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    Reichenbach

    Turnhalle soll zu einem Ofenmuseum werden

    Noch vor Jahresende hat der Sportverein Reichenbach die Turnhalle an eine Privatperson verkauft. Der Ofenliebhaber Wolfgang Lengler, ein gebürtiger Kronweilerer, der heute im saarländischen Gronig lebt, will die Halle, mit der viele Bewohner Erinnerungen verbinden, zu einem Ofenmuseum umwandeln.

    Die Turnhalle in Reichenbach, einst Mittelpunkt des Sportvereins und der Gemeinde, präsentiert sich heute wenig ansehnlich. Ein neuer Besitzer verspricht nun, in absehbarer Zeit ein Ofenmuseum dort einzurichten und die Halle in ein Schmuckstück zu verwandeln. 
    Die Turnhalle in Reichenbach, einst Mittelpunkt des Sportvereins und der Gemeinde, präsentiert sich heute wenig ansehnlich. Ein neuer Besitzer verspricht nun, in absehbarer Zeit ein Ofenmuseum dort einzurichten und die Halle in ein Schmuckstück zu verwandeln. 
    Foto: Gerhard Müller

    Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll das äußere Erscheinungsbild durch eine neue Eingangstür sowie Verputz- und Malerarbeiten aufgepeppt werden. Wenn alles planmäßig läuft, hofft Lengler ab Mai/Juni 30 bis 40 antike Öfen aus drei Jahrhunderten ausstellen zu können. Große und wertvolle Industriegemälde sollen die Wände der Halle zieren und dem Museum einen besonderen Charakter verleihen.

    Lengler hat nicht vor, Eintritt zu erheben und wird sein Museum auch nur sonntags geöffnet haben. Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen, die in unregelmäßigen Abständen geplant sind, sollen das kleine Museum in der Ortsmitte aufwerten. Schon lange ist die Turnhalle sanierungsbedürftig, doch der Verein konnte sich bislang nicht dazu durchringen, das Gebäude zu veräußern. Kontrovers wurde diese Frage mehrfach diskutiert, was schließlich im Jahr 2000 in dem Beschluss mündete, die Turnhalle so lange wie möglich zu halten. Zu weit auseinander lagen die Argumente der Befürworter eines Verkaufs, die die Turnhalle aus wirtschaftlicher Sicht für unrentabel hielten, und der Verkaufsgegner, die die Halle nicht abstoßen wollten, weil so viele Erinnerungen mit dem ehrwürdigen Gebäude verbunden sind.

    Zur Historie: Von 1945 bis 1951 musste der Verein kämpfen, um das vom Amt für Vermögen beschlagnahmte Vereinsvermögen, wozu auch die Turnhalle gehörte, wieder frei zubekommen. Dies war nur mit der tatkräftigen Unterstützung von Rechtsanwalt Dr. Laub aus Baumholder möglich. Im Februar 1964 beschlossen die Mitglieder den Umbau der Turnhalle, die zu diesem Zeitpunkt eine schlechte Bausubstanz aufwies. Obwohl die Gemeinde die Kosten der Dachrenovierung übernahm, konnten die Arbeiten nicht ohne Brauereidarlehen abgeschlossen werden.

    Erst nach einer Sammlung im Ort im Dezember 1967, die die für damalige Verhältnisse beachtliche Summe von 2060 Mark erbrachte, war es möglich, die Baumaßnahme zu vollenden. Am 21. Februar 1970 wurde die Turnhalle eingeweiht. Nicht nur für den Sportverein, der seine Halle als Vereinslokal, Besprechungsraum und Übungsraum nutzte, war dieses Gebäude unverzichtbar. Bis zum Umbau der Schule zum Dorfgemeinschaftshaus 1980 diente die Turnhalle auch dem Gesangverein als Proberaum und der von 1971 bis 1978 in Reichenbach ansässigen Sonderschule als Schulsporthalle. Polterabende, Hochzeitsfeiern, teilweise auch Gemeinderatssitzungen, die Kirmes, Fasching oder Tanzveranstaltungen fanden nach dem Umbau des Saales Schmidt im Jahre 1973 fast ausschließlich in der Halle statt. Seit dem Neubau des Sportlerheimes 1996 bis 1998 verlor die Turnhalle, die Jahrzehnte lang den Mittelpunkt des Sportvereins bildete, immer mehr an Bedeutung.

    Auch private Vermietungen, die Kirmes-Disco oder die von Agnes Zimmermann betreuten Kindergruppen nutzten aus unterschiedlichen Gründen die Halle schon lange nicht mehr. Ohne funktionierende Heizung kapitulierte auch die letzte SV-Abteilung, die Gruppe "Body-fit", und suchte sich im Sommer 2012 im Gemeindehaus eine neue Übungsstätte. Die schon 2002 eingeleiteten Erhaltungsmaßnahmen wurden immer wieder verschoben. Lediglich der Abbau der Duschen im Jahre 2002, der Platz für einen neuen Geräteraum brachte, nahm der Sportverein in Angriff.

    Im Rahmen der Dorferneuerung legten die Planer 2007 eine Skizze vor, die die Halle als Lagerstätte mit neuem, an das Ortsbild angepasstem Dach, modernen Fenstern und einer großen flächigen Eingangstür zeigt. Die Ortsgemeinde, die ein Vorkaufsrecht auf die Halle hatte, verzichtete jetzt aber auf diese Option. Ortsbürgermeister Olaf Schmidt bestätigt dies auf Anfrage und weist darauf hin, dass die Ortsgemeinde sich vom neuen Käufer erneut ein Vorkaufsrecht hat eintragen lassen.

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