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Cochem

Cochemer Kneipiers zeigen Sky die Rote Karte

Schlechte Kunde für Fußballfans in Cochem: Geschlossen haben Kneipeninhaber in der Kreisstadt die Verträge mit dem Bezahlsender Sky gekündigt. Grund: Er verlangt zu viel Geld.

Ob Kristin Golm noch lange ein Sky-Schild vor ihrer Kneipe hängen haben wird, ist mehr als fraglich. Die Preise sind zu hoch.
Ob Kristin Golm noch lange ein Sky-Schild vor ihrer Kneipe hängen haben wird, ist mehr als fraglich. Die Preise sind zu hoch.
Foto: Ulrike Platten-Wirtz

Von Ulrike Platten-Wirtz

Cochems Kneipenwirte sind sauer. Wegen dreister Preiserhöhungen haben sechs Kneipiers im Stadtgebiet gemeinschaftlich ihre Bundesliga-Abos beim Bezahlsender Sky zum 1. September gekündigt.

Seit zwei Jahren betreiben Sascha Dujmovic und Kristin Golm das Chapeau Claque in der Endertstraße. An den Wochenenden wird die Bierkneipe vor allem von Fußballfans aufgesucht, die gerne in geselliger Runde die Spiele ihrer Lieblingsmannschaft anschauen. Vom kommenden Monat an wird das nicht mehr möglich sein, bedauert Golm. "Die Preise bei Sky sind derart gestiegen, dass sich das für uns nicht mehr rechnet", so die Wirtin.

Aus 2800 werden satte 5000 Euro

Zuletzt hat das Chapeau Claque noch 2800 Euro jährlich für den Sportsender gezahlt. Nach der Preiserhöhung im September wären aber satte 5000 Euro im Jahr fällig. Ein Betrag, der sich für die kleine Bierkneipe nicht rechnen würde. "Wir können das Bier ja nicht für 4,50 Euro verkaufen", so Golm. Auch für Dagmar Tilea, die die Bürgerstube in der Herrenstraße betreibt, ist die Preiserhöhung untragbar. "Für drei Tische in meiner Kneipe kann ich nicht 4500 Euro im Jahr Fernsehgebühren bezahlen", erklärt die Wirtin.

Dass die Lizenzen teurer geworden sind, kann Carmen Bergmann vom Warsteiner Sepp in der Bernstraße als Argument für die Preissteigerung gerade noch akzeptieren. Aber dass die Wirte in der Stadt mehr zahlen sollen, weil Cochem eine Touristenstadt ist, kann die Wirtin nicht nachvollziehen. "Dass die Touristen nicht das ganze Jahr über da sind, wird ja auch nicht berücksichtigt", ärgert sich Bergmann.

Im Einzugsgebiet des 1. FC Köln?

Offiziell richten sich die Preise des Bezahlsenders nach der Kaufkraft der Stadt, der Bevölkerungsdichte, Quadratmeterzahl des Lokals und der Fußballaffinität der Region. "Wenn der 1. FC Köln aufsteigt, sollen wir in Cochem höhere Abopreise zahlen, weil wir zum Einzugsgebiet des Vereins gehören", so Bergmann weiter. Auch das Angebot von Sky, den Sender zwei Monate kostenfrei zu nutzen, rechnet sich für die Betriebe nicht. "Wenn mir zwei Monatsgebühren erlassen werden, habe ich im Vergleich zum Vorjahr noch immer Mehrkosten von fast 1400 Euro", errechnet Kristin Golm.

Die eigentlich Leidtragenden bei der Geschichte sind und bleiben letztlich aber doch die Fußballfans im Landkreis. Die müssen nämlich, wenn die Cochemer Kneipen das Angebot zurückfahren, entweder weite Wege in Kauf nehmen, um eine sogenannte Sportsbar aufzusuchen, oder ein privates Sky-Abo für Zuhause abschließen. Die Kneipenbesitzer in Cochem rechnen darüber hinaus mit Umsatzeinbußen.

Um auch überregional auf die Problematik aufmerksam zu machen, rufen inzwischen verschiedene Gruppen in Facebook zum Protest auf. Die Gruppe "Boykott gegen Sky", der sich auch die Cochemer Wirte angeschlossen haben, hat derzeit bereits 1641 Gefällt-mir-Angaben. In Cochem hofft man darauf, dass sich möglichst viele Menschen an der Protestaktion beteiligen und damit Sky in Sachen Preiserhöhung umstimmen können.

Cochem Zell
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