gegen Ende noch einmal schmilzt, rückt Hoffmann dem 58-Jährigen stimmenmäßig zu keinem Zeitpunkt allzu nah auf die Pelle.

    Als der Sieg feststeht, wechselt Alscher mit politischen Freunden und einigen Verwaltungsmitarbeitern nach oben zum Feiern in den Sitzungssaal. Zu den Gratulanten zählt unter anderem Martin Döscher. "Gut gemacht, Doc!", sagt der Börfinker Ortschef zu Alscher und umarmt ihn. Der zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn er im Vergleich zu seinem sensationellen Stichwahlsieg 2008 gegen den damaligen Amtsinhaber Manfred Dreier (SPD) 0,4 Prozentpunkte an Zustimmung verloren hat. "Ich hatte dieses Mal ja nicht nur die CDU-Stammwähler, sondern auch alle Windkraftgegner gegen mich", sagt Alscher. Offen bekennt er, dass es für ihn eine Genugtuung sei, dass die Flugblattaktion der BI Energiewende mit Vernunft nicht zu seiner von dieser Gruppe erhofften Abwahl geführt hat.

    Hoffmann zeigt sich auch auf seiner Wahlparty in Leisel, zu der unter anderem Landrat Matthias Schneider und die CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Lezius kommen, als fairer Verlierer. "Es ist schade, dass es nicht gereicht hat. Zur Demokratie gehört aber dazu, dass man auch verlieren kann." Dass wegen seiner Rolle bei der Flugblattaktion der BI das Verhältnis zum Bürgermeister nachhaltig Schaden nimmt, glaubt der CDU-Chef im VG-Rat nicht. "Ich sehe keine Hindernisse für eine konstruktive Zusammenarbeit und habe persönlich auch überhaupt keine Probleme mit Alscher", sagt der 32-Jährige.

    Ergebnisse in den Orten: Lag Alscher in der ersten Runde am 13. März mit vier Bewerbern noch in 5 von 31 Gemeinden vor Hoffmann, so verlor er beim Stechen an Boden. Der CDU-Herausforderer erhielt am Sonntag in zwölf Dörfern die Mehrheit. Das beste Ergebnis erzielte Hoffmann in seinem Heimatort Buhlenberg (77,8 Prozent). Aber auch in Orten wie Leisel (63,4 Prozent) und Siesbach (54,3 Prozent), wo aktuell heftig über die geplante Errichtung eines Windparks diskutiert wird, stand Hoffmann höher in der Wählergunst als Alscher. Nicht so deutlich in Front wie gedacht lag der 32-Jährige hingegen in der CDU-Hochburg Hoppstädten-Weiersbach, wo er 53,3 Prozent erhielt.

    Wie stark das Thema Windkraft die Wahl beeinflusste, zeigt auch ein Blick auf Alschers Ergebnisse. Neben Meckenbach schnitt er auch in Gimbweiler, wo sich ebenfalls Räder drehen, mit 78,6 Prozent stark ab. Im Heimatdorf Oberhambach landete Alscher bei 78,5 Prozent. Ein entscheidender Faktor für seinen Sieg war zudem, dass er in der Stadt Birkenfeld 977 Stimmen (59,6 Prozent) erhielt, während es für Hoffmann nur zu 662 Stimmen reichte. Dreiviertel seines Stimmenrückstands handelte sich der CDU-Kandidat somit in der größten VG-Kommune ein. Die Wahlbeteiligung in der Stichwahl lag bei mageren 44,1 Prozent. In der ersten Runde am 13. März gingen noch 66,6 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne.

    NZ-Kommentar: Devise "Weiter" hat bei der Windkraft keine Zukunft
    Idar-Oberstein Birkenfeld
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Stefan Conradt (sc)
    Redaktionsleiter
    Tel. 06781/605-43
    E-Mail
    Vera Müller (vm)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-52
    E-Mail
    Bettina Schäfer (bet)
    Redakteurin
    Tel. 06781/605-56
    E-Mail
    Andreas Nitsch (ni)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-45
    E-Mail
    Axel Munsteiner (ax)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-44
    E-Mail
    Peter Bleyer (pbl)
    Redakteur
    Tel. 06781/605-58
    E-Mail
    Silke BauerSilke Bauer (sib)
    Redakteurin
    0171-2976119
    E-Mail
    Jörg Staiber (jst)
    Reporter
    Tel. 06781/605-63
    E-Mail
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Regionalwetter
    Donnerstag

    7°C - 21°C
    Freitag

    10°C - 18°C
    Samstag

    9°C - 18°C
    Sonntag

    7°C - 13°C
    epaper-startseite
    Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 201

    Die Kandidaten im Wahlkreis 201: Porträts, Interviews und Aktionen

    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Anzeige