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    Andernach/Mayen

    Jugendliche attackiert: Haft für 23-Jährigen

    Der 23-jährige Angeklagte, der sich jüngst vor dem Mayener Schöffengericht wegen versuchter räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung verantworten musste, hat ein großes Alkoholproblem. Bereits 2014 wurde er wegen Straftaten im Vollrausch in einer Erziehungsanstalt untergebracht. Damals brach er die Therapie ab, für seine jüngste Tat muss er nun 16 Monate in Haft.

    Von unserer Mitarbeiterin Katrin Weber

    Damals hatte der Mann auf dem Mayener Marktplatz gepöbelt und eine Auseinandersetzung mit seinem Vater geführt. Gegen die Polizisten wehrte er sich massiv, bespuckte und beschimpfte sie. Zwei weitere Male musste die Polizei dann in der elterlichen Wohnung für Ordnung sorgen. In allen drei Fällen wurden erhebliche Alkoholmengen in seinem Blut festgestellt. Bei einer der Taten lag der Wert bei 4,05 Promille.

    Bei seiner jüngsten Tat im August vergangenen Jahres in Andernach waren es 2,97 Promille, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, weshalb sich der Angeklagte selbst nicht an die Vorkommnisse erinnern konnte. Die Anklageschrift und auch die Befragung zahlreicher Zeugen halfen seinem Gedächtnis jedoch auf die Sprünge: So hat der Mann mit einem Freund an dem späten Sommerabend einen 16-Jährigen in Andernach angegriffen und dessen Halskette und Kappe gefordert. Als dieser sich losreißen und fliehen konnte, nahmen sie sich seinen Freund, einen 15-jährigen Andernacher vor. Dieser versuchte in einen Hauseingang zu fliehen. Mit grober Gewalt zogen sie ihn zurück auf die Straße. Dass der Angeklagte und sein Kumpel dann von ihm abließen, war nur dem beherzten Eingreifen von Passanten zu verdanken. Der Angeklagte und sein Freund gingen in ihre nahe gelegene Wohnung und kamen beide mit einem Messer bewaffnet zurück. Das Eintreffen der inzwischen allarmierten Polizei setzte dem Szenario ein Ende.

    Vor Gericht gab der Angeklagte an, jederzeit mit dem Trinken aufhören zu können. Seit Anfang März befinde er sich freiwillig in einer Entgiftung. Allerdings bemängelte das Gericht unter Vorsitz von Richter Joachim Anheier, dass er beim ersten Mal die Unterbringung in der Erziehungsanstalt und eine Therapie nach vier Tagen abgebrochen hatte. Als Grund nannte der 23-Jährige, es sei die schlimmste Zeit seines Lebens gewesen: "Das war nichts für mich, so eingesperrt zu sein. Damit komme ich nicht klar."

    Jedoch muss er sich wohl nun an dieses Gefühl gewöhnen, denn das Schöffengericht verurteilte ihn zu 16 Monaten Haft ohne Bewährung. Der Staatsanwalt machte klar: "Für eine Bewährung muss eine positive Sozialprognose vorliegen. Die kann ich hier beim besten Willen nicht feststellen." Denn der junge Mann stand nach der Entlassung aus dem Jugendarrest unter Führungsaufsicht. Seine Bewährungshelferin sagte jedoch, dass er keine Termine und Weisungen eingehalten hat. "Ich habe große Zweifel, dass er freiwillig eine Therapie eingeht und durchhält", sagte sie. Deshalb ging der Richter nicht auf den Vorschlag des Verteidigers ein, die Haftstrafe für eine Therapie zurückzustellen: "Die Therapieeinrichtung, die ihnen gefällt, muss noch gebaut werden. Sie haben alles ignoriert, was die Justiz Ihnen bisher angeboten hat", sagte Anheier zum Angeklagten.

    Mayen-Andernach
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