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Baumholder

Goldener Engel soll wie aus einem Guss sein

Peter Bleyer

Vor ziemlich genau einer Woche, im Vorfeld des Kräutermarkts, hätte nach etlichen Verzögerungen endlich die Eröffnung des Kulturzentrums Goldener Engel gefeiert werden sollen. Daraus wurde aber bekanntlich nichts. Bereits im März teilten die Verantwortlichen mit, dass man den Termin auf den 14. September müsse. Der leitende Architekt erklärt nun, warum man sich gemeinsam so entschieden hat – und untermauert seine Aussagen mit einem Rundgang.

Ein echter Hingucker ist der Goldene Engel bereits von außen. Die Kombination aus Alt- und Anbau ist beeindruckend.
Ein echter Hingucker ist der Goldene Engel bereits von außen. Die Kombination aus Alt- und Anbau ist beeindruckend.
Foto: Heike Rost

Der ein oder andere wird sicher mit dem Kopf geschüttelt haben, als die Nachricht publik wurde. Mancher Kritiker des Mammutprojekts wird sich dadurch auch noch mehr in seiner Meinung bestätigt fühlen. Dessen sind sich Bürgermeister Günther Jung und der leitende Architekt Helge Hußmann sehr wohl bewusst. Doch das stand bei der Entscheidung nicht im Vordergrund.

Inhalt und Form passen zueinander

Im Inneren offenbart sich architektonische Raffinesse, die die Planer umgesetzt haben.
Im Inneren offenbart sich architektonische Raffinesse, die die Planer umgesetzt haben.
Foto: Heike Rost

Bei einem Vor-Ort-Termin sprechen beide über die Hintergründe, die dazu führten, dass das Kulturzentrum nun erst im September eröffnet wird. „Der Kunde hätte immer gern, dass ein Projekt gut, günstig und schnell fertig ist“, erklärt Hußmann. „Man kriegt aber meistens nicht alles.“ Damit will er sagen: Wenn etwas qualitativ hochwertig sein und trotzdem den Preisrahmen nicht sprengen soll, dann ist die Zeit ein variabler Faktor, sind Verzögerungen unvermeidbar. Er verweist darauf, dass man trotz sechs Jahren Bauzeit immer noch im Kostenrahmen geblieben sei. „Außerdem sind Bauausgaben nicht zu 100 Prozent kalkulierbar“, fügt er noch hinzu.

Die Tatsache, dass man den ursprünglichen Eröffnungstermin auf den Mai gelegt hatte, sei letztlich einem Optimismus geschuldet, der das ganze Projekt trage. „Die Entscheidung zur Verschiebung war eine mutige“, betont Helge Hußmann. Gerade weil man um die Außenwirkung wisse – aber trotzdem andere Aspekte höher zu bewerten seien. Beispielsweise, dass die Besucher nichts Halbgares vorfänden.

Der Architekt unterstreicht in diesem Zusammenhang die Bedeutung, die der Goldene Engel für die Stadt haben könnte. Stichwort Leuchtturmprojekt. Das Kulturzentrum vereine schließlich Tourist-Info, Café, Bibliothek und nicht zuletzt das Regionalmuseum, das die besondere Geschichte Baumholders und seiner Umgebung aufarbeitet, unter einem Dach. Dass die Gestalt des Gebäudes diesem Inhalt gerecht werde, das sei die architektonische Herausforderung gewesen, erklärt Hußmann. „Wir wollten, dass alles wie aus einem Guss ist.“

Bei einem Rundgang durch das noch leere Gebäude wird deutlich, was mit dieser Beziehung zwischen Innerem und Äußerem gemeint ist. Alle räumlichen Strukturen sind genau auf die Einrichtungsgegenstände abgestimmt, die später dort platziert werden sollen. Ein Blick vom unteren Stockwerk nach oben zeigt, wie viele Gedanken sich die Planer gemacht haben: Die architektonischen Formen setzen sich Etage für Etage fort und bilden so ein beeindruckendes Ganzes. Das ist der offenen Form des Gebäudes geschuldet, die eine Verbindung schafft und die Ganzheitlichkeit des Kulturzentrums hervorhebt. Apropos Ganzheitlichkeit: Beim Rundgang fällt einem überhaupt nicht auf, dass man sich zwischen zwei Gebäudeelementen hin und her bewegt. Der alte Goldene Engel wurde ja nach außen hin originalgetreu wiederaufgebaut und um einen Anbau ergänzt.

„Hülle für einen Prozess“

Wie überzeugt Helge Hußmann und sein Kollege Marcus Hille selbst vom Goldenen Engel sind, zeigt, dass sie sich mit dem Projekt für den Preis des Bundes deutscher Architekten beworben haben. Darüber hinaus wurde der Goldene Engel für den Tag der Architektur ausgewählt, der in Rheinland-Pfalz am Samstag und Sonntag, 23. und 24. Juni, begangen wird. An diesen beiden Terminen kann sich jeder schon mal vorab ein Bild vom Baumholderer Kulturzentrum machen und durch die eindrucksvollen Räume wandeln. „Das ist natürlich super Werbung“, sagt Helge Hußmann. „Aber das war nicht der Grund für die Verschiebung des Eröffnungstermins“, fügt er lachend hinzu. Auf die Frage, wann denn alles fertig sein werde, antwortet er. „Hoffentlich nie. Wir schaffen hier nur die Hülle eines Prozesses.“ Wünschenswert sei, dass das Museum Inspiration entstehen lasse. Im September werde der Betrieb beginnen, aber ein „Fertig“ gebe es nicht. Immerhin sind die Arbeiten an der Außenanlage so gut wie abgeschlossen.

Von unserem Redakteur Peter Bleyer

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