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    Idar-Oberstein

    Die Nibelungen kommen jung, frech und lustig

    Ein bisschen ist es wie in einem Familienunternehmen: Gleich drei der elf Mitwirkenden tragen den Namen Logiewa, und die Vornamen weisen auf die musikalische Vorliebe der Eltern hin: Richard, Cosima und Tristan. Und auch der Titel der Operette, bei der die drei am Samstag sowie am Dienstag und Mittwoch kommender Woche auftreten, weist - wenn auch ironisch gebrochen - auf den Opern-Titan hin: "Die lustigen Nibelungen".

    Junge Sängerinnen und Sänger der Musikhochschulen von Mainz, Karlsruhe und Würzburg haben sich gemeinsam mit Regisseurin Anja Kühnhold und dem musikalischen Leiter Christian Rohrbach der burlesken Operette "Die lustigen Nibelungen" angenommen und zeigen sie auf Schloss Oberstein.
    Junge Sängerinnen und Sänger der Musikhochschulen von Mainz, Karlsruhe und Würzburg haben sich gemeinsam mit Regisseurin Anja Kühnhold und dem musikalischen Leiter Christian Rohrbach der burlesken Operette "Die lustigen Nibelungen" angenommen und zeigen sie auf Schloss Oberstein.
    Foto: Hosser

    Mit dieser Eigeninszenierung betritt man beim Theatersommer Neuland, erstmals hat man sich dafür einer Operette angenommen. "Ich war auch zunächst etwas skeptisch, als mir Richard Logiewa die Idee unterbreitet hat", gesteht Annette Strohm, städtische Kulturreferentin und künstlerische Leiterin des Theatersommers. "Aber nachdem ich die ersten Proben erlebt habe, bin ich völlig begeistert von dem Stück und den Darstellern."

    Diesen Eindruck werden auch alle Besucher teilen, die die Einführung in das Stück am vergangenen Dienstag im Stadttheater erlebt haben, bei der die Sänger auch eindrucksvolle Proben ihres Talents abgaben. Und es wurde auch deutlich, dass "Die lustigen Nibelungen" ein leider für mehr als ein halbes Jahrhundert vergessenes Juwel leichter und trotzdem anspruchsvoller Operettenunterhaltung ist. Da sind alle Lieder Ohrwürmer, die zudem mit den typischen musikalischen Formen des Genres wie Hymne, Galopp, Marsch oder Walzer auf höchst ironische und unterhaltsame Weise spielen. Durch die sparsame, aber sehr wirkungsvolle Instrumentierung lediglich mit Klavier und Schlagwerk rückt die Inszenierung das Stück, das im Original für ein großes Orchester konzipiert ist, auch ästhetisch in die Nähe des literarisch-musikalischen Kabaretts der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in dessen Umfeld es entstanden ist.

    "Es wird gefeiert, geprügelt und gemordet", versprach Richard Logiewa bei der Einführung die volle Brandbreite klassischer Unterhaltung, allein Brunhild, erkennbar kein Kind von Traurigkeit, habe schon reihenweise ihre Liebhaber erschlagen. In einem mitreißenden Duett von Gunther und Brunhilde kommt die Walküre aus dem Iseland "als Braut, die den eigenen Bräutigam verhaut" daher. Und auch Siegfried, der deutscheste aller deutschen Helden, ist alles andere als ein Ausbund von Ehrenhaftigkeit und Edelmut, wogegen schon allein sein Beruf als Schaumweinfabrikant spricht.

    Kurz und gut: Am Hof von Burgund jagt ein Skandal den anderen, Intrigen, Verrat, Mord und Komplotte bestimmen das Tagesgeschehen, Kein Wunder also, dass das Werk zu seiner Entstehungszeit zwar durchaus populär war, und allein am Berliner Theater des Westens mehr als 70 Aufführungen erlebte, eine für damalige Verhältnisse durchaus stattliche Zahl, aber auf der anderen Seite auch immer wütende Proteste national gesinnter Bürger provozierte. Das ging schließlich so weit, dass den meisten Theatern eine Aufführung zu riskant wurde. Im Nationalsozialismus wurde es dann allein schon, weil der Komponist Oskar Straus Jude war, verboten. "Wir freuen uns, dass wir dazu beitragen können, diese wundervolle Operette ein Stück weit dem Vergessen zu entreißen", gibt Regisseurin Anja Kühnhold einen weiteren guten Grund für die Aufnahme der Nibelungen-Operette in den Spielplan des Theatersommers an. jst

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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