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    Idar-Oberstein/Bad Kreuznach

    Prozessauftakt: 46-Jähriger räumt Aral-Überfall in Idar-Oberstein ein

    Ein umfassendes Geständnis des Angeklagten prägte gestern am Landgericht in Bad Kreuznach unter dem Vorsitz von Richter Dr. Bruno Kremer den ersten Verhandlungstag zum Tankstellenraub mit der anschließenden Entführung einer Kassiererin im Juni in Idar-Oberstein.

    Foto: picture alliance / dpa

    Von unserem Redakteur Sascha Saueressig

    Außerdem geht es um einen versuchten Raub sechs Tage später in Kronenberg im Taunus, wo der Tatverdächtige ebenfalls mit einer Schreckschusspistole gedroht haben soll. Angeklagt ist ein 46-jähriger, aus der Schmuckstadt stammender Mann, der für mehrere schwere Straftaten sein halbes Leben lang im Gefängnis gesessen hat. Die Staatsanwaltschaft forderte zum Prozessauftakt bereits, nach dem Verbüßen des Urteils eine Sicherheitsverwahrung anzuordnen.

    Der 46-Jährige zeigte sich dennoch ruhig und nachdenklich, als er dem Gericht seinen Lebenslauf und den Ablauf der Taten schilderte. Von den Schlägen des Vaters, über erste Diebstähle mit acht Jahren, den regelmäßigen Alkohol- und ab 16 Jahren dann Drogenkonsum berichtete er freimütig.

    Im Vorfeld der nun verhandelten Taten war der Mann im Juni 2013 in Brandenburg nach einer Strafe wegen Raubes mit Todesfolge frühzeitig aus der Haft entlassen worden. Danach suchte er sich in Cottbus eine Wohnung und versuchte einen Job zu finden. Um über die Runden zu kommen, habe er Arbeitslosengeld beantragt und sich vorgenommen, einen neuen Weg einzuschlagen. Während dieser Zeit hatte er eine Beziehung. Als ihm nach rund drei Monaten das Geld gekürzt wurde, verlor er den Halt, erläuterte der 46-Jährige. So habe er seinen Alkoholkonsum auf drei Liter Bier, eine halbe Flasche Whisky und eine Flasche Wein täglich gesteigert.

    Bis Januar sei er halbwegs über die Runden gekommen - doch nur, weil ihn seine Geschwister, die zum Teil noch in Idar-Oberstein leben, unterstützten. Später habe er bei einem Einbruch in eine Gartenlaube eine Schreckschusspistole gefunden, die er Anfang Juni mit zu seiner jüngsten Schwester nach Idar-Oberstein nahm. Sie habe ihn aber wenige Tage vor der Tat rausgeschmissen, und er zog in ein Hotel. Dort wollte er sich klar werden, was er nun tun sollte.

    Der 46-Jährige trank sein tägliches Pensum weiter, als er am 21. Juni beschloss, die Aussprache mit seiner Schwester zu suchen. Dafür wanderte er in die Stadt, traf sie jedoch nicht an. Der 46-Jährige führte aus, dass er im Wald getrunken habe und abends ohne Ziel Richtung Stadt gelaufen sei - und gegen 22.30 Uhr auf Höhe der Aral-Tankstelle beschloss, Zigaretten zu kaufen. Wie und warum er dann den Revolver zückte, vermochte er nicht zu erklären. Der ganze Ablauf des Überfalls und die anschließende Fahrt im Auto der Kassiererin bis zum Kreisel in Fischbach blieben vage. Der 46-Jährige betonte wiederholt, dass er seine Waffe nicht einsetzen wollte. Nach der Tat floh er in sein Hotel - zahlte morgens die Rechnung und fuhr nach Frankfurt.

    Der 46-Jährige behauptete, dass er sich bereits vor dem versuchten Überfall in Kronenberg im Taunus am 26. Juni stellen wollte, doch sein Anruf beim Notruf sei nicht angenommen worden. Kronenberg sei zufällig das nächste Ziel gewesen. In einem Park habe er seinen verbleibenden Alkohol getrunken und sich danach Geld besorgen wollen.

    Gegen 11.30 Uhr hielt er einem Bahnbediensteten im Reisezentrum die Waffe vor, um an die Kasse zu kommen. Als dieser sich versteckte, floh er. Auf das ältere Paar, dem er vor dem Bahnhof das Auto abnehmen wollte, wirkte er nicht bedrohlich. Der 46-Jährige versteckte sich dann zunächst im Park an einem Trafohäuschen, ehe er dort schließlich beschloss, sich zu stellen.

    Fortgesetzt wird der Prozess am 4. und am 19. Dezember.

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